accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

(jj! Physische OceaiKigiapltie «tc. zwischen 30°—50 u S-Br umt 10°—40° Ü-Lg. 
6. Wetter, Wolken und Zustand der See. Für die verschiedenen 
Jahreszeiten ergiebt sich nach den vorhandenen Beobachtungen folgende allge 
meine Vertheilung der Witterungszustände innerhalb des ganzen Gebietes. 
Als Ma.vima treten auf: im Winter Blitze (liglitning), Böen, diesige Luft 
(mist) und Nimbus; im Frühling Nebel und allgemeine Bewölkung; im Sommer 
Nebel und im Herbst Regen. Als Minima zeigen sieh: im Winter Nebel; im 
Frühling Regen und Nimbus: im Sommer Blitze, Böen, Nimbus und allgemeine 
Bewölkung; im Herbst diesige Luft und allgemeine Bewölkung. 
Hinsichtlich der einzelnen Witterungszustände ist Folgendes zu bemerken: 
Blitze scheinou am häufigsten in der Nordostecke des Gebietes, iu der 
Nähe von dem Agulkas-Strome und über diesem selbst sich zu zeigen. 
Böen sind sehr allgemein, aber etwas häutiger an denjenigen Stellen an- 
zutroffen, wo sich warme und kalte Strömungen mit einander vermischen, als 
anderswo. Der geringere Procentsatz der in dem südlichen Theile des Gebietes 
beobachteten Böen kann möglicherweise davon herrühren, dais in den für die 
holländischen Logbücher vorgedruckten Köpfen die Erwähnung von Böen nicht 
speciell verlangt ist; und gerade die holländischen Seefahrer haben die meisten 
Beiträge zu den Beobachtungen für diesen südlichen Theil des Gebietes ge 
liefert, 
Regen ist am häufigsten iu dem südlichen und am seltensten in dem 
nördlichen Theile des ganzen Gebiets. Obgleich die Nordost- und Nordwest- 
Ecken des Gebiets in denselben Breiten und nahe der Südgrenze des SE-Passates 
liegen, ist die Regenmeuge in der Nordost-Eckc dreimal gröfser, als in der 
Nordwest-Ecke; dieser Unterschied rührt wahrscheinlich her von den entgegen 
gesetzten Yerhältnissen beider Gegenden, indem die erstere an der Westseite 
eines anticyklonischen Raumes (Stelle A am Diagramm pag. 9), die der andern 
an der Ostseite eines ähnlichen Raumes B liegt. 
Schnee fällt nur in den südlichen Tkeilen des Gebietes, nördlich von 
50° S-Br sogar das ganze Jahr hindurch. 
Diesige Luft ist sehr gleichmäfsig verbreitet, tritt aber am häufigsten 
auf in der Nähe der Agulkas - Bank, wo kaltes und warmes Wasser in Be 
rührung kommen. 
Nebel ist am meisten vorherrschend im südlichen Theile des Gebietes 
und trägt viel zu den Gefahren für den Seemann in denjenigen Gegenden bei, 
wo in gewissen Zeiten des Jahres Treibeis häufiger vorkommt; über 60 % der 
Angaben von Nebel fallen auf die Meerestheile südlich von 45° S-Br. 
Nimbus ist sehr häufig in der Nähe des Agulkas-Stromes. 
Himmelsbedeckung. Im Durchschnitt ist 62 % des ganzen Himmels mit 
Wolken bedeckt. Diese sind mit bemerkenswerther Gleichförmigkeit sowohl 
hinsichtlich des Ortes als der Jahreszeit vertheilt, doch sind sie in dem west 
lichen Theile des Gebietes weniger bemerkbar, als in den östlichen und mitt 
leren Theilen. 
Dünung. Die vorherrschende Richtung der Dünung oder des Seeganges 
ist in dom nördlichen und mittleren Theile de3 Gebietes aus SW und in dem 
südlichen aus West. Die iu dem nordöstlichen Theile des Gebietes vorherr 
schenden Winde wehen aus NE und sind von mäfsiger Stärke, deshalb mufs 
die Dünung aus SW den starken SW-Winden zugeschrieben werden, welche in 
dem südwestlichen Theile des Gebietes vorherrschen, sich aber nicht bis in den 
nordöstlichen Theil hinein erstrecken. 
Wettercharakteristik für bestimmte Gegenden dieses Gebietes. 
Man kann innerhalb des Gebietes zwischen 30° — 50° S-Br und 10—40° O-Lg 
vier natürlich begrenzte Gegenden mit scharf ausgeprägten Eigenthümlichkeiten 
der Witterung unterscheiden; diese sind: 
1. Der ri^Auis-Strom und seine Nachbarschaft, wo Gewitter und diesige 
Luft sehr häufig auftreten. 
2. Die Gegend der Vermischung von warmem und kaltem Wasser in der 
Nähe des Parallels von 40° Süd, wo Böen und Stürme sehr häufig sind. 
3. Die Nordost-Ecke des Gebietes, wo der warme, von dem Indischen 
Ocean her wehende Wind mit den kalten, aus südlicheren Breiten stammenden 
Winden zusammentrifft. Hier sind mehr Gewitter, als in irgend einem anderen 
Theile des Gebietes beobachtet worden, und die Stürme sind, obgleich sie hier
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.