(jj! Physische OceaiKigiapltie «tc. zwischen 30°—50 u S-Br umt 10°—40° Ü-Lg.
6. Wetter, Wolken und Zustand der See. Für die verschiedenen
Jahreszeiten ergiebt sich nach den vorhandenen Beobachtungen folgende allge
meine Vertheilung der Witterungszustände innerhalb des ganzen Gebietes.
Als Ma.vima treten auf: im Winter Blitze (liglitning), Böen, diesige Luft
(mist) und Nimbus; im Frühling Nebel und allgemeine Bewölkung; im Sommer
Nebel und im Herbst Regen. Als Minima zeigen sieh: im Winter Nebel; im
Frühling Regen und Nimbus: im Sommer Blitze, Böen, Nimbus und allgemeine
Bewölkung; im Herbst diesige Luft und allgemeine Bewölkung.
Hinsichtlich der einzelnen Witterungszustände ist Folgendes zu bemerken:
Blitze scheinou am häufigsten in der Nordostecke des Gebietes, iu der
Nähe von dem Agulkas-Strome und über diesem selbst sich zu zeigen.
Böen sind sehr allgemein, aber etwas häutiger an denjenigen Stellen an-
zutroffen, wo sich warme und kalte Strömungen mit einander vermischen, als
anderswo. Der geringere Procentsatz der in dem südlichen Theile des Gebietes
beobachteten Böen kann möglicherweise davon herrühren, dais in den für die
holländischen Logbücher vorgedruckten Köpfen die Erwähnung von Böen nicht
speciell verlangt ist; und gerade die holländischen Seefahrer haben die meisten
Beiträge zu den Beobachtungen für diesen südlichen Theil des Gebietes ge
liefert,
Regen ist am häufigsten iu dem südlichen und am seltensten in dem
nördlichen Theile des ganzen Gebiets. Obgleich die Nordost- und Nordwest-
Ecken des Gebiets in denselben Breiten und nahe der Südgrenze des SE-Passates
liegen, ist die Regenmeuge in der Nordost-Eckc dreimal gröfser, als in der
Nordwest-Ecke; dieser Unterschied rührt wahrscheinlich her von den entgegen
gesetzten Yerhältnissen beider Gegenden, indem die erstere an der Westseite
eines anticyklonischen Raumes (Stelle A am Diagramm pag. 9), die der andern
an der Ostseite eines ähnlichen Raumes B liegt.
Schnee fällt nur in den südlichen Tkeilen des Gebietes, nördlich von
50° S-Br sogar das ganze Jahr hindurch.
Diesige Luft ist sehr gleichmäfsig verbreitet, tritt aber am häufigsten
auf in der Nähe der Agulkas - Bank, wo kaltes und warmes Wasser in Be
rührung kommen.
Nebel ist am meisten vorherrschend im südlichen Theile des Gebietes
und trägt viel zu den Gefahren für den Seemann in denjenigen Gegenden bei,
wo in gewissen Zeiten des Jahres Treibeis häufiger vorkommt; über 60 % der
Angaben von Nebel fallen auf die Meerestheile südlich von 45° S-Br.
Nimbus ist sehr häufig in der Nähe des Agulkas-Stromes.
Himmelsbedeckung. Im Durchschnitt ist 62 % des ganzen Himmels mit
Wolken bedeckt. Diese sind mit bemerkenswerther Gleichförmigkeit sowohl
hinsichtlich des Ortes als der Jahreszeit vertheilt, doch sind sie in dem west
lichen Theile des Gebietes weniger bemerkbar, als in den östlichen und mitt
leren Theilen.
Dünung. Die vorherrschende Richtung der Dünung oder des Seeganges
ist in dom nördlichen und mittleren Theile de3 Gebietes aus SW und in dem
südlichen aus West. Die iu dem nordöstlichen Theile des Gebietes vorherr
schenden Winde wehen aus NE und sind von mäfsiger Stärke, deshalb mufs
die Dünung aus SW den starken SW-Winden zugeschrieben werden, welche in
dem südwestlichen Theile des Gebietes vorherrschen, sich aber nicht bis in den
nordöstlichen Theil hinein erstrecken.
Wettercharakteristik für bestimmte Gegenden dieses Gebietes.
Man kann innerhalb des Gebietes zwischen 30° — 50° S-Br und 10—40° O-Lg
vier natürlich begrenzte Gegenden mit scharf ausgeprägten Eigenthümlichkeiten
der Witterung unterscheiden; diese sind:
1. Der ri^Auis-Strom und seine Nachbarschaft, wo Gewitter und diesige
Luft sehr häufig auftreten.
2. Die Gegend der Vermischung von warmem und kaltem Wasser in der
Nähe des Parallels von 40° Süd, wo Böen und Stürme sehr häufig sind.
3. Die Nordost-Ecke des Gebietes, wo der warme, von dem Indischen
Ocean her wehende Wind mit den kalten, aus südlicheren Breiten stammenden
Winden zusammentrifft. Hier sind mehr Gewitter, als in irgend einem anderen
Theile des Gebietes beobachtet worden, und die Stürme sind, obgleich sie hier