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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Eine Fahrt auf dem Yang-tse-Kiang und die Beschreibung dreier Taifune, 167 
tiefster 757,0 mm beobachtet. Die Mittelwerthe der Lufttemperatur bezifferten 
sich für die drei Beobachtungsstunden auf bezw. 19,7°, 21,3° und 20,2° C. Im 
Ganzen schwankte die Temperatur der Luft zwischen 22,9° und 168° C. Die 
mittlere Temperatur des Flulswassers an der Oberfläche erwies sich um 0,5° 
geringer als die der Luft. Auf dem Ankerplatze wurde in den ersten Tagen ein 
auslaufender Strom von 2'% bis 3, in den letzten Tagen ein solcher von 
1 Knoten beobachtet. 
Nachdem am 27. Oktober um 4 Uhr nachmittags die für Shih-wui-yan 
bestimmte Ladung gelöscht war, lichteten wir am Morgen des 28. unsere Anker 
und dampften den Yang-tse-Kiang hinunter, um zunächst in Wuhu weitere Order 
entgegen zu nehmen. Um 11 Uhr vormittags passirten wir Kiu-Kiang, woselbst 
uns: der Zollbeamte verlief. In der Nacht vom 28, zum 29. wehte ein steifer 
Nordwestwind bei böigem, regnerischem Wetter, welches uns um 1 Uhr, durch 
seine große Unsichtigkeit zwang, die Fahrt zu unterbrechen und zu ankern. 
Unter denselben Witterungsverhältnissen wurde um 7!» Uhr morgens den 29. 
die Reise fortgesetzt und um 10 Uhr vormittags auf der Rhede von Wuhu 
geankert. Hier erhielten wir die Order, nach Wusung zu fahren, wir lichteten 
daher am nächsten Vormittage unsern Anker und dampften bei schönem klaren 
Wetter und leichter nordöstlicher Briese, die bald in Windstille überging, den 
Flufs abwärts. Um 1 Uhr morgens den 31. Oktober ankerten wir etwa 3 Sm 
oberhalb North Tree, um mit Tagesanbruch zwischen den Tonnen hindurchzu- 
fahren. Um 51% Uhr gingen wir weiter und um 11 Uhr ankerten wir aufserhalb 
der Barre von Wusung, Hier wurde uns die Order gegeben, nach Manila zu 
fahren. Am Nachmittage dampften wir nach Shanghai hinauf, um uns für die 
bevorstehende Reise mit Kohlen zu versehen. Nachdem dieses geschehen war, 
wurde die Reise nach Manila am Mittage des 2. November angetreten und am 
7. um 8 Uhr morgens beendet. Während unserer Anwesenheit in Manila und 
N der Rückreise nach Europa erlebten wir mehrere Stürme, deren Verlauf wie 
olgt war: 
6 Sturm am 13. November 1891 in Manila. Am 12. November war das 
Wetter schaurig bei leichtem Ostnordostwinde. Von der Signalstelle wurde 
gemeldet, dafs ein Taifun im Anzuge sei. Am Morgen des 13. war der Wind 
von NNW bis zur Stärke 3 aufgefrischt, bei drückender Luft und häufigen 
Regenschauern. Im Laufe des Nachmittags nahm der Wind unter heftigen 
Regenböen bis zum vollen Sturme zu. Es wurde Dampf aufgemacht, weil allem 
Anscheine nach sich die Meldung der Signalstelle bewahrheiten sollte. Um 
6 Uhr abends ließen wir den zweiten Anker fallen. Um 8 Uhr hatte der Wind 
aus der Richtung Nord die Stärke 10, begleitet von heftigen Regenschauern, Gegen 
Mitternacht lief er auf NE und nahm bis 8 ab, wobei es nur noch mitunter 
regnete. Hierauf holte der Wind, bis zu einer frischen Briese abnehmend, auf 
SEzE, dabei war das Wetter regnerisch. Auf Ost zurückdrehend, wehte am Abend 
des 14. nur noch ein ganz leichter Wind. ; 
Laut Bericht soll es im Süden der Philippinen schwer geweht haben. 
Nach dem Verhalten des Windes zu schliefsen, ist das Centrum des Sturmes in 
westlicher Richtung, in einem gröfseren südlichen Abstande an Manila vorbei- 
gezogen. Der an Bord .von „Africa“ beobachtete niedrigste Luftdruck betrug 
750,8 mm (red,), und zwar um 6 Uhr abends am 13. November, bei dem 
Winde NzW 9. 
Sturm am 16. November 1891. Nachdem am 15. November ein leichter 
Wind zwischen NE und NW bei schauerig bewölktem Himmel geweht hatte, 
fing es am Morgen des 16. abermals an zu stürmen. Schon während der voran- 
gegangenen Nacht traten heftige Regenschauer bei zunehmendem NzW-Winde 
auf. Um 6 Uhr morgens den 16. ließen wir den zweiten Anker fallen und 
machten, weil ein Taifun zu befürchten war, Dampf auf. Das Barometer fiel 
rasch und hatte um 7 Uhr einen Stand von etwa 750 mm (red.), als der Wind 
von NzW bereits die Stärke 8 erlangt hatte. Um 8 Uhr morgens trat der 
niedrigste beobachtete Luftdruck von 749,2 mm (red.)} ein, mit dem Winde N'/2W 
9—10, ganz bezogenem Himmel und starken Regenböen. . Bei zunehmender 
Stärke, während das Barometer beständig im Steigen begriffen war, holte der 
Wind in den Vormittagsstunden durch NE auf Ost. Von 12 Uhr mittags bis 
2 Uhr wehte ein orkanartiger Sturm, der seine Richtung auf SE veränderte.
	        
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