Das DHI In den Jahren 1972 und 1973
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Norwegen und der UdSSR wurde der Wasseraustausch, zwischen Nordmeer und
Nordatlantik untersucht. Ende 1973 führte „Meteor" luftchemische und luftelek
trische Messungen sowie Spurenstoffuntersuchungen im Nordatlantik und in der
Karibik aus, zum Teil als Beitrag zu einem Programm, das die weltweite Erfas
sung geochemischer Parameter im Ozean vorsieht; diese 3 2. Fahrt diente
außerdem der Erprobung neuentwickelter Meßgeräte für GATE (GARP Atlan
tic Tropical Experiment).
Zu Strommessungen, Sedimentuntersuchungen, zur Überwachung der Verschmut
zung und Radioaktivität des Meerwassers sowie zur Typenprüfung von Or
tungsfunkanlagen unternahm das Vermessungs- und Forschungsschiff „Gauß"
32 Fahrten in Nord- und Ostsee.
29 911 sm Lotungslinien liefen die Schiffe „Komet" und „Süderoog" in
Nord- und Ostsee ab, 1972 u. a. für die Vermessung des neuen Tiefwasserweges
in der Deutschen Bucht und für die Verbreiterung des Pentland-Weges. „A t a i r"
und , Wega" überprüften in den beiden Berichtsjahren 147 bekannte Wracke;
71 neue wurden gefunden, vor allem beim Absudien des Tiefwasserweges in der
Deutschen Bucht,
Das Seekartenwerk (etwa 1000 Karten) wurde weiter modernisiert und
laufend gehalten. Die Möglichkeit, Reproduktionsmaterial von Seekarten auszu
tauschen, wurde durch ein Abkommen mit Frankreich erweitert: Nun können
französische Karten der Biskaya und des Mittelmeeres nach geringfügigen Än
derungen als deutsche Seekarten nachgedruckt werden. 1973 wurde begonnen,
eine Serie von Loran-C-Karten für den Nordatlantik herauszugeben.
526 000 Seekarten und über 1 Million nautische Veröffentlichungen (Seebücher
und periodische Veröffentlichungen, vgl. Abschn. D. I.) wurden in den beiden
Berichtsjahren ausgeliefert.
Die etwa 70 deutschen Seebücher wurden durch Neuausgaben oder Nach
träge auf dem neuesten Stand gehalten. Neubearbeitet erschienen 1972 außer
dem die „Monatskarten für den Südatlantischen Ozean". Die wöchentlichen
„Nachrichten für Seefahrer" erschienen 1972 in einer Auflage von 4 500 und 1973
von 4 200 Stüde. Von freiwilligen Mitarbeitern auf See gingen wieder zahlreiche
nautische Berichte ein; vier besonders verdiente Mitarbeiter wurden mit der See
wartmedaille in Bronze ausgezeichnet.
Der Gezeiten-, Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst, der Eisdienst,
der Erdmagnetische Dienst und der Zeitdienst wurden in gewohnter Weise aus
geführt.
Seit dem 1, Januar 1972 wird den Zeit Signalen des DHI eine international
vereinbarte Atomzeit zugrunde gelegt. Diese nimmt sehr gleichmäßig zu und eilt
der Mittleren Greenwicher Zeit (MGZ) voraus, weil die Erdrotation sich verlang
samt. Die Zeitsignale werden jedoch von der MGZ, mit der ins Nautische Jahr
buch einzugehen ist, auf keinen Fall mehr als 0,7 Sekunden abweichen, da die
Zeitsignale etwa einmal jährlich um eine Sekunde zurückgestellt werden. Wann
das zu geschehen hat, entscheidet das Bureau International de l'Heure, Paris,
nach den astronomischen Zeitbestimmungen der nationalen Dienste.
Nach der Radarzentrale Cuxhaven und dem Schiffsmeldedienst in Hamburg er
halten jetzt auch die Radarzentralen Bremerhaven und Knock Vorhersagen der
Hoch- und Niedrigwasser ihrer Reviere. Die Vorhersagen werden zweistündlich