Moeller, F.: Über den Schutz von Ohronometern vor starken magnetischen Feldern usw. 59
man 1.des Ausschlages,. der ohne Eisenzylinder erzielt war, so ergibt sich daraus-ohne: weiteres, daß
das innere Feld} des äußeren ‘beträgt, der Schutzfaktor ist also 8. Ist ein einziges Feld nach seiner
Größe bekannt, so kann man. daraus alle anderen Felder berechnen.
$ 5. Als Modell konnte nur eine einfache Form in Frage kommen; gewählt
wurde der Zylinder (mit Boden und Deckel), weil seine Bearbeitung für den Mecha-
niker.die geringsten Schwierigkeiten bietet, und weil außerdem — wie schon er-
wähnt — die Chronometerbüchse nicht allzuweit von der Zylinderform abweicht.
Die so gewonnenen Resultate werden daher annähernd den wirklich auftretenden
Verhältnissen entsprechen, wie sich auch tatsächlich später ergab. .
Zwei Fragen sind es, die die Versuche zu beantworten haben, es ist fest-
zustellen: ;
1.
Die Abhängigkeit des Schutzverhältnisses von der Wandstärke und Art des
Materials. A ; I
Die Abhängigkeit des Schutzverhältnisses von der Lage des Panzergehäuses
im Felde. .
$ 6. Zur Lösung der ersten Frage wurden zwei zylindrische, oben und unten
geschlossene. Gehäuse hergestellt, von denen das eine aus weichem, geschweißtem
Schmiedeisen, das andere aus gewöhnlichem Gußeisen hergestellt war. Die Wand-
stärke beider Modelle betrug überall 25 mm, der innere (lichte) Durchmesser 98 mm,
die Höhe (ohne Deckel und Boden) 55 mm!). Beide Körper wurden stufenweise
(in Stufen von 2 mm) gleichmäßig abgedreht, bis die Wandstärke 1 mm betrug.
- Fig. 3. Fig, 2.
50 —
7140 -—
30
20 »
101
3
25 23 21 19 17 15 13 N 9
vn —> mm Wandstärke, .
Außeres Feld — Fa —= 3E.M.E.
T
5
> 710
=
Fig, 4,
50= }
WE
30
at
10.
) EN a
Achsenschnitt. Feld parallel Achse,
Zur Erläuterung der Bemerkungen in $ 4
ist die ballistische Spule s perspektivisch
eingezeichnet.
dl = EA =
25 23 21 29 17 15 123.11 9 7 5 8
-—> mm Wandstärke,
Außeres Feld — Fa — 1I2E.ME.
Für jede Stufe wurde das Schutzverhältnis bestimmt. Aus Gründen, die in $ 7
näher angegeben werden sollen, sind die Messungen nur für eine einzige Zylinder-
stellung ausgeführt, und zwar so, daß die Kraftlinien des Feldes parallel der Zylinder-
achse verlaufen (Fig. 2). Das Wesentliche der Resultate ist in zwei Diagrammen
wiedergegeben, von denen Fig. 3 bei.einer Feldstärke von 3 E.M.E., Fig. 4 bei einer
solchen von 12 E.M.E. aufgenommen wurde; im übrigen sind die Versuchsdaten
beider Kurven die gleichen. Es sind die Schutzverhältnisse als Funktion der (ab-
nehmenden) Wandstärke aufgetragen, die Kurven a geben die Resultate an
Schmiedeisen, die Kurven b die Resultate an Gußeisen wieder. Gemeinschaftlich
ist beiden. Eisensorten, daß für die höhere Feldstärke (12 E.M.E.) das Schutz-
verhältnis größer ist als für die kleinere (3 E.M.E.), was beim Schmiedeeisen mehr
1) Die Abmessungen entsprechen dem lichten Querschnitt der Chronometergehäuse der Firma
Lange- Glashütte, die einige der Versuchsmodelle in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte.