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die beladenen Fahrzeuge bei Hochwasser so nahe als möglich an Land gebracht
werden, um dann, nachdem sie trocken gefallen sind, zu löschen. Trotzdem
existirt ein reger Verkehr vermittelst einheimischer Dschunken, und ist der ein-
heimische Handel ein sehr reger. In dieser Beziehung steht die Hauptstadt,
Sitz des ersten Mandarins, von Hainan, gegen Hoihow sehr bedeutend zurück.“
2. Pakhoi.'!) „Der Hafen von Pakhoi wird durch eine weite und tiefe
Bucht gebildet, die aber nur eine schmale Rinne hat, welche für Schiffe Wasser
genug enthält, um bis zur Stadt vorzudringen. Die Südseite dieser Bucht wird
durch eine Landzunge gebildet, auß deren westlichster Spitze sich eine Hügel-
reihe erhebt, die schon sehr weit, in 15 Sm Abstand, einer Insel gleich, nach
See zu sichtbar war, und die eine sehr gute Landmarke abgiebt. Die nach
Pakhoi bestimmten Schiffe müssen um dieses Vorgebirge herumsteuern und können
auf dasselbe zusteuern, sobald es in Sicht kommt; sie dürfen es jedoch nicht näher
als in 2 Sm Abstand passiren, da besonders im Süden und später, zwischen der
zweiten und dritten Landzunge, Bänke weit von Land aus sich erstrecken. Für die
Ansegelung sind keine genauen Angaben zu machen, da keine Objekte zum Peilen
vorhanden sind, denn än der B. B.-Seite ist kein Land zu sehen. Der an Bord
befindliche chinesische Lootse richtet sich nur nach den Lothungen. In dem
tiefen Kanal wurden bis zur Ankerstelle nicht weniger als 5m Wasser gefunden.
In der Mitte des Kanals erstrecken sich von der Halbinsel aus Fischerstöcke,
die an St. B. gelassen und so nahe als möglich passirt werden müssen, da
gleich links von denselben, in einem Abstand von etwa 1 Kblg, weit ausgedehnte
Bänke beginnen, welche den Ankerplatz gegen Nordwinde schützen. Nach
diesen Bänken hin nimmt die Tiefe des Fahrwassers sehr schnell ab. Nachdem
man die Fischerstöcke passirt hat, ist der Kurs 0zS, und muss man nur ankern,
sobald die Wassertiefe dem Tiefgang des Schiffes entspricht, denn von den
Fischerstöcken ab nimmt die Wassertiefe des Kanals langsam und gleichmässig
ab. Das Kanonenboot ankerte ungefähr 1 Sm westlich von dem Eingange der
Bucht, die parallel mit der Stadt Pakho: zwischen dieser und der Küste sich
hinzieht. Der Ankergrund ist sehr gut, harter Schlick und Sand. Schiffe waren,
ausser einer grossen Anzahl Dschunken, nicht vorhanden und sollen auch nicht
hinkommen. Jedoch wird behauptet, dass Pakhoi, des reichen Hinterlandes
wegen, noch eine grosse Zukunft vor sich habe.“
3. Haiphong?) in Annam. „Die oben erwähnte französische Nieder-
lassung besteht aus einem grossen Wohnhause des französischen Konsuls,
Janeben die Bureaus desselben. Dann folgen mehrere Häuser, in denen Offiziere
and Beamte wohnen, einige Magazine für Proviant und Schiffsausrüstung, ferner
zwei Kasernen, von denen die eine, für 100 Soldaten, dem Fluss, und die
andere ebenso grosse, für Matrosen, dem Graben zugekehrt ist,
Die ganze Umgegend von Haiphong scheint schr fruchtbar zu sein; der
Boden ist gut und erzeugt jährlich drei Reisernten; auch sollen in den nahen
Gebirgen Kohlen vorkommen. Gegenwärtig ist schon eine bedeutende deutsche
Schifffahrt auf Haiphong.“
!) Vgl, „Ann, d, Hydr. etc“, 1876, pag. 517; 1877, pag. 236.
?) Vol. „Ann. d, Hydr. etc“, 1876, pag. 511.