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Die Gezeitenströme im Nahfeld von Helgoland
Alle in Tabelle 1 aufgeführten Strömungszeitserien wurden der oben beschriebenen
Gezeitenstromanalyse unterzogen. Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse in graphischer
und tabellarischer Form findet sich für jede Zeitserie in Anhang A. Mit Ausnahme der
Positionen I und J wurde auf allen Position in mindestens 2 Tiefen gemessen. Dabei erstreckt
sich der hier als „oberflächennah" bezeichnet Bereich auf Messtiefen zwischen 6 und 13 m.
Der „bodennahe“ Bereich umfasst Messtiefen zwischen 14 und 50 m, was einem Boden
abstand zwischen 1 und 5 m entspricht.
Trägt man für eine Position die 13 Stromvektoren von 6 h vor bis 6 h HW jeweils von
der Messposition ausgehend auf, erhält man als Gezeitenstromfigur eine sogenannte
„Gezeitenstromspinne“. In den Karten der Abbildungen 3 bis 6 sind die Gezeitenstrom
spinnen getrennt für Spring- und Nipptide und für den Oberflächen- und bodennahen Bereich
aufgetragen. Ein Vergleich mit der in Abb. 1 dargestellten Topographie zeigt, dass die
Hauptachsen der Gezeiten ströme in den meisten Fällen parallel zu den Tiefenlinien aus
gerichtet sind. Im oberflächennahen Bereich ist der Gezeitenstrom überwiegend alternierend,
d.h„ es gibt im Prinzip nur jeweils eine Richtung für den Flut- und eine für den Ebbstrom,
was zu einer fast linearen Gezeitenstromfigur führt. Zu einer leichten Auffächerung der
Gezeitenspinnen kommt es an den Positionen A - D und auf der Position J.
Im bodennahen Bereich sind die Stromfiguren an den Positionen A, D, H und M etwas
mehr aufgefächert als an der Oberfläche, während sie and den Positionen B und C entlang der
Nordost-Kante der Helgoländer Riffs an der Oberfläche starker aufgefächert sind.
Mittelt man die Beträge der stündlichen Stromgeschwindigkeiten für die Spring- und
Nipptide, erhält man eine mittlere Spring-, bzw. Nippgeschwindigkeit. Diese Werte sind
zusammen mit den maximalen Flut- und Ebbströmen zur Spring- und Nippzeit und deren
Eintrittszeit bzgl. des HW in Helgoland in Tabelle 2 aufgeführt. Ferner ist das Nipp-Spring-
Verhältnis 2 (NSV) in Prozent aufgefühlt. Die Beziehungen zwischen den mittleren Spring-
und Nippgeschwindigkeiten und den maximalen Flut- und Ebbströmen werden in den
nachfolgenden Abschnitten diskutiert.
NSV = (mittlere Nippgeschwindigkeit / mittlere Springgeschwindigkeit) x 100