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Gerät auch die Vertikalkomponente der Strömung erfasst. Bei dieser Messung handelt es sich
um eine Volumenmessung innerhalb der 4 Schallkegel. Das Volumen wird durch die Binhöhe
und die mit zunehmendem Abstand vom Transducer zunehmende Strahlaufweitung des
Schallkegels bestimmt.
Die Rohdaten der Aanderaa-Strommesser müssen nach Bergung der Geräte in
physikalische Einheiten umgerechnet werden. Für jedes einzelne Gerät stehen individuelle
Kalibrationsdaten zur Verfügung. Kompass, Geschwindigkeits- und Drucksensoren werden
beim BSH in regelmäßigen Abständen im Labor neu kalibriert. Für die Sentinels ist eine
Kalibrierung nicht erforderlich, die Daten werden direkt in physikalischen Einheiten
ausgegeben. Die Genauigkeit der Strömungsmessungen liegt im Bereich von ±1 cm/s.
Bei den eingesetzten Pegeln handelt es sich um Aanderaa Water Level Recorder vom
Typ WLR7, die den Druck der Wassersäule über einen druckkontrollierten 36-40 kHz Quarz
oszillator mit einer Genauigkeit von etwa 1 cm messen. Auch hier müssen die Daten
nachträglich in physikalische Einheiten umgerechnet und die Drucksensoren regelmäßig im
Labor überprüft werden. Nach Aufbereitung der Pegeldaten wurde zusätzlich eine Korrektur
anhand der Luftdruckdaten der Station Helgoland des Deutschen Wetterdienstes durchgeführt,
da sich der vom Drucksensor registrierte Druck aus dem Druck der Wassersäule und dem
ebenfalls zeitlich variierenden Luftdruck zusammensetzt. Alle Druckwerte wurden auf einen
konstanten atmosphärischen Druck von 1013 hPa korrigiert.
Das Verfahren der Gezeitenstromanalyse
In der Deutschen Bucht entspricht die halbtägige Gezeitenwelle dem Typ einer
stehenden Welle mit geringem Gezeitenstrom zu den Hoch- (HW) und Niedrigwassem (NW)
und stärkerem Strom während der Flut- und Ebbphasen. Bei einer derartigen Welle ist die
Stärke des Gezeiten Stroms abhängig vom lokalen Tidenhub [Horn (1942), Mittelstaedt et al.
(1983)]. Im Rahmen unserer Untersuchung diente der vom WSA Tönning betriebenen Hafen
pegel in Helgoland als Bezugspegel, d.h., die im Umfeld von Helgoland gemessenen
Strömungen werden zu den dort beobachteten Tidenhüben und HW-Zeiten in Beziehung
gesetzt. Der schematische Ablauf der Gezeiten Stromanalyse läuft wie folgt: