Schwacher Eiswinter an
deutschen Küsten
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Laut Deutschem Wetterdienst war der Winter
2023/24 der 13. Winter in Folge, in dem die
Lufttemperaturen an den deutschen Küsten
über dem Durchschnitt lagen. Diese Entwick-
lung ist eine direkte Folge des Klimawandels
Jnd beeinflusst die Eisbildung. Trotz drei kurzer
Kälteperioden im Dezember 2023 und Januar
2024 bildete sich Eis nur in küstennahen,
geschützten Gebieten. Die Schifffahrt blieb
weitgehend unbeeinträchtigt.
in der deutschen Nordsee gab es nur geringfü-
gige Eisbildung bei den Nordfriesischen Inseln.
Bei Sylt wurde an insgesamt sieben Tagen Eis
oeobachtet. Seit 1897 gab es 18 Winter mit
kaum Eisbildung, während 109 Winter stärkere
Eisbedingungen aufwiesen. Der letzte starke
Eiswinter an der deutschen Nordseeküste war
1996.
An der deutschen Ostsee bildete sich in
geschützten Gebieten entlang der gesamten
Küste Eis, insbesondere an der Schlei und im
Peenestrom. Die maximale Eisdicke betrug
sechs Zentimeter im Peenestrom, wo es ins-
gesamt 26 Eistage gab. Seit 1879 waren an deı
deutschen Ostseeküste 21 Winter schwächer
und 124 Winter stärker.
Satellitendaten zeigen zuverlässig die Eis-
bedeckung, jedoch nicht die Eisdicke. Daher
sind rund 80 Eisbeobachterinnen und Eisbeob-
achter im Einsatz, um an etwa 120 Stationen
entlang der Küste die Eigenschaften des Eises
zu prüfen. Auf dieser Grundlage erstellt der
Eisdienst beim BSH wöchentliche Eiskarten und
veröffentlicht den täglichen Eisbericht, um die
Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
„Am 12. Februar 2024 erreichte die maximale
Eisausdehnung in der gesamten Ostsee 123.000
Quadratkilometer. Das entspricht fast 3,5 Mal
der Fläche Baden-Württembergs. Das war
immerhin mehr als in den letzten fünf Jahren.
Dennoch handelt es sich dabei um einen
schwachen Eiswinter‘; erklärt Dr. Jürgen Holfort,
Leiter des BSH-FEisdienstes.
Satellitenbild der eisigen Ostsee um die deutsche Insel Rügen im Februar 2011. Die weißen Linien, die das
eisbedeckte Wasser durchschneiden, stammen von Eisbrechern und anderen Schiffen. Solche Eisbedingungen
sind heute an den deutschen Küsten selten. (Quelle: JAXA, ESA)
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