accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2024

Wie Schiffe zukünftig die 
Luftqualität beeinflussen 
Alternative Treibstoffe können andere Treib- 
hausgase als Kohlenstoffdioxid sowie Luft- 
schadstoffe freisetzen. Diese belasten Klima, 
Mensch und Umwelt. Die Schadstoffe verbrei- 
ten sich weit in der Luft und gelangen durch 
Regen ins Meer und auf das Land. Dennoch 
werden Schiffe künftig die Luft weniger belas 
ten, wie die Studie „SeAir“ zu Auswirkungen 
der schifffahrtsbedingten Emissionen im Auf- 
trag des BSH zeigt. 
Ein Team des Helmholtz-Zentrums Hereon 
untersuchte, wie Schiffe 2015 die Luftqualität 
und den Schadstoffeintrag in deutschen Küs- 
tengebieten beeinflussten. Basierend darauf 
erstellte das Team verschiedene Zukunftssze- 
narien: Wie entwickelt sich die Schiffsflotte? 
Wie ändert sich der Treibstoffmix? Welche 
Regelungen gelten für Schiffe? Das Team hat 
sich in der Studie für einen Treibstoffmix ent- 
schieden, der hauptsächlich auf Flüssiggas und 
Ammoniak setzt, um die Kohlenstoffdioxid- 
emissionen der Schifffahrt bis 2050 um die 
Hälfte zu reduzieren. 
BSH-Projektleiter Dr. Torben Kirchgeorg 
betont: 
„Zukunftsszenarien für 2040 und 2050 
zeigen, dass die Schifffahrt ihren Beitrag 
zur Reduzierung von Stickoxid- und Schwe- 
‘elemissionen durch alternative Treibstoffe, 
technische Lösungen und gesetzliche 
Regelungen leisten kann. Die Einführung 
klimafreundlicher Treibstoffe könnte jedoch 
neue Herausforderungen mit sich bringen.“ 
Dazu zählen die Freisetzung von Treibhausga- 
sen wie Methan und Lachgas sowie von Luft- 
schadstoffen wie Ammoniak und Feinstaub. 
Ammoniak als Treibstoff könnte zu partikulä- 
rem Ammoniumnitrat und erhöhten Feinstaub- 
konzentrationen führen. Weniger Stickoxide 
könnten weniger bodennahen Ozonabbau 
bedeuten, was die Ozonkonzentrationen in 
Hafenstädten steigen lässt. Die Ergebnisse 
zeigen, dass die Schifffahrt ihren Beitrag zum 
Klima- und Umweltschutz leisten kann. 
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 
berechneten die Emissionen der wichtigsten 
Gase und Partikel von Schiffen. Sie verknüpf- 
ten diese mit Landemissionen und speisten 
die Daten in ein Chemietransportmodell ein, 
Jm die Konzentrationen und Ablagerungen 
von Schadstoffen zu ermitteln. Abschließend 
modellierten sie die Verteilung der Luftschad- 
stoffe mit und ohne Schiffe, um deren Einfluss 
zu bestimmen. 
Eine bekannte Reederei nutzt bereits heute Hybrid- 
Fähren, die deutlich weniger Emissionen verursachen 
als herkömmliche Fähren. Das Hybridsystem funktio- 
niert ähnlich wie bei Hybridautos, indem es Benzin 
oder Diesel mit Strom kombiniert. 
(Quelle: Lisett Kretzschmann)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.