Schiffslärm dominiert unter Wasser
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Unterwasserlärm
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in der Nordsee
In der Nordsee ist es besonders laut unter Was-
ser in der Nähe von Schifffahrtsrouten, zeigt
eine internationale Studie unter Leitung des
BSH. Die Studie beruht auf gemeinsamen Mes-
sungen der Nordseeanrainerstaaten an 19 Sta-
tionen. Die Ergebnisse dienen als Referenz für
zukünftige Messungen und Bewertungen. Das
Ziel: effektive Maßnahmen entwickeln, damit
es in der Nordsee leiser wird.
Der Unterwasserlärm am Boden ist der Studie
zufolge in der Nähe von Schifffahrtsrouten wie
dem Ärmelkanal und der südlichen Nordsee
am stärksten, während er in tieferen Bereichen
der nördlichen Nordsee, vor Schottland und
Norwegen, am geringsten ausfällt. Unter-
schiedliche Geräuschkulissen an verschiedenen
Stationen lassen sich durch Faktoren wie Ver-
kehrsaufkommen, Wassertiefe und vorherr-
schende Umweltbedingungen erklären.
Die Studie aus dem Interreg-Projekt JOMO-
PANS bildet die Basis, um Unterwasserlärm
großflächig zu erfassen und zu bewerten. Sie
kombiniert direkte Messungen mit numeri-
schen Modellen und liefert so ein umfassen-
des Bild des Lärms. Diese Erkenntnisse sind
gefragt, denn die Europäische Union betrach:
tet Unterwasserlärm als einen Indikator für
den Zustand der Meere. Jens-Georg Fischer,
Projektleiter am BSH, betont:
„Die Nordsee gehört zu den am stärksten
befahrenen Seegebieten und wird zuneh-
mend für die Energiegewinnung genutzt.
Die standardisierte Erfassung des Unterwas-
serlärms in der gesamten Nordsee ermög-
licht eine umfassende Bewertung der
Belastungen und die gemeinsame Entwick-
lung von Maßnahmen zur Lärmreduzierung.
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BSH-Mitarbeiter haben mit Tauchern erfolgreich
ain Unterwassermikrofon in der Nordsee installiert.
'm JOMOPANS-Projekt koordinierte das BSH die
Messungen und Auswertungen der zwölf Projekt-
aartner und führte eigene Messungen an drei
Stationen in der Deutschen Bucht durch.
(Quelle: Daniel Makurat)
Nach erfolgreichem Abschluss des Projekts,
startete 2024 das Folgeprojekt DEMASK. Ziel
ist es, verschiedene Akteure aus Schifffahrt,
Offshore-Industrie und Raumplanung für das
Thema Unterwasserlärm zu sensibilisieren.
Zusammen entwickeln sie Zukunftsszenarien
für die Nordsee, führen Risikobewertungen
durch und untersuchen die Auswirkungen auf
die Meeresumwelt unter Berücksichtigung von
Schwellenwerten. Denn nur durch gemeinsa-
mes Handeln kann die Nordsee leiser werden.
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