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Full text: Jahresbericht 2024

Überschwemmungen 
EN 
MB 
Küstenschutz 
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Frühwarnsystem 
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Bevölkerungsschutz 
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(2) 
Was sind die Folgen? Eine Sturmflut kann durch Überflutungen erhebliche Schäden verursachen. In seltenen 
Fällen evakuieren Behörden Hafenbereiche und bewohnte Gebiete. Deiche, Dämme und Fluttore schützen 
neutzutage gefährdete Küstenbereiche - auch um die Strom- und Wasserversorgung sowie die Kommunika- 
tion zu sichern. Eine Sturmflut beeinflusst zudem die Seeschifffahrt, den Tourismus sowie die küstennahe 
Industrie und Landwirtschaft. 
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„Ursula“ war anders als die meisten Sturmflu- 
ten, nicht nur wegen des Auftretens im Hoch- 
sommer. „Die Gezeiten waren an diesem Tag 
relativ hoch“, erzählt Lindenthal, „wir hatten 
as mit einer Spring -Tide zu tun, also einer Tide 
mit einem relativ großen Tidenhub. Es braucht 
bei dieser Lage nicht viel Wind, damit es zu 
ainer Sturmflut kommt.“ Ab 1,5 Meter über dem 
mittleren Hochwasser spricht das BSH von 
ainer Sturmflut an der Nordsee, ab 2,5 Meter 
von einer schweren Sturmflut, ab 3,5 Meter von 
einer sehr schweren Sturmflut. 
Am 23. August 2024 war es an der deutschen 
Nordseeküste wie auch in anderen Urlaubsre- 
gionen Deutschlands voll, in zehn Bundeslän- 
dern waren noch Sommerferien. Kein Wunder 
also, dass touristische Betriebe wie etwa Cam- 
pingplätze umso genauer die Vorhersagen für 
Wetter, Wasser und Wind im Auge hatten. 
‚An diesem Tag rief unter anderem ein 
Strandkorbbetreiber aus St. Peter Ording 
an, der wissen wollte, ob er seine 200 
Strandkörbe in Sicherheit bringen musste‘ 
sagt Lindenthal, die bereits seit zwölf Jahren 
am BSH ist. Sie teilte ihm mit: Der Höchststand 
der Sturmflut war erst am späten Nachmittag 
gegen 17.00 Uhr in St. Peter Ording zu erwar- 
ten. Damit hatte er noch ausreichend Zeit, Vor- 
kehrungen zu treffen. 
Der Freitag entwickelte sich aufgrund des 
Naturereignisses ungewöhnlich. 
Tage zuvor kletterte das Thermometer an der 
deutschen Nordsee noch auf bis zu 24 Grad 
tagsüber, der Wind wehte eher schwach. Dann 
kippte die Wetterlage und die Spring-Tide 
gesellte sich dazu, die Windstärke stieg auf 
den Wert 6 Beaufort, die Temperatur sank auf 
18 Grad. 
In der Folge schwappte das Nordseewasser am 
Pegel Husum an die Markierung von 2,5 Meter 
über dem mittleren Hochwasser heran. „Als 
Wissenschaftlerin muss man genau analy- 
sieren, abwägen, Modelldaten prüfen, sein 
eigenes Erfahrungswissen einbringen“, erklärt 
Karina Stockmann. „Wir haben eine große Ver- 
antwortung: für die Schifffahrt, die Wirtschaft, 
den Tourismus, aber ganz vor allem für die 
Bevölkerung“, sagt Stockmann. Würde es Öfter 
zu Fehlwarnungen kommen, dann würde die 
Bevölkerung die Warnungen irgendwann nicht 
mehr ernst nehmen. 
Ihre Kollegin Lindenthal ging an diesem Tag 
zunächst zum Deutschen Wetterdienst, Nach- 
bar des BSH am Hamburger Dienstsitz. 
Die persönliche, meteorologische Beratung ist 
fester Bestandteil in jeder Schicht, damit ein- 
schätzbar ist, ob sich die Wetterlage schnell 
ändern kann oder beständig ist. Zurück im 
Büro war Lindenthals Kollege Timo Klein da, 
der die Anrufe von Medien und der Bevölke- 
rung beantwortet. Lindenthal bringt die Vor- 
hersagen der Meteorologen mit den Ergeb- 
nissen der BSH-eigenen Modellrechnungen
	        
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