Am 23. August 2024 gab es an der Nordsee eine Sommersturmflut. Hier ein Eindruck aus St. Peter Ording.
(Quelle: Leonie Grundke)
Sie ist Geophysikerin, ihre Kolleginnen und Kol-
legen des Dienstes kommen aus den Diszipli-
nen Astrophysik, Mathematik, Ozeanographie
und Meteorologie. „Vier Tage zuvor hatte der
Deutsche Wetterdienst uns schon informiert, so
konnten wir einen Tag vor dieser Sturmflut eine
Vorabinfo herausgeben“, sagt Lindenthal.
Sturmfluten haben immer mehr als nur eine
Ursache. Sie hängen entscheidend mit der
Windstärke, der Windrichtung und vor allem
dem Wasserstand zusammen: Die Windver-
hältnisse beeinflussen die Wasserstände ent-
lang der deutschen Nordseeküste erheblich.
Sie wirken verstärkend oder abschwächend.
Eine der Aufgaben des BSH ist der Betrieb
des Wasserstandsvorhersagedienstes der
deutschen Küsten, so steht es im Seeaufga-
bengesetz. Zudem ist der Dienst als kritische
Infrastruktur gelistet. Damit ist das BSH ver-
poflichtet, jederzeit Vorhersagen mit hoher
Genauigkeit und Ausfallsicherheit zur Ver-
Fügung zu stellen. Darin haben das BSH und
seine Vorgängerinstitute reichlich Übung: Im
Jahr 2024 ist der Sturmflutwarndienst Nord-
see bereits seit 100 Jahren tätig.
Viermal täglich sagt das BSH die Wasser-
stände für die nächsten 24 Stunden an fest-
gelegten Orten der Nordsee voraus. Die Vor-
hersagen geben Zeit und Höhe des erwarteten
Wasserstandes an. Sie basieren auf Pegelbe-
obachtungen, Windmessungen und -vorhersa-
gen sowie den Ergebnissen eines operationel-
len Modellsystems.
„Die darauf basierenden Warnungen verbrei-
tet das BSH in der Regel mindestens zwölf
Stunden vor dem Eintreten der Sturmflut über
Internet, Rundfunk und Warn-Apps“, sagt
Karina Stockmann, Referatsleiterin Gezeiten,
Wasserstandvorhersage- und Sturmflut-
warndienst Nordsee. Interessierte können
auch kostenpflichtige Warnungen telefonisch
erhalten. Im Falle einer Sturmflut ist der Vor-
hersagedienst rund um die Uhr besetzt und
telefonisch erreichbar.
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