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Full text: Jahresbericht 2024

Zu Gast: Dr. Peter Tschentscher, 
Hamburgs Erster Bürgermeister 
In der Rubrik „Zu Gast“ geben Externe mit Interviews und Beiträgen ihre Sichtweisen auf das 
BSH und seine Aufgaben wieder. Dieses Jahr spricht Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter 
Tschentscher anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Sturmflutwarndienst für die Nordseeküste über 
den Ausbau der Deiche, die Sicherheit der Schifffahrt und moderne Behörden. 
Um die Folgen von Sturmfluten abzumildern, 
sind der Ausbau und die Verstärkung der Dei- 
che essenziell. Welche Schutzmaßnahmen 
sind aktuell geplant und welche halten Sie für 
notwendig, um Hamburg noch widerstands- 
fähiger zu machen? 
Der BSH-Sturmflutwarndienst schützt seit 
100 Jahren Menschen und Güter an der Nord- 
see. Mit einer Ausstellung wurde dieses beson- 
dere Jubiläum im September 2024 im BSH 
gefeiert. Die Ausstellung eröffnete, neben dem 
BSH-Präsidenten Helge Heegewaldt, Ham- 
burgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. 
Tschentscher weiß, dass für Hamburg und die 
gesamte Nordseeküste die Sturmflutwarnung 
Jnverzichtbar ist. Zusammen mit modernem 
Deichbau und effektivem Katastrophenschutz 
schützt sie die Menschen und wirtschaftlichen 
Werte im Norden. Er dankte dem BSH für sein 
zuverlässiges, professionelles und hanseatisch 
Jnaufgeregtes Wirken in den vergangenen 
100 Jahren und für die gute Zusammenarbeit 
mit der Stadt Hamburg. 
Tschentscher: Hamburg wird heute von über 
100 Kilometer Deichen geschützt. Der Senat 
investiert jedes Jahr bis zu 30 Millionen Euro 
in den Flutschutz. Seit der Sturmflut 1962 wur- 
den die Deiche von 5,70 Meter auf mittlerweile 
7,50 Meter bis über 9 Meter erhöht. Bei der 
Entwicklung neuer Stadtteile wie der Hafen- 
City oder dem Grasbrook wird ein umfassender 
Hochwasserschutz sichergestellt. In sturmflut- 
gefährdeten Gebieten wird die Bevölkerung 
regelmäßig mit Merkblättern darüber infor- 
miert, welche Bereiche überschwemmt werden 
können, welche Warnungen es gibt, wo sichere 
Orte sind und über welche Telefonnummer 
Notfälle gemeldet werden können. 
Das BSH ist die maritime Behörde Deutsch- 
lands und bedient Schifffahrtsthemen, setzt 
sich für eine nachhaltige Meeresnutzung 
und Umweltschutz ein. Klimabeobachtungen 
gehören ebenfalls zum Aufgabenportfolio. 
Der Meeresspiegel steigt, Extremwetter- 
ereignisse werden häufiger. Welche langfris- 
tigen Strategien plant Hamburg, um diesen 
Herausforderungen zu begegnen? 
Tschentscher: Hamburg hat einen ambitio- 
nierten Klimaplan, um die CO„-Emissionen in 
allen Sektoren systematisch zu senken. Unter 
anderem unterstützen wir die Schifffahrt bei 
der Verringerung von CO>-Emissionen. Hamburg 
wird der erste große Seehafen Europas sein, 
der an allen großen Container- und Kreuzfahrt- 
terminals Landstrom anbietet. Wir beteiligen 
uns auf internationaler Ebene daran, Standards 
für die Nutzung grüner Kraftstoffe zu setzen, 
und fördern die Entwicklung der Wasserstoff- 
wirtschaft - unter anderem mit dem Anschluss 
der Hamburger Industrieunternehmen an ein 
Wasserstoff-Verteilnetz und dem ersten deut- 
schen Importterminal für grünes Ammoniak. Auf 
Extremwetterereignisse reagieren wir zum Bei- 
spiel mit einem Strukturplan Regenwasser, der 
Sründächer, die Entsiegelung von Flächen und 
neue Entwässerungskonzepte vorsieht. 
Sie erwähnten in Ihrer Rede zum 100. Jubi- 
läum des Sturmflutwarndienstes, welche 
Bedeutung die systematische Sturmflutwar- 
nung für Hamburg hat. Welche Aspekte sehen 
Sie als besonders wichtig für Hamburg, die 
Menschen und die Wirtschaft in der Stadt? 
Tschentscher: Die Wasserstandvorhersage und 
Sturmflutwarnung des BSH schützen Menschen 
und wirtschaftliche Werte - in Hamburg und 
an der gesamten deutschen Küste. Die Daten 
des BSH bilden zudem die Grundlage für eine 
stetige Weiterentwicklung des Hochwasser- 
schutzes, der sich an neue Wasserstände und 
Umweltbedingungen anpassen muss. 
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