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Full text: 25: Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht vornehmlich dargestellt auf Grund der vorliegenden Unterlagen über Temperatur, Salzgehalt und Dichte

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Abb. 23c: Temperaturverteilung [°C] an der Oberfläche während der „Poseidon'-Fahrt im April/Mai 1936 
(03.-05. 5. 1936) 
In den Sommermonaten hat die Erwärmung des Oberflächenwassers ihren Höhepunkt erreicht. Der Monat Au 
gust zeigt das Maximum des Temperaturjahresganges in der Deutschen Bucht. In den Monaten Juli und August 
sind keine Kaltwasserinseln mehr beobachtet worden. Die Isothermen des Oberflächenwassers laufen mehr oder 
weniger der Küstenlinie der Deutschen Bucht parallel. Im August sind im großen und ganzen gesehen, die thermi 
schen Unterschiede zwischen den beiden friesischen Küstengebieten verschwunden. Zorell (16) stellte auf Grund 
seiner analytischen Untersuchung im Juli 1921 eine für die hydrographischen Verhältnisse der Deutschen Bucht 
seltene Erscheinung fest. Die Elbe zeigte zu dieser Jahreszeit geringe Abflußmengen in die Bucht. Eine Verzöge 
rung der Frühjahrserwärmung (anscheinend Frühsommer gemeint! D. Verf.) trat ein. Bei Sylt wurde relativ kaltes 
Wasser angetroffen. Dieses soll auf Grund der derzeitigen Windverhältnisse (NW bis NNW 4 bis 5) auf einen 
Stromzweig kälteren und salzreicheren Nordseewassers, welcher „von NW her gegen die Fanö-Bucht zwischen 
Horns Riff und List drängte und von hier längs der Küste südwärts bis zu den Gründen nördlich der Elbmündung 
setzte“, zurückzuführen sein. Das schwachsalzige Wasser vor der Elbmündung soll gleichzeitig nach Süden ge 
drängt worden sein. Da der zu dieser Zeit geringe Elbeabfluß keine nennenswerte Bewegungskomponente von Sü 
den zuließ, trat der für die Deutsche Bucht seltene Fall ein: „eine längs der nordfriesischen Küste nach Süden set 
zende Wasserbewegung“ (Zorell). Ob diese einmalige oder nur selten auftretende hydrographische Erscheinung 
vor der nordfriesischen Küste mit den von geologischer Seite (s. Gripp (40) S. 41, IV, 9 u. 25) gewonnenen Er 
kenntnissen über örtliche Gegenströme in diesem Küstengebiet (nach Gripp: „So überwiegt von Westerland gegen 
Süden eine Südströmung“ oder „von Sylt nach Süden gerichtete Küstenströmung“) in Verbindung zu bringen ist, 
soll hier nicht weiter untersucht, wohl aber zur Diskussion gestellt werden. Während des Spätsommers, im Monat 
September, tritt bereits eine Abkühlung des Oberflächenwassers ein. Diese Abkühlung geht anscheinend zuerst 
und auch am stärksten vom Festland aus und greift auf die Deutsche Bucht über. Wahrscheinlich macht sie sich an 
der nordfriesischen Seite zuerst bemerkbar, so daß von dieser Zeit ab wieder thermische Gegensätze zwischen den 
beiden friesischen Küstengebieten eintreten. Da die Abkühlung des Oberflächenwassers der offenen Deutschen 
Bucht mit fortschreitender Jahreszeit sich auch im Nordwesten und Norden dieses Meeresraumes durch langsam 
zunehmende Temperaturerniedrigung bemerkbar macht, treten im September, wie schon die Monatskarte zeigt, die 
sog. Wärmeinseln im Südteil und der inneren Deutschen Bucht auf. Diese Wärmeinseln sind entweder in sich ab
	        
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