392 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1893.
die Fahrt nach Osten und Norden sehr verzögert wird. Von 345° S-Br und
166° W-Lg ist der Wind vorherrschend südwestlich bis 22° S-Br und 151° W-Lg,
wo am 2. Oktoher der Südostpassat einsetzt. Mit mäfsiger beständiger Südost-
briese passirt das Schiff an der Westseite, in Sicht von Tahiti. In 13° S-Br
nimmt der Wind eine nordöstliche Richtung an und wird leicht, holt jedoch in
1° S-Br wieder nach SE und steht als mäßige bis leichte Briese durch bis zum
18. Oktober in 7,7° N-Br. Nach Stille und Mallung aus vorwiegend östlicher
Richtung kommt am 21. in 11,5° N-Br der Nordostpassat durch, der, als mäfsige
beständige Briese aus NE bis ENE, jedoch nur bis 23° N-Br, am 26, Oktober,
anhält. Es folgen südliche Winde, meistens leicht und oft von Stillen unter-
brochen, für eine kurze Zeit jedoch bis zur Stärke 8 zunehmend, Am 11. No-
vember in 37,6° N-Br setzt nördlicher — Nordnordost- bis Nordnordwestwind — ein,
womit das Schiff ohne Mühe den Hafen erreicht. Kapt. Käswurm bemerkt:
„Von den etwa 30 Schiflen, die um dieselbe Zeit mit uns die Reise von New-
castle angetreten hatten und die gröfstentheils gute Segler sind, haben nur fünf
die Fahrt in weniger als 60 (52 bis 59) und 15 in weniger als 70 (63 bis 69)
Tagen gemacht. Die übrigen hatten 70 bis 89 Tage Reise.“
3715. Bark „Standard“, Kapt. C. Sander. Siche vorher.
3704. Bark „Lake Ontario“, Kapt. C. Oltmann. Hat anfänglich gute
Gelegenheit mit Winden aus West, Süd und NW, womit das Schiff eben südlich
von 34°, später zwischen 34° und 33° S-Br nach Osten steuert, Von 33° S-Br
and 167° W-Lg an wird allmählich nördlicher gehalten und 30° S-Br in 160° W-Lg
überschritten. Der Wind bleibt auch noch ferner ziemlich frisch und beständig
aus dem westlichen Halbkreise. Südostpassat von 20° S-Br am 30. September
bis 6,5° N-Br am 12. Oktober; SE bis ESE 3—4 bis 11° S-Br, ENE 4 bis 1°S-Br,
ferner SE 4 bis SSE 3. In Sicht von Tahiti etwas Mallung. Nach Stille und
jeichtem südlichen Zug Nordostpassat von 11° N-Br, am 18. Oktober, bis 30° N-Br,
am 28,; mäfsige, beständige Briese aus NNE bis ENE, jedoch in 26° N-Br für
einen Tag durch Mallung unterbrochen. Auf der letzten Strecke ist der Wind
bis 37,7° N-Br und 130° W-Lg vorherrschend westlich, später bis zur Küste NE
bis NW.
Bark „Mandalay“, Kapt. W.Geelmuyden. Siche vorher,
3779. Bark „Carl“, Kapt. E. E. Behrens. Hat zu Anfang der Reise,
die von Port Pirie ausgeht, beträchtlichen Aufenthalt durch Südostwind, so dafs
erst 12 Tage, nachdem Kap Borda passirt, die Länge des Südkaps von Tasmanien
erreicht wird. Von hier aus sehr günstige Fahrt mit frischen westlichen Winden
bis 48,5° S-Br und 146° W-Lg@; später treten wiederholt Unterbrechungen durch
Windstille ein. Das Schiff steuert von 35° S-Br und 121° W-Lg nahezu recht
nordwärts auf, erhält den Südostpassat am 8. September in 21,5° 5-Br und gelangt
mit frischer Briese, erst aus EzN, später aus ESE bis SE, wobei noch mehr
Ost angeholt wird, am 19. September nach 5,5° N-Br und 114,2° W-Lg. Weiter-
hin holt der Wind durch SW nach NW, flaue Briese und still. Das Schiff
geräth hier, da es so weit östlich steht, in das centralamerikanische Monsun-
gebiet; um der Küste nicht zu nahe zu kommen, mufßs es mehrmals auf St. B.-
Halsen uach SW steuern und erhält den Nordostpassat erst 17 Tage später, am
6. Oktober, in 13° N-Br und 120,7° W-Lg. Das Gebiet des Nordostpassats,
welcher nur leicht und ziemlich schral aus NNE bis NE weht, erstreckt sich bis
29° N-Br. Hier dreht sich der Wind nach SE und später nach Süd, steife Briese,
womit das Schiff die letzte Strecke des Weges rasch zurücklegt.
Vielleicht wäre es vortheilhafter gewesen, wenn „Carl“ mit den anfänglich
angetroffenen südlichen Winden durch die Bass-Straßse gegangen wäre und dann
die Route nördlich von Neu-Seeland und westlich vom Paumotu - Archipel
genommen hätte. Für die östliche Route, welche eingeschlagen wurde, ist zur
Vermeidung langen Aufenthaltes nördlich der Linie ein etwa 10° westlicherer
Schnittpunkt in 30° S-Br und 0° Br zu empfehlen.