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54° 08.7° N und 07° 54.5° E -
13.5.1933
0 m
7.53 °C
32.16 %c
a t = 25.14
54 m
6.12 °C
32.78 %c
cs t = 25.82
54°
08.4° N und 07° 55°0 E - 22.5.1933
0 m
11.93 °C
30.08 %c
o t = 22.82
60 m
7.10 °C
32.71 %t
o t = 25.63
Beide hydrographische Stationen, in demselben Gebiet ausgeführt, liegen etwa 10 Tage auseinandere. In der
Pentade 10. bis 14.5.33 herrschten vorwiegend NW-Winde von durchschnittlicher Windstärke mit 3 bis 4 Bft vor,
während der Pentade 20. bis 24.5.33 Winde um Ost mit 2 bis 3 Bft (s. (27) S. 348/352). Durch die Wanderung der
Konvergenzzone betrug der vertikale Temperaturgradient im ersten Fall nur rund 1.4 °C, im zweiten fast 5 °C. Der
artige Beispiele der Lageänderungen der Konvergenzzone im Raume südlich Helgoland wurden bereits vom Ver
fasser ausführlich behandelt ((26) s. Abb. 1 bis 16 auf Taf. 30 bis 36 ).
5) Jahreszeitliche Veränderungen der regionalen Temperaturverteilung in der Deutschen Bucht (insbe
sondere auf Grund der „Poseidon“- u. „Makre!e“-Fahrten).
Übersichtskarten mit der mittleren Temperaturverteilung im Meeresgebiet der Deutschen Bucht hat es bislang
noch nicht gegeben. Erst durch die Veröffentlichung der 12 Temperaturkarten von Böhnecke und Dietrich (11) in
neuester Zeit, welche in umfassender Weise auf Grund von Monatskarten die mittleren Temperatur Verhältnisse im
Oberflächenwasser der Nord- und Ostsee zur Darstellung bringen, ist es möglich, Aussagen über die mittleren jah
reszeitlichen Veränderungen der Oberflächenwassertemperatur, speziell in der Deutschen Bucht, zu machen.
Durch die Verschmelzung der Darstellung der mittleren Isothermen im Gebiet der Deutschen Bucht an Hand der
neuesten Monatskarten (11) mit den punktförmigen Untersuchungsergebnissen des mittleren Temperaturjahres
ganges bei den Feuerschiffen und den Helgoländer Terminstationen (einschl. Helgoland-Reede) der Beobach
tungsperiode 1920/42 wurden 12 Monatskarten der mittleren Oberflächenwassertemperatur der Deutschen Bucht
entworfen (s. Abb. 21a bis m)*. Der Vergleich der Monatskarten der Nordsee mit denen speziell der Deutschen
Bucht zeigt im großen und ganzen eine sehr gute Übereinstimmung vor allem im Gebiet der inneren Deutschen
Bucht entlang der friesischen Küstengebiete, worauf es hier gerade ankam. Trotz des großen Maßstabes der Nord
seekarten geben diese die besonderen Temperaturverhältnisse innerhalb der Deutschen Bucht schon sehr gut wie
der.
Im großen und ganzen weist also die Linienführung der Isothermen auf Grund des Beobachtungsmaterials
1906/38 (11) und derjenigen auf Grund der Periode 1920/42 keine sehr wesentlichen Unterschiede auf. Die örtlich
geringfügigen absoluten Temperaturdifferenzen zwischen beiden Darstellungen sind vorläufig darauf zurückzu
führen, daß neuerdings für die Deutsche Bucht
- ein größerer Maßstab gewählt wurde, um etwaige regionale Feinheiten auch noch innerhalb der mittleren Ver
hältnisse herauszuholen,
- eine Überschneidung der beiden gewählten Beobachtungsperioden, insbesondere für das innere Gebiet, gewagt
wurde, während die Temperaturdarstellung des westlichen Teils der Deutschen Bucht ohne wesentliche Ände
rungen in die neuen Karten übernommen worden ist,
- ein in sich nicht ganz homogenes Beobachtungsmaterial aus Arbeitserspamis noch nicht auf die einheitliche Pe
riode 1920/42 reduziert worden ist. Die neuen Temperatur-Monatskarten der Deutschen Bucht sind daher als
ein erster Versuch der Darstellung der mittleren Verhältnisse in diesem Raum anzusehen.
a) im Oberflächenwasser
Zorell (16) und auch der Verfasser ((20), (26) u. (27)) haben mehrmals versucht, auf Grund der Temperatur
beobachtungen der Poseidon-Fahrten Temperaturkarten der Oberfläche zu entwerfen. Dies ist von vornherein für
ein Meeresgebiet, in welchem sich die hydrographischen Elemente örtlich und zeitlich auf Grund der diesem Raum
innewohnenden dynamischen Kräfte sehr stark ändern, ein fragwürdiges Unternehmen. Wenn trotzdem derartige