accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 25: Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht vornehmlich dargestellt auf Grund der vorliegenden Unterlagen über Temperatur, Salzgehalt und Dichte

31 
starken Temperaturschwankungen im Jahresgang und im Verlauf der zugehörigen Extreme sind nicht nur durch 
den Einfluß des Festlandes bedingt, sondern im besonderen Maße durch denjenigen der über dem Oberflächenwas- 
ser lagernden oder hinwegsetzenden thermisch unterschiedlichen Luftkörper. Es hat den Anschein, als ob sich in 
den Einbuchtungen und Aufwölbungen des Temperaturjahresganges der Einfluß des sich im Verlaufe eines Jahres 
abspielenden Witterungscharakters der Deutschen Bucht und des deutschen Küstengebietes wiederspiegelt. Man 
ist versucht, die anomalen Zickzackbewegungen des Temperaturjahresganges und seiner zugehörigen Extreme mit 
kalendermäßig gebundenen Witterungselementen in Verbindung zu setzen. 
c) bei den Feuerschiffen Borkumriff, Außenjade, Elbe 1 und Amrumbank fiir die Jahre 1934/38: ein Beispiel 
für den Einfluß des täglichen Ganges der Wassertemperatur auf den Jahresgang. 
Zum Schluß der Untersuchung der Temperaturverhältnisse im Oberflächenwasser bei den Feuerschiffen soll 
noch auf einen schwerwiegenden Umstand bei der Berechnung der Temperatur-Monatsmittel hingewiesen werden. 
Bei jeder Mittelbildung hydrographischer Größen ist es von vornherein bedeutend, welchen Wert die Einzelbeob 
achtungen des zu untersuchenden Beobachtungsmaterials haben, um jene Schwingung innerhalb der jahreszeitli 
chen Änderungen der Wassertemperaturen eines Meeresgebietes berechnen und eindeutig darstellen zu können, 
welche den Jahresgang z. B. im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht wiedergeben soll. Im vorliegenden Bei 
spiel wird gezeigt, welche erheblichen Temperaturdifferenzen auftreten, wenn der Temperatuijahresgang auf 
Grund von Monatsmitteln abgeleitet wird, deren Einzelwerte von verschiedenen Beobachtungsterminen zusam 
mengefaßt werden. In der Deutschen Bucht spielen nicht nur die örtlichen Temperaturänderungen eine große Rol 
le, sondern auch die zeitlichen Änderungen am Ort. Der tägliche Gang der Wassertemperatur, welcher mehr oder 
weniger stark in den Einzelbeobachtungen steckt, wirkt sich anscheinend bei der Berechnung des jährlichen Gan 
ges ungünstig aus. Die Eliminierung des täglichen Ganges oder seine Nichtberücksichtigung bei der Mittelwerts 
berechnung gibt über Fehler Aufschluß, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Im hydrographischen Dienst 
wurden an bestimmten Tagen bei Hoch- und dem darauffolgenden Niedrigwasser gemessen: die erste Temperatur 
messung wurde meistens nach 06 Uhr morgens, die zweite beim nächstfolgenden extremen Wasserstand (richtiger 
bei zwei aufeinanderfolgenden Stromkenterungszeiten). Im meteorologischen Dienst wurden z. B. auf den Feuer 
schiffen Borkumriff, Außenjade, Elbe 1 und Amrumbank täglich zu bestimmten meteorologischen Wetterterminen 
gleichzeitig Luft- und Wassertemperaturen gemessen.^ Die Ergebnisse für die Jahre 1934/38 ((50)1934, S. 44; 
1935, S. 44; 1936, S. 52; 1937, S. 57 und 1938, S. 57) werden in der Tabelle 29 wiedergegeben. Die Temperatur- 
Monatsmittel des Oberflächenwassers des Meteorologischen Dienstes (M) und Hydrographischen Dienstes (H) 
werden miteinander verglichen. Für diese 5 Jahre stellt sich kurz zusammengefaßt Folgendes heraus: die absoluten 
Unterschiede betragen bei Borkumriff und Außenjade im äußersten Falle 0,3 bis 0,6 °C, bei Elbe 1 und Amrum 
bank wahrscheinlich zwischen 0,3 bis 1,0 °C. Während Temperaturdifferenzen von 0,3 °C bei den ostfriesischen 
Feuerschiffen vorwiegend in den Frühjahrs- und Herbstmonaten auftreten, können derartige Unterschiede bei den 
nordfriesischen Feuerschiffe (Elbe 1 dazu gerechnet) in allen Monaten Vorkommen, außerdem bei Elbe 1 beson 
ders in den Frühjahrsmonaten. Da die Sommermonate anscheinend weniger belastet sind, kann gefolgert werden, 
daß der tägliche Gang der Temperatur im Oberflächenwasser insbesondere der inneren Deutschen Bucht weniger 
durch die Einwirkung der jahreszeitlich bedingten Zunahme der Sonneneinstrahlung als vielmehr durch die aktive 
Verlagerung der während der Frühjahrs- und Herbstmonate verschieden temperierten Wasserkörper stärker her 
vorgerufen wird. Für die Berechnung der Mittelwerte hydrographischer Faktoren wäre es günstiger, Einzelbeob 
achtungen nur von ein und demselben Beobachtungstermin (z. B. 08 h morgens) zusammenzufassen, um bei Auf 
stellung längerer Beobachtungsreihen miteinander vergleichbare Mittelwerte zu erhalten. 
Wassertemperaturen wurden auf den folgenden Feuerschiffen in den Jahren 1934/38 zu den angeführten Terminen gemessen: 
Feuerschiff 
1934 
1935 
1936 
1937 
1938 
Borkumriff 
08 h , 
14 h , 19 h 
08 h , 
14 h , 
19h 
08 h , 
14 h , 
I9I1 
08 h , 
19h 
08 h , 
19' 
Außenjade 
08 h , 
19 h 
08 h , 
igh 
08 h , 
19 h 
08 h , 
l 9 h 
08 h , 
19' 
Elbe 1 
08 h 
ll h , 
14 h , 
17 h 
19h 
19h 
08 h , 
19h 
08 h , 
19' 
Amrumbank 
08 h , 
19 h 
08 h , 
Ijh 
14 h , 
17 h , 
08 h , 
l 9 h 
08 h , 
19 1
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.