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Full text: 25: Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht vornehmlich dargestellt auf Grund der vorliegenden Unterlagen über Temperatur, Salzgehalt und Dichte

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chen dafür, daß das Klima im Raume der Deutschen Bucht kontinentaler geworden ist. Gehen wir noch weiter 
zurück, und will man den alten Temperaturbeobachtungen etwas Vertrauen schenken, so scheint die Tendenz dafür 
zu stehen, daß das Klima in diesem Meeresraum maritimer geworden ist. 
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, diese Erkenntnisse, welche für die hydrographischen Verhält 
nisse der Deutschen Bucht gelten, in den großen Rahmen der Vorstellungen über die säkulare Erwärmung einzu 
ordnen, die man für die Annahme einer Klimaänderung, insbesondere auf der Nordhalbkugel, zur Zeit gebraucht. 
Nach Lysgaards (79) eingehenden Untersuchungen sind hinsichtlich der Temperaturverhältnisse die Winter auf der 
Nord- und Südhemisphäre milder, die Sommer im Nordteil der Nordhemisphäre wärmer geworden (s. auch (80) 
S. 17). Es ist nun von besonderem Interesse, festzustellen, wie weit die Ergebnisse in bezug auf die Größe der Er 
wärmung des Oberflächenwassers der Deutschen Bucht mit ähnlichen Erscheinungen in anderen Meeresräumen 
parallel gehen. Frühere Bearbeitungen des Verfassers in dieser Richtung haben bereits darauf hingewiesen (s. unter 
(20), (22), (23), (54) bis (57)). Da die hydrographischen Verhältnisse der Deutschen Bucht mit denen der Nordsee 
und diese wieder mit denen des Atlantischen Ozeans in inniger Beziehung stehen, ist es vielleicht zweckmäßig, 
den Verlauf der jährlichen Temperaturanomalien im Wasser der Deutschen Bucht mit dem entsprechenden in nörd 
licheren Gewässern zu vergleichen. Neuere Untersuchungsergebnisse auf meteorologisch-ozeanographischer Seite 
geben Kunde von den hydrographischen Veränderungen in den nördlicheren Meeren. Sehr bedeutende Grundlagen 
stammen von Eythorsson (81), Iielland-Hansen (82), Petterssen (83), Angström (84) und insbesondere von Smed 
((85) u. (86) sowie auch (61) und (62)). Für die vorliegenden Zwecke gebrauchen wir die Untersuchungsergebnisse 
von Smed. In der Orkney-Shetland-Region (Gebiet 59° bis 60° N und 1° bis 3° W) hat offensichtlich zwischen 
1900 und 1939 eine Erwärmung des Wassers von 0.6 °C (Frühjahrsmittel (61), Tab. 4 auf S. 38) stattgefunden. Die 
monatlichen Temperaturanomalien des Wassers rund um Island zeigen dieselbe Erscheinung (86). In einer frühe 
ren Arbeit des Verfassers ((55) 1939, Tab. 1 auf S. 454) wurde auf die Erwärmung des isländischen Küstenwassers 
an Hand der Monatsmitteitemperaturen der Perioden 1876/1915 und 1924/33 nachdrücklich hingewiesen. In der 
Abb. 106 werden die Summenkurven der jährlichen Temperaturanomalien im Oberflächenwasser der Deutschen 
Bucht (bei ausgewählten Feuerschiffsstationen) mit denjenigen der jährlichen Temperaturanomalien im Oberflä 
chenwasser südöstlich Island verglichen, welche vom Verfasser nach den Angaben für die Region H, 60° bis 63° 
N-Br. und 10° bis 20 °W-Lg. ((86), Fig. 5 auf S. 11 und Tab. 3 auf S. 24) für die Jahre 1920/39 berechnet worden 
sind. Man sieht auf den ersten Blick, daß die relative Erwärmung in beiden Meeresgebieten gleichsinnig verläuft 
und in der Weser-Elbmündung sich am stärksten ausgewirkt hat, was auf zusätzliche thermische Beeinflussung der 
inneren Deutschen Bucht durch das europäische Festland schließen läßt. Auch die monatlichen Temperaturanoma 
lien von Vestmannaeyja (südwestlich Island), welche bis 1942 zu verfolgen sind, zeigen in den Jahren 1923/42 
überwiegend positive Temperaturabweichungen an ((86), Fig. 8 auf S. 17). Die Beeinflussung des Oberflächen 
wassers der Deutschen Bucht durch das Festland nach der thermisch positiven oder negativen Seite kommt sehr 
deutlich in dem Habitus der Feuerschiffskurven zum Ausdruck. Diese Kurven scheren unter der Ein- und Nach 
wirkung strenger Winter auf die thermischen Verhältnisse der Deutschen Bucht in bemerkenswerter Weise nach 
der negativen Seite auf, was in der Kurve für das betreffende Gebiet im offenen Ozean kaum angedeutet wird. Sehr 
beachtlich ist dieses Ausscheren ab 1940. Dieser Wendepunkt darf aber in bezug auf die Verhältnisse in der süd 
östlichen Nordsee nicht als grobe und einschneidende Zäsur in den Klimaschwankungen und -änderungen angese 
hen werden. Nach den Angaben von Smed ((86), Taf. 5 auf S. 26) für die Jahre 1945/47 muß man vielmehr anneh 
men, daß, da die monatlichen Temperaturanomalien im Ozeanwasser der Region H in diesen Jahren ausschließlich 
positiv sind, die säkulare Erwärmung auf der Nordhemisphäre noch weiter anhält. 
Mit der säkularen Erwärmung ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine gleichzeitige Salzgehaltserhöhung in der 
Hydrosphäre der Nordhalbkugel parallel gegangen, welche sich auch gerade in den letzten Dezennien in bemer 
kenswerter Weise in den Salzgehaltsbeobachtungen in verschiedenen Meeresgebieten ausgedrückt hat. Auf diese 
Erscheinung der Salzgehaltszunahme ist bereits von verschiedener Seite aufmerksam gemacht worden, insbeson 
dere von Tait (87), van Riel (88), Eggoin (89), Thomsen (90), Smed (62) und in mehreren Arbeiten des Verfassers 
((20), (22) und (23), auch (21)). Diese Feststellungen über eine Salzgehaltserhöhung des Meereswassers stimmen 
vollkommen mit den neueren Ergebnissen der Salzgehaltsuntersuchungen in der Deutschen Bucht überein. In den 
Tab. 68 bis 70 (Anhang) sind die Ergebnisse für die Deutsche Bucht auf Grund der Salzgehaltsänderungen in den 
Monats- und Jahresmittelwerten bei den einzelnen Feuerschiffen und Helgoland-Reede abzulesen (s. auch Abb. 49 
u. 107). Die Jahresmittel des Salzgehaltes des Oberflächenwassers zeigen in deutlicher und gleichsinniger Weise 
eine bemerkenswerte Salzgehaltszunahme. Auf die Verhältnisse bei Helgoland soll in diesem Zusammenhang
	        
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