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Full text: 25: Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht vornehmlich dargestellt auf Grund der vorliegenden Unterlagen über Temperatur, Salzgehalt und Dichte

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Diese hydrographischen Unterlagen der Dichteverhältnisse in der Deutschen Bucht und die aus ihnen gewon 
nenen Vorstellungen über Wasserbewegungen unperiodischer Art erlauben, den Gradientstrom auf Grund der 
Dichteverteilung in der Oberflächen- und Bodenwasserschicht sowie in der Mittelschicht zu berechnen. Die Rich 
tung und Geschwindigkeit dieses Gradientstromes, welcher allein aus dem Dichtegradienten von Ost zu Ost sich 
ergibt, sind in den Abb. 97*, 98*, 99* wiedergegeben. Starke Gradientströme treten bei dem Zusammentreffen der 
beiden Wasserarten, insbesondere in der inneren Deutschen Bucht, vor den Flußmündungsgebieten auf. Die in die 
sen Gebieten vorhandenen starken Richtungsänderungen lassen auf starke Verwirbelung der Wasserkörper schlie 
ßen. In den Abb. 100*. 101*, 102* ist die Ausbreitung des maximalen Gradientstromes {Zahlenangaben sind Zehn 
tel cm pro sec) aus der Elbmündung in den verschiedenen Wasserschichten innerhalb der nordfriesischen 
Küstenregion zu verfolgen. Die in den Abb. 97 und 99 angegebenen Stromgrenzen fallen ungefähr mit der Achse 
der Zone maximaler Dichte zusammen. Die regionalen Dichtekarten können zugleich als Isohypsenkarten der 
Meeresoberfläche benutzt werden. Die Wasserart mit der größten Dichte wird tiefer liegen als diejenige mit der 
geringeren Dichte. Der Gradientstrom ist also ein Gefällestrom, dessen Richtung und Geschwindigkeit unter dem 
Einfluß des jeweiligen über der Deutschen Bucht vorhandenen Windfeldes modifiziert wird. In eingehender Weise 
wurden in einer früheren Untersuchung die Wetterverhältnisse während der Poseidon-Fahrt vom 12. bis 23. Mai 
1933 geschildert (s. (27) auf S. 348 bis 352). In der Pentade 5. -9. Mai 1933 herrschten vorwiegend SW-liche Win 
de mit 2 bis 3 Bft vor, in der folgenden Pentade 10. bis 14. Mai vorwiegend NW-liche Winde mit 3-4 Bft, vom 
15. bis 19. Mai weiterhin NW bis N-liche Winde mit 3-4 Bft und vom 20. bis 24. Mai östliche Winde mit 2 Bft 
im Mittel. Die Poseidon-Fahrt fällt also hauptsächlich in die Zeit der 3. und 4. Pentade. Die Deutsche Bucht liegt 
zu Anfang der 3- Pentade unter dem Einfluß der Rückseite eines ostwärts wandernden Teiltiefs und später unter 
dem der Vorderseite eines nachfolgenden Hochdruckrückens. Während der 4. Pentade wird die Deutsche Bucht 
von einer ausgedehnten Hochdruckbrücke überlagert, die sich gegen Ende dieser Pentade zu einem Teilhoch, wel 
ches die gesamte Nordsee bedeckt, ausbildet. Die Änderungen dieser Wetterlage über der Deutschen Bucht im Mai 
1933 werden in Abb. 103 an Hand der täglichen Anomalien des Luftdruckgradienten zwischen Great Yarmouth 
und Blaavandshuk dargestellt. Die positiven und negativen Anomalien des Luftdruckgradienten geben die Ausbil 
dung und jeweilige Lage des Hoch- bzw. Tiefdruckgebietes Uber der südöstlichen Nordsee wieder. 
1. 5. 10. 15. 20. 25. 31.5.33 
Abb. 103: Tägliche Anomalien und Summenkurve der täglichen Anomalien des Luftdruckgradienten 
Great Yarmouth - Blaavandshuk im Mai 1933
	        
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