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sekundäre Ausbildungen von Konvergenzlinien festgestellt worden, und diese Tatsache hat frühere Aussagen dar
über bestätigt ((19) und (73) auf S. 13). Spezielle Untersuchungsergebnisse in den Flußmündungsgebietender Jade
und Weser haben gezeigt, wie fruchtbar derartige Anwendungen gemeinsamer meereschemischer-planktologi-
scher Arbeitsmethoden sein können, um Feinheiten im hydrographischen Aufbau bestimmter Wasserkörper her
auszuholen ((74) und (75)).
4) auf Grund der Beziehungen zwischen der Lage der charakterisierten Wasserkörper sowie der Konver
genz und derjenigen der verschiedenen Sedimentbezirke der Deutschen Bucht (insbesondere der
Schlickzone):
Beziehungen zwischen hydrographischen und meeresgeologischen Faktoren innerhalb der Deutschen Bucht sind al
ler Wahrscheinlichkeit nach darin zu erblicken, daß der Kalkgehalt der Sedimente und des Oberflächenwassers durch
einen Kreislauf zwischen beiden Horizonten bestimmt wird. Nach Pratje (76) werden die Sedimente in diesem Meeres
gebiet auf Grund ihres Gehaltes an irgendwelchen Stoffen anorganischen und organischen Ursprungs in fünf Bezirke
eingeteilt. Der sogenannte Mittelbezirk mit dem nordwärts gerichteten Zweig, welcher das nördliche Schlickgebiet ent
hält, ist in der Übersichtskarte mit der regionalen Verteilung des Kalkgehaltes der Sedimente (s. unter (76), Taf. I Abb.
3) wahrscheinlich weiter nichts als das Abbild der Kalkgehaltsverteilung der im Oberflächenwasser ungelösten Partikel
chen (s. unter (19) Taf. 4, Fig. 23). Vielleicht besteht also insofern eine Beziehung zwischen Meeresoberfläche und Mee
resboden, als die Lage der Konvergenzzone an der Oberfläche sich in einer gleichgerichteten Sedimentzone mit beträcht
lich höherem Kalkgehalt als in der Umgebung am Meeresboden widerspiegelt. Der Sedimentbezirk vor den
Flußmündungen innerhalb der Helgoländer Bucht (vgl. (76), Taf. I, Abb. 3) stimmt mit dem entsprechenden Oberflä
chengebiet der Kalkgehaltsverteilung (19) am besten überein. Somit ist auch das Wurzelgebiet der Konvergenz in den
Sedimenten der Deutschen Bucht klar erkennbar.
Die Übersichtskarte mit der Verbreitung und Häufigkeit der Foraminiferen in den Sedimenten der Deutschen Bucht
(s. (76), Taf. XI, Abb. 20) unterstützt in auffallender Weise die wahrscheinlich vorhandenen Beziehungen zwischen dem
Kalkgehalt der Sedimente und des Oberflächenwassers innerhalb der Konvergenzzone.
In diesem Zusammenhang wird auf die wahrscheinliche Beziehung zwischen der Lage der Konvergenzzone und
derjenigen des Schlickstreifens am Boden der Deutschen Bucht hingewiesen (s. (16) auf S. 51 und (76)). Die Zone des
Schlickstreifens wird durch die Ausfüllungen der feinsten bisher noch in Suspension gehaltenen Partikelchen anorgani
schen Ursprungs innerhalb der Konvergenzregion bedingt. Sehr eingehende Untersuchungen darüber und Erklärungen
für das Zustandekommen dieser Schlickverbreitungen im Sediment der Deutschen Bucht stammen von Pratje (47), der
in überzeugender Weise die Zusammenhänge zwischen Strömung (Reststrom) und Sedimentablagerungen klargestellt
hat. Auffallend ist, daß die Schlickgebiete der Deutschen Bucht nicht Zusammenhängen, sondern von Sediment-Bezir
ken mit von Schlicken abweichendem feinkörnigen Material getrennt sind. Die Schlicke bei Helgoland werden auf Aus
füllungen der feinsten Flußtrübe von Elbe und Weser zurückgeführt. Die übrigen schlickigen bzw. feinkörnigen Sedim
entzonen stimmen in ihrer Lage mit derjenigen der Konvergenzzone überein. Nach Pratje werden die Ausscheidungen
der feinsten anorganischen und organischen Suspensionen durch das Vorhandensein einer Stromgeschwindigkeitsab
nahme innerhalb der Konvergenzzone, in welcher sich die beiden auf Grund ihrer spezifischen Dichte verschiedenen
Wasserkörper Zusammentreffen, überlagern und verwirbeln, abgelagert. Pratje legt aber bedeutendes Gewicht darauf,
daß diese Schlickablagerungen rezenten Ursprungs sind (vgl. auch (41) und (42) und sich heute noch weiter ergänzen,
also mit den heutigen hydrographischen Verhältnissen der Deutschen Bucht in Zusammenhang gebracht werden kön
nen. Es muß aber zu gleicher Zeit daraufhingewiesen werden, daß viele sich gegenseitig beeinflussende Faktoren, wie
Beschaffenheit des transportierten Materials, Strömungen, Bodenrelief, Wasserkörper und Organismen im Meerwasser,
die Sedimentablagerungen und ihre Zusammensetzungen bestimmen. Obgleich die Verhältnisse in der Deutschen Bucht
demnach sehr komplizierter Natur sind, also die Korngröße und Gestalt des anorganischen Materials in Abhängigkeit
von Richtung und Geschwindigkeit der Restströme eine bedeutende Rolle spielen, die regionalen Änderungen des Bo
denreliefs die Strömungen beeinflussen und die Änderungen der physiko-chemischen Eigenschaften der sich vermi
schenden Wasserkörper wiederum die Strömungen verursachen und abweichende Richtungen und Stärken bedingen, so
sind nach Pratje doch die Strömungen von allen diesen Faktoren die stärkste Verteilungskraft, welche die Zusammen
setzungen der Sedimente in ihre verschiedene regionale Verbreitung am Boden der Deutschen Bucht bestimmt. Es ist
daher vom hydrographischen Gesichtspunkt wohl erlaubt, auf die übereinstimmende Lage der Konvergenzzone mit der
jenigen der Schlickstreifen am Meeresboden der Deutschen Bucht Bucht hinzuweisen.