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3) auf Grund gleichzeitiger planktologischer Ergebnisse:
Durch die gemeinsame Zusammenarbeit meeresphysiko-chemischer und meeresbiologischer Untersuchungen
während der Forschungsfahrten in die südliche und südöstliche Nordsee konnten die Wasserkörper in diesem Mee
resgebiet auch auf Grund planktologischer Ergebnisse identifiziert werden, welche im großen und ganzen mit den
rein hydrographischen eine sehr gute Übereinstimmung zeigen. Mit Hilfe der Untersuchungsmethode, welche die
regionale Verteilung der Leitformen des Makroplanktons in der südlichen Nordsee bestimmt, hat Künne (70) fol
gende Wasserkörper innerhalb der südliche Nordsee festgestellt:
a) Nördliches Wasser (nördl. Nordseewasser)
b) Kanalwasser (Herkunft Engl. Kanal)
c) Wirbelbildungen (Doggerbankwirbel: Mischwasserkörper des südl. und nördl. Nordseewassers)
d) Flämisches Küstenwasser
e) Deutsches Küstenwasser (ostfr. und nordfr. Küstenwasser d. Deutschen Bucht)
Nach den Untersuchungsergebnissen der regionalen Verbreitung des kalkschaligen Planktons und der Kalkge
haltskomponenten im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht hat Wulff ((71) und (72); $. auch Verfasser (19)
Fig. 26 u. 27 auf Taf. 4) mit Hilfe der Methode der Charakterisierung von Plankton-Gemeinschaften (Leitformen
des Mikroplanktons) folgende Wasserarten in diesem Meeresgebiet nach
Eigenart und Herkunft fixiert:
a) Wasserkörper der mittleren Nordsee (Dogger)
b) Wasserkörper der westlichen Nordsee
c) Wasserkörper der nördlichen Deutschen Bucht
d) Stationäre Nord-Südmischwasserzone (Konvergenzzone mit dem Zentralgebiet intensiver Vermischung
verschiedener Planktongemeinschaften im SE-Teil
e) Holländisches Küstenwasser
f) Ostfriesisches Küsten wasser
g) Nordfriesisches Küstenwasser.
Auf Grund dieser Ergebnisse ist bezeichnend, daß die Lage der Zone des anomalen Gehaltes an im Wasser
suspendiertem Kalk mit derjenigen der Stationären Nord-Südmischwa$serzone (Plankton-Gemeinschaft): Kl. Pe-
ridinium-Arten) völlig übereinstimmt. Da in den hydrographischen Verhältnissen der Deutschen Bucht als beson
deres Charakteristikum stets die Konvergenzzone als eigentümliche Wasserart hervorsticht, sollen im folgenden
die besonderen Eigenschaften dieses Wasserkörpers nochmals kurz hervorgehoben werden (diese Besonderheiten
sind gerade in den Frühjahrsmonaten am auffälligsten): die Konvergenz zeichnet sich aus durch
a) starke Temperatur-, Salzgehalts- u. Dichtegradienten,
b) eine Region mit Sauerstoffübersättigung (starke Plankton-Assimilation),
c) eine Region mit Nährstoffanreicherung (Phosphate),
d) eine Region mit anomalem Gehalt an suspendiertem Kalk,
e) eine Region intensiver Planktonwucherung und -antolyse.
Sämtliche Wasserarten, welche auf Grund verschiedener Forschungsmethoden hydrographisch-biologischer
Art festgestellt worden sind, lassen sich unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt wie folgt klassifizieren, und zwar
in dem gesamten Gebiet der südlichen Nordsee:
a) Nördliches Nordseewasser,
b) Kanal- und Hoofdenwasser,
c) Mischwasser der westlichen Nordsee (Dogger),
d) Nördliches Wasser der Deutschen Bucht,
e) Konvergenzzone der Deutschen Bucht (Miltl. Dt. Bucht),
f) Westfricsisch-ostfriesisches Küstenwasser,
g) Nordfriesisches Küstenwasser,
h) Mischwasser der Flußmündungsgebiete von Elbe-Weser.
Auf Grund der Ergebnisse der Untersuchung meereschemisch-planktologischer Faktoren ist die Konvergenz
zone weit in die Elbmündung zu verfolgen (die Ergebnisse der Temperatur- und Salzgehaltsschichtung in der
inneren Deutschen Bucht laufen hiermit parallel). Das Wurzelgebiet der Konvergenz ist nach den vorliegenden
neueren Erkenntnissen vor und in den Flußmündungen der Elbe und Weser zu suchen. Neben dieser Hauptkonver
genzlinie der Deutschen Bucht sind in neuerer Zeit durch spezielle Nährstoffuntersuchungen in der Elbmündung