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Full text: 25: Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht vornehmlich dargestellt auf Grund der vorliegenden Unterlagen über Temperatur, Salzgehalt und Dichte

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hat sich nach Zorells eingehender analytischer Untersuchung ein Stromzweig salzreichen Nordseewassers dicht 
unter der nordfriesischen Küste nach Süden bewegt ((16) S. 37). Im August macht sich der Einstrom salzreicheren 
Wassers (>34.5%o) aus den Hooften und dem Englischen Kanal in die Deutsche Bucht bemerkbar. Zungenförmig 
schiebt sich dieses Wasser aus südlicheren Breiten in die westliche Deutsche Bucht vor. Im September 1925 ist das 
Einströmen einer stark salzhaltiger Wasserschicht unter der ostfriesischen Küste bis in die Elbmündung hinein be 
obachtet worden. 
In den Herbstmonaten Oktober bis Dezember wird das Bild der mittleren Salzgehaltsverteilung im Oberflä 
chenwasser zusehends unruhiger. Der Einfluß stürmischer Wetterlagen und stetiger Zunahme der abfließenden 
Süßwassermassen kündigt sich in der allgemeinen Salzgehaltsverteilung an. Im Oktober 1931 sind z. B. schon in 
der Küstenwasserregion der Deutschen Bucht stark voneinander abweichende Salzgehaltsanomalien bei den ein 
zelnen Feuerschiffen. Schwachsalziges Wasser (<3 l%c) dringt in breiter Front zungenförmig nordwestlich von 
Helgoland aus der inneren Bucht heraus. Als Kompensationsbewegung strömt starksalziges Wasser südlich davon 
ostwärts. Diese Kompensationsbewegungen in westöstlicher Richtung im ostfriesischen Küstenraum und entge 
gengesetzt nördlich dieser Region, insbesondere nach Nordwesten weit ausgedehnt im nordfriesischen Küsten 
raum, sind in den Monaten November/Dezember stark ausgebildet und erreichen anscheinend in den Wintermona 
ten hinsichtlich ihrer Stärke ihren Höhepunkt. Die Beobachtungsergebnisse der Poseidon-Fahrt November/ 
Dezember 1928 ((16) Fig. 54 bis 59 auf Taf. 19) geben bemerkenswerte Einblicke in derartige Kompensationsbe 
wegungen an der Oberfläche der Deutschen Bucht. Im einzelnen gesehen, können aber solche hydrographischen 
Erscheinungen, je nach Wirkung des Küsteneffektes, zu allen Jahreszeiten auftreten. 
b) im Bodenwasser 
Derartige Kompensationsbewegungen innerhalb des Zusammenströmens der in der Konvergenzzone auftref 
fenden verschiedenartigen Wasserkörper bleiben nicht nur auf die Oberfläche beschränkt, sondern pflanzen sich 
auch in der Tiefe fort. Selbst die Bodenwasserschichten werden von diesen erfaßt. Um sich hiervon ein Bild zu 
machen, ist man vorläufig noch auf die in den verschiedenen Jahren und zu verschiedener Jahreszeit auf den 
Forschungsfahrten der Poseidon und der Makrele gewonnenen hydrographischen Momentanbilder angewiesen. 
Weiterhin ist es eine Frage der angesetzten Stationsdichte, ob derartige Kompensationsbewegungen in den ver 
schiedenen Wasserschichten erfaßt worden sind oder nicht. Im folgenden werden einige Beispiele der Salzgehalts 
verteilung im Bodenwasser angeführt. 
Im Februar 1936 (Abb. 56)* dringt sehr salziges Nordseewasser gemäß der in der Deutschen Bucht vorhande 
nen Meerestiefenverhältnisse weit nach Südosten vor. Im nordfriesischen Küstenraum setzt in schmaler Front das 
schwachsalzige Küstenwasser heraus. Die Konvergenzzone ist weit gegen die nordfriesische Küste verlagert. Im 
März 1926,1935 und 1937 (Abb. 57, 58*, 59) sind die Verhältnisse ähnlich wie im Februar. Der März 1926 zeigt 
in der Konvergenzzone starke Wirbelbildung. Durch den überwiegenden Einfluß des Küsteneffektes auf die Salz 
gehaltsverteilung in den Frühjahrsmonaten April/Mai wird auch am Boden die Zone des eindringenden Nordsee 
wassers stärker an die ostfriesische Seite gedrängt, wie die Übersichtskarten aus den Jahren 1924,1931, 1932 und 
1938 zeigen (Abb. 60 bis 63). Das nach Norden und Nordnordwesten heraussetzende Küstenwasser, insbesondere 
durch die starken Abflußmengen aus der Elbe und Weser, nimmt eine breitere Zone vor der nordfriesischen Küste 
ein als in den Wintermonaten. Das Konvergenzgebiet selbst ist aber gegenüber der Oberfläche bedeutend weiter 
nach Osten an die nordfriesische Seite verschoben. Aus den Herbstmonaten kann nur ein Beispiel (Sept./Okt. 1925) 
angegeben werden (Abb. 64)*. 
c) im Tiefenwasser 
Im folgenden soll an Hand von Vertikalschnitten, senkrecht zur ostfriesischen und nordfriesischen Küste, ver 
sucht werden, jahreszeitliche Änderungen der vertikalen Salzgehaltsverteilung im Tiefenwasser der Deutschen 
Bucht aufzuzeigen. Auf Grund der Salzgehaltsbeobachtungen der Poseidon-Fahrten im Januar/Februar 1935 ((20) 
S. 20 bis 24) und Mai 1933 ((27) S. 355 bis 358) sind bereits derartige Salzgehalts-Vertikalschnitte für den Winter 
und das Frühjahr veröffentlicht worden. Im folgenden ist eine Auswahl von Schnitten getroffen worden, welche
	        
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