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Full text: 36, 1913

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1913, Nr. 3 
1879: t hiropa: zu kalt, Asien: im Osten und Süden zu kalt, sonst zu warm, Südamerika: zu warm, 
Nordamerika: zu warm, Australien: zu kalt, Südafrika: unbestimmt. Resultat: Eine Kompensation kann 
existieren. 
1882: Europa: zu warm, ausschließlich Islands, Asien: nur im Osten und Südosten zu warm, das 
übrige zu kalt, Südamerika: zu kalt, Nordamerika: zu warm, nur an der pacifischen Küsten und in Grön 
land zu kalt, Australien: zu warm, Südafrika: zu warm. Resultat: Auch hier ist eine Kompensation möglich. 
1885: Europa: zu kalt, Asien: zu kalt, Südamerika: zu kalt, Nordamerika: zu kalt, nur die West 
küste und Grönland nicht, Australien: zu warm, Südafrika: zu warm. Resultat: 1885 war durchschnitt 
lich zu kalt. 
1892: Europa: zu kalt, ausgenommen Mittelmeer gebiet und Südrußland, Asien: zu kalt, Süd 
amerika: zu kalt, Nordamerika: außer Grönland zu kalt, Australien: zu kalt, Südafrika: zu warm. Resultat: 
1892 war fast überall zu kalt. 
1895: Europa: zu kalt mit Ausnahme des Mittelmeergebietes und Südrußlands, Asien: zu kalt, 
Südamerika: in den Tropen unbestimmt, im Süden zu warm, Nordamerika: ausschließend Grönland zu kalt, 
Australien: zu kalt, Südafrika: zu warm. Resultat: Das Jahr war in den meisten Erdstrichen zu kalt. 
1897: Europa: zu warm, Asien: zu kalt, in den Tropen zu warm, Südamerika: zu warm, Nord 
amerika zu wann exclusive Grönland, Australien: unbestimmt, Südafrika: zu warm. Resultat: Größtenteils 
zu warm. 
1898: Europa: zu warm, Asien: zu warm, ausgenommen der Nordwesten, Südamerika: zu warm, 
Nordamerika: fast überall zu warm, Grönland allerdings zu kalt, Australien: zu warm, Südafrika: unbe 
stimmt. Resultat: Der positive Ueberschuß überwog. 
1900: Europa: mit Ausnahme des Nordens zu warm, Asien: zu warm, Südamerika: zu warm, 
Nordamerika: zu warm, Australien: unbestimmt, Südafrika: unbestimmt. Resultat: Aehnlieh wie 1898. 
1906: Europa: zu warm, dagegen Island nicht, Asien: zu warm, Südamerika: zu kalt, Nordamerika: 
mit Ausschluß von Grönland zu warm, Australien: zu kalt, Südafrika: zu kalt. Resultat: Die meisten Länder 
waren zu warm. 
Danach hätten wir von diesen 14 heransgegriffenen Beispielen in 3 Fällen die Möglichkeit eines 
Ausgleichs der Kälte durch die Wärme, nämlich 1874, 1879 und 1882. Zieht man jedoch bei der Rechnung 
nicht nur die positiven und negativen Zeichen in Betracht, sondern auch deren absolute Beträge und die 
Größe des von ihnen bedeckten Areals, so wird sich ergeben, daß 1874 die Wärme, wenn auch nur wenig 
überwog, 1879 die Kälte und 1882 wieder die Wärme. Nun wäre es ja möglich, daß, wie auch Dove an 
nimmt, diese Kompensation auf den Ozeanen, in den Polar- oder überhaupt Gegenden zu suchen ist, von 
denen noch keine langjährigen Beobachtungen vorliegen; dann müßte also die der Erdoberfläche gelieferte 
Wärmemenge Jahr für Jahr dieselbe sein. Ich glaube jedoch aus der vorhin abgeleiteten Betrachtung über 
zu warme und kalte Jahre schließen zu dürfen, daß diese Wärmemenge jährlich variiert derart, daß zur 
Zeit eines Eieckenmaximums die ganze Erde weniger Wärme erhält als in der Zeit um ein Fleckenminimum, 
womit jedoch nicht gesagt sein soll, daß die Sonnenflecken die unmittelbare Ursache der Temperatur- 
Schwankungen sind; vielmehr trafen wir ja bei der Diskussion der einzelnen Kurven wiederholt auf Fälle, 
wo die Temperaturen den entsprechenden Ständen der Sonnenflecken vorauseilten, welche Tatsache offen 
bart, daß beide Erscheinungen von einer dritten unbekannten abhängig sind.No full text available for this image
	        
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