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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Kleine Notizen, 
Der Hafen wird durch ein Korallenri@f gebildet, welches sich in einer 
Entfernung von ungefähr 2 Kbllg. parallel zur Küste und zwar in einer Länge 
von 1!% Sm hinzieht. Dieses Riff, dessen durchschnittliche Breite 10m be- 
trägt, wurde mr an einigen Stellen künstlich durch Aufbau erhöht, um die 
fortwährend starke See des SE-Passats zu brechen. Am nördlichen Ende dieses 
Riffes befindet sich die durch zwei Tonnen bezeichnete Hafeneinfahrt sowie 
auch ein 15 Sm weit sichtbares Leuchtfener, Südlich findet dieses große Riff 
in einzelnen kleinen Korallenriffen seine Fortsetzung. Der Hafen ist gut ge- 
schützt, und nur bei Sturmfluth und sehr frischem Ost- und SE-Wind kommt es 
zuweilen vor, dafs das grofse Riff überfluthet und dadurch im Hafen eine 
stärkere Dünung erzeugt wird, die jedoch mur ein bis zwei Stunden anhält. 
Der Hafen kann Schiffe bis 6,1 m Tiefgang aufnehmen; die Schiffe vertäuen sich 
parallel zum Riff, mit Landfesten gegen die Seite des Riffes und mit Ankern 
gegen den Hafen. Kleine Schiffe können auch an der Mündung des Flusses 
Captbaribe, beim Zollamt, gut liegen. Unangenehm ist die starke Strömung, 
namentlich bei Voll- und Neumond, welche dann oft bis zu 4 Sm in der 
Stunde beträgt. 
Proviant ist reichlich und zu mäfsigen Preisen vorhanden; Kohlen kosten 
die Tonne ca 40 M., Wasser ca 10 M., an Bord geschafft. In Pernambuco be- 
Ändet sich ein kleines Arsenal der Brasilianischen Kriegsmarine mit einer ge- 
deckten Helling, die aber nur für kleinere Schiffe verwendbar ist; ferner ist 
hier eine Schiffsjungenschule, welcher ein kleines Segelschiff zur Verfügung 
steht. Die Befestigungen bestehen aus zwei gegenüber der Kinfahrt in 1500 m 
Entfernung von einander gelegenen alten Forts; es sind dies bastionirte Vier- 
ecke, aus Stein gemauert, mit einem seichten trockenen Graben umgeben. Fort 
Bruno ist mit 46 Kanonen und einem Mörser, durchweg alter Konstruktion, 
armirt und dient jetzt als Gefängnifs. Die Kanonen stammen fast alle aus der 
Zeit König Josefs I. von Portugal, sind mit interessanten Inschriften und Ara- 
besken versehen, haben aber zum Theil morsche Laffeten. Fort Buraco, welches 
entfernter von der Stadt liegt, ist nicht besetzt. 
5. Segelanweisung für den Sarawak-Flufs, SW-Küste von 
Borneo. Der Kommandant der Oestr.-Ung. Korv. „Saida“, Linienschiffs-Kapt. 
Heinrich Fayenz, hat nach der „Hydrographischen Nachricht“ No. 52/322 
Pola, 1885, Nachstehendes über den Sarawak-Flufs!) berichtet: 
Für Schiffe von geringem Tiefgange ist dio Passage dor Barrc uud die 
Flufsfahrt eine sehr einfache, da die Barre für dieselben ein hinreichend weites 
Fahrwasser hat und die wenigen Hindernisse im Flusse gut bezeichnet sind. 
Für Schiffe von gröfserem Tiefgang ist jedoch nur. eine sehr schmale Rinne 
durch die Barre passirbar, und ist diese weder betonnt, noch sind deren Land- 
marken für nicht Ortskundige kenntlich. 
Die „Saida“ passirte die Barre mit 10m Wasser; der Ankerplatz an 
dem Zusammenflusse des Sarawak und des Quop hat 12 bezw. 7,5m Tiefe, 
Die Gezeitenströme setzen schr regelmäfsig ein mit einer '/astündigen 
Verspätung bei jedem Wechsel und einem Stauwasser von ca 10 Minuten. Die 
Geschwindigkeit des Stromes ist gleich nach dem Umsetzen am gröfsten und 
beträgt bis zu 5 Sm in der Stunde. ; 
Nach heftigen Regengüssen kommt es vor, dafs der Strom einige Tage 
hindurch nur seewärts fliefst, oft mit einer Geschwindigkeit von 9 Kn, ; 
Die Gezeitenströme machen sich noch auf 20Sm stromaufwärts von 
Sarawak fühlbar und erleichtern ungemein den regelmäfsigen Verkehr auf 
dem Flusse. 
Wie der Kommandant des Kbt. „Nautilus“, Korv.-Kapt. Carl Spetzler, 
in seinem Berichte (vgl. „Ann. d. Hydr.“ Heft VII, 1885, pag. 426) anführt, 
sind für gewöhnlich keine Lotsen für das Passiren der Barre zu bekommen, doch 
sendet der Rajah Brooke nach vorangegangenem Aviso einen seiner Offiziere 
nach der Spitze Po, um größere Kriegsschiffe in den Flufs zu lotsen. 
Der Rajah beabsichtigt, das schwache Leuchtfeuer auf der Spitze Po 
(die Sichtweite desselben ist in dem Leuchtf.- Verz. mit 14 bis 20 Sm angegeben) 
demnächst durch ein neues stärkeres zu ersetzen. 
% 
Vgl. China Sea Directory, Vol. II, 1879, pag, 95.
	        
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