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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Mensing: Versuche mit Gastonnen in der Aufsenjade. 
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5. Zur Verankerung von Leuchttonnen sind schwere Pilzanker und be- 
sonders schwere, langgliedrige Ketten ohne Stege (Tonnenketten) zu wählen. 
Anker und Kette müssen wenigstens alle sechs Monate revidirt, noch besser ge- 
wechselt werden, 
Trotz solcher Vorsichtsmafsregeln kann nicht mit Sicherheit darauf ge- 
rechnet werden, dafs die Tonne nicht gelegentlich vertreibt, und sind dem- 
entsprechend Vorsichtsmafsregeln (vgl. Seite 46) zur Abwendung hieraus ent- 
stehender Gefahren nothwendig. KEin verläfsliches Mittel, das Auslöschen des 
Tonnenfeuers im Falle des Vertreibens zu sichern, so wünschenswerth es auch 
sein mag, ist zur Zeit noch nicht bekannt, 
6. Die Verwendung komprimirten Oelgases auf See zur dauernden 
Speisung eines Gasbrenners, das hierzu erforderliche Vertheilungsventil, die 
Brenner sowie die Seelaternen haben sich auch bei diesem Versuche wiederum 
bewährt, und sind die vorgekommenen Beschädigungen der Laternen der Tonnen II 
und III auf eine mangelhafte Konstruktion derselben nicht zu schieben. 
7. Der Apparat zur Erzeugung der Lichtblicke hat sich bei diesen Ver- 
suchen in sehr bewegtem Wasser verbesserungsfähig gezeigt. Da es jedoch sehr 
schwer sein dürfte, ihn durch einen besseren Apparat zu ersetzen, und die 
Vortheile, welche die Möglichkeit der Unterscheidung der Tonnen voneinander 
bieten, doch wesentliche sind, so wird zunächst festzustellen sein, ob es nicht 
möglich ist, durch einen Wechsel der Unterscheidungsmerkmale das Ziel zu 
erreichen. Bis jetzt war hierbei lediglich die Dauer der einzelnen Blicke, welche 
alle von gleicher Länge waren, mafsgebend. 
Ich habe vorgeschlagen, die Unterscheidung so zu machen, dafs jedes 
Laternenfeuer einen langen Blick zeigt, welchem zwei oder mehrere ganz kurze 
Blicke, die in eine oder mehrere Gruppen geordnet sein können, als charak- 
terisirendes Merkmal vorangehen und folgen. Bei der grofsen Anzahl der hieraus 
sich als möglich ergebenden Unterscheidungszeichen wird es nicht schwer sein, 
solche auszuwählen, die mit den Feuern der nächstliegenden Tonnen selbst dann 
nicht verwechselt werden können, wenn ein Blick vorn oder hinten angehängt 
wird oder der eine oder andere kurze Blick ausfallen sollte. Ein entsprechender 
Versuchsapparat ist angefertigt und scheint gelungen zu sein, doch bin ich nicht 
darüber unterrichtet, ob derselbe sich auch bei den angeordneten praktischen 
Versuchen ausreichend bewährt hat. !) 
Rückblick auf das Wetter in Deutschland im Jahre 1894.) 
Von Prof. Dr. W. J. VAN BEBBER, 
Die nachstehende Tabelle veranschaulicht in übersichtlicher Weise die 
durchschnittlichen Witterungsverhältnisse in Deutschland in den einzelnen Monaten 
und im Jahre sowie die Abweichungen derselben von den aus langjährigen 
Beobachtungen abgeleiteten durchschnittlichen Werthen für das Jahr 1894, Dabei 
sind die meteorologischen Stationen Borkum, Hamburg, Swinemünde, Neufahr- 
wasser, Berlin, Kassel, Breslau und München als Repräsentanten für die ver- 
schiedenen Gegenden Deutschlands gewählt worden. Für die Jahreszeiten gelten 
die Monate Dezember, Januar und Februar als Winter, März, April und Mai als 
Frühling, Juni, Juli und August als Sommer und September, Oktober und November 
als Herbst. Das meteorologische Jahr umfalst also die Zeit von Anfang Dezember 
bis Ende November des folgenden Jahres, während das bürgerliche Jahr von 
‘) Nach einer Mittheilung des Reichs-Marine-Amts werden die Versuche mit Gastonnen 
seitens des Lootsen-Kommandos weiter fortgesetzt, und durch ganz neue Formen der Tonnen ist es 
gelungen, den meisten bei den damaligen Versuchen aufgetretenen Uebelständen abzuhelfen. Zur 
Zeit werden in der Aufsenjade Versuche mit einer Leucht-Bakentonne, System Pintsch, von 
11,5 cbm Inhalt vorgenommen, deren.Fokalhöhe 8 m über dem Niedrigwasserstand beträgt. 
D. Red. 
5 Vgl. diese Zeitschrift, Jahrg. 1892, S. 7 £., und Jahrg. 1393, S. 24 #.
	        
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