Meeresüberwachung
zu höheren Nitrateinträgen und zwangsläufig zu
einem Überschuss Nitrat im Küstenwasser.
Vom 18. bis 29.8. wurden Sauerstoff- und
Nährstoffmessungen in der westlichen Ostsee
vorgenommen. Nitrat und Nitrit waren im Ober
flächenwasser aufgezehrt, sodass die für die Ost
see typische Blaualgen-Entwicklung einsetzen
konnte. Auffällige Massenentwicklungen waren
allerdings nicht zu beobachten.
In der Ostsee kann im Sommer der Sauer
stoffgehalt durch Zehrung kritische Werte anneh
men. In diesem Jahr waren im Oberflächen
wasser noch Reste der Übersättigung aus Plank
tonblüten des Frühjahres zu erkennen. Im Boden
wasser hat die Zehrung den Gehalt auf 40-60%
der Sättigung verringert. In austauscharmen
Gebieten wurden nur noch 10% der Sättigungs
konzentration gefunden. Damit hat sich die Sau
erstoffsituation im Bodenwasser geringfügig ge
genüber den Vorjahren verbessert.
Überwachung auf Schwermetalle: Meerwasser
Auf drei Überwachungsreisen mit FS Gauß
im Januar, Februar und März wurden fünf unter
schiedliche Wasserkörper der Deutschen Bucht
beprobt, wobei in jedem Wasserkörper eine An
zahl von Stationen jeweils mindestens zweimal
angelaufen wurde, um die Variabilität der Kon
zentrationen besser zu erfassen.
Die langjährigen Messreihen des BSH in der
Deutschen Bucht zeigen, dass die Konzentrationen
der Schwermetalle Blei, Kupfer, Nickel, Zink und
Quecksilber langsam abnehmen. Dies ist über
wiegend auf einen geringeren Eintrag aus den
Flüssen Elbe und Weser zurückzuführen. Auch
hier wirken sich deutlich die Bemühungen für
einen besseren Gewässerschutz aus. Der Rück
gang der Bleikonzentration in der Nordsee ist vor
allem durch die Verwendung von unverbleitem
Kraftstoff begründet. Die Cadmiumkonzentration,
die überwiegend durch geochemische Prozesse
gesteuert wird, änderte sich dagegen kaum.
Zur Überwachung werden derzeit folgende
Schwermetalle regelmäßig bestimmt: Quecksilber,
Cadmium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Vanadium,
Selen (+IV), Uran, Eisen und Mangan in filtrierten
Wasserproben. In den dazugehörigen Schweb
stoffproben (Filterrückständen) werden in einem
getrennten Analysengang Cadmium, Blei, Zink,
Kupfer, Nickel, Eisen, Mangan, Titan, Vanadium
und Chrom bestimmt. Als Analysenverfahren wird
überwiegend die Totalreflexions-Röntgenfluores
zenzanalyse (TRFA) eingesetzt, außerdem die
Invers-Voltammetrie (DPASV) für Blei und Cad
mium sowie die Kaltdampf-Atomabsorptionsspek-
trometrie (CVAAS) für Quecksilber.
Allgemein lässt sich beispielsweise für die
Deutsche Bucht sagen, dass zwar jedes umwelt
relevante Schwermetall aufgrund seiner chemi
schen Eigenschaften und seines bio-geochemi
schen Verhaltens spezifische Verteilungsmuster
aufweist, dass aber viele Metalle typischerweise
vom Land (den Flüssen) durch die Küstenge
wässer zum offenen Meer hin eine abnehmende
Konzentration zeigen.