accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1999

Meeresüberwachung 
zu höheren Nitrateinträgen und zwangsläufig zu 
einem Überschuss Nitrat im Küstenwasser. 
Vom 18. bis 29.8. wurden Sauerstoff- und 
Nährstoffmessungen in der westlichen Ostsee 
vorgenommen. Nitrat und Nitrit waren im Ober 
flächenwasser aufgezehrt, sodass die für die Ost 
see typische Blaualgen-Entwicklung einsetzen 
konnte. Auffällige Massenentwicklungen waren 
allerdings nicht zu beobachten. 
In der Ostsee kann im Sommer der Sauer 
stoffgehalt durch Zehrung kritische Werte anneh 
men. In diesem Jahr waren im Oberflächen 
wasser noch Reste der Übersättigung aus Plank 
tonblüten des Frühjahres zu erkennen. Im Boden 
wasser hat die Zehrung den Gehalt auf 40-60% 
der Sättigung verringert. In austauscharmen 
Gebieten wurden nur noch 10% der Sättigungs 
konzentration gefunden. Damit hat sich die Sau 
erstoffsituation im Bodenwasser geringfügig ge 
genüber den Vorjahren verbessert. 
Überwachung auf Schwermetalle: Meerwasser 
Auf drei Überwachungsreisen mit FS Gauß 
im Januar, Februar und März wurden fünf unter 
schiedliche Wasserkörper der Deutschen Bucht 
beprobt, wobei in jedem Wasserkörper eine An 
zahl von Stationen jeweils mindestens zweimal 
angelaufen wurde, um die Variabilität der Kon 
zentrationen besser zu erfassen. 
Die langjährigen Messreihen des BSH in der 
Deutschen Bucht zeigen, dass die Konzentrationen 
der Schwermetalle Blei, Kupfer, Nickel, Zink und 
Quecksilber langsam abnehmen. Dies ist über 
wiegend auf einen geringeren Eintrag aus den 
Flüssen Elbe und Weser zurückzuführen. Auch 
hier wirken sich deutlich die Bemühungen für 
einen besseren Gewässerschutz aus. Der Rück 
gang der Bleikonzentration in der Nordsee ist vor 
allem durch die Verwendung von unverbleitem 
Kraftstoff begründet. Die Cadmiumkonzentration, 
die überwiegend durch geochemische Prozesse 
gesteuert wird, änderte sich dagegen kaum. 
Zur Überwachung werden derzeit folgende 
Schwermetalle regelmäßig bestimmt: Quecksilber, 
Cadmium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Vanadium, 
Selen (+IV), Uran, Eisen und Mangan in filtrierten 
Wasserproben. In den dazugehörigen Schweb 
stoffproben (Filterrückständen) werden in einem 
getrennten Analysengang Cadmium, Blei, Zink, 
Kupfer, Nickel, Eisen, Mangan, Titan, Vanadium 
und Chrom bestimmt. Als Analysenverfahren wird 
überwiegend die Totalreflexions-Röntgenfluores 
zenzanalyse (TRFA) eingesetzt, außerdem die 
Invers-Voltammetrie (DPASV) für Blei und Cad 
mium sowie die Kaltdampf-Atomabsorptionsspek- 
trometrie (CVAAS) für Quecksilber. 
Allgemein lässt sich beispielsweise für die 
Deutsche Bucht sagen, dass zwar jedes umwelt 
relevante Schwermetall aufgrund seiner chemi 
schen Eigenschaften und seines bio-geochemi 
schen Verhaltens spezifische Verteilungsmuster 
aufweist, dass aber viele Metalle typischerweise 
vom Land (den Flüssen) durch die Küstenge 
wässer zum offenen Meer hin eine abnehmende 
Konzentration zeigen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.