Meeresüberwachung
sen, wobei die höheren Werte an den weiter öst
lich gelegenen Stationen lagen. Die Wasser
schicht mit höherem Salzgehalt unterhalb der
Halokline weist erwartungsgemäß deutlich gerin
gere Konzentrationen auf. Die Sr-90-Aktivitäts-
konzentrationen schwankten zwischen 4 und
14 Bq/m 3 .
Die Bewertung der gemessenen Konzentra
tionen in Nord- und Ostsee und anderen Meeres
gebieten lässt in Bezug auf eine mögliche Gefahr
für Menschen durch Fischverzehr oder Aufenthalt
am Strand nach wie vor keine bedenkliche Strah
lenexposition erwarten.
Im Radioaktivitätsmessnetz in Nord- und Ost
see wurden 1999 keine außergewöhnlich hohen
Aktivitätskonzentrationen im Meerwasser registriert.
Alarmübung für radioaktive Stoffe
Vom 30. März bis 1. April führte die Radio
aktivitätsgruppe des BSFI eine Alarmübung
durch, bei der alle logistischen Möglichkeiten von
Radioaktivitätsalarmen im Meeresbereich durch
gespielt wurden. Derartige Übungen sollen auf
Anweisung des BMU etwa einmal jährlich von den
Bundesmessnetzen und Landesmessstellen durch
geführt werden.
Es wurde dabei ein Szenario der Freiset
zung aus einer verlorenen Radioaktivitätsquelle
auf der Position 54° 25’ N 011° 45’ E in der Ost
see bei der Tonne KO11 angenommen.
Die Auswertung der Übung ergab, dass im
Wesentlichen alle eingeleiteten Maßnahmen er
folgreich durchgeführt werden konnten. Derartige
Szenarien sollen weiter geübt werden, um auch
die aufgetretenen Schwachpunkte zu beseitigen.
Überwachung auf Nährstoffe und Sauerstoff
Die jährlichen Untersuchungen zur Vertei
lung und zum zeitlichen Trend der Nährstoffkon
zentrationen (Phosphat, Stickstoffverbindungen,
Silikat) in der Deutschen Bucht wurden vom 17.2.
bis 1.3. durchgeführt. Das Stationsnetz umfasste
33 Positionen.
Bei dem für die Deutsche Bucht typischen
Salzgehalt von 33 PSU lag die mittlere Phosphat
konzentration 1999 bei 0,54 ±0,14 pmol/l und
ist damit nicht mehr signifikant verschieden von
dem Bezugswert aus dem Jahre 1936 mit
0,53 ±0,13 pmol/l. Für die Silikatkonzentration
mit 11,8 ± 3,4 pmol/l gegenüber 10,0 ± 2,8 pmol/l
gilt Ähnliches. Der gebundene Stickstoff (NO*) lag
bei 23,7 ± 7,2 pmol/l. Leider fehlen hier zuverläs
sige Bezugsdaten, die gleich weit zurückreichen.
Die Phosphatkonzentration liegt heute auf dem
gleichen Niveau wie 1936, als die Landwirtschaft
noch weitgehend ohne Mineraldünger betrieben
wurde, und die Flächenerträge entsprechend ge
ring waren. Der Vergleichswert 1978, während
der beginnenden Eutrophierungsdebatte, betrug
1,25 ± 0,14 pmol/l und lag damit mehr als doppelt
so hoch wie heute. Man kann davon ausgehen,
dass die Phosphatkonzentrationen damals eutro-
phierende Auswirkungen gehabt haben.
Die heutigen Nitratwerte liegen mit großer
Wahrscheinlichkeit höher als 1936, denn die heu
tigen landwirtschaftlichen Flächenerträge sind nur
mit hohem Nitrateinsatz zu erreichen. Das führt