Meeresüberwachung
nahmen zum Schutz von Nord- und Ostsee. Sie
sind Bestandteil von nationalen und internationalen
Überwachungsprogrammen.
Das BSH arbeitet bei den Überwachungsaufga
ben sehr eng mit anderen Umweltbehörden des
Bundes und der Länder sowie den Meeresfor
schungsinstituten an den Universitäten zusam
men. Ein bedeutender Teil der Überwachungsar
beiten in der Ostsee wird im Auftrag des BSH vom
Institut für Ostseeforschung Warnemünde durch
geführt. In den Küstengewässern und Ästuarien
wird die Überwachung mit den Küstenländern ge
meinsam im BLMP abgestimmt und durchgeführt.
Zur Unterstützung der routinemäßigen Untersu
chungen führt das BSH eigene Forschungspro
jekte durch und beteiligt sich auch an Projekten
anderer Forschungseinrichtungen.
Die Verschmutzung des Meeres macht an
nationalen Grenzen nicht halt. Deshalb wird die
Überwachung des Meeres international abge
stimmt. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligt
sich - auf der wissenschaftlichen Ebene durch
das BSH vertreten - an der Erarbeitung und
Durchführung von internationalen Überwachungs
programmen im Rahmen verschiedener Überein
kommen.
In der Nordsee ist dies das „Joint Assess
ment and Monitoring Programme“ (Oslo/Paris-
Übereinkommen), in der Ostsee das Überwa
chungsprogramm COMBINE im Rahmen des
Helsinki-Übereinkommens.
Die Überwachung der Meeresumwelt erfolgt
sowohl durch die regelmäßige Entnahme von
Wasser- und Sedimentproben und deren Analyse
an Bord oder im Laboratorium des BSH als auch
durch ein automatisches Messsystem auf festen
Seestationen (MARNET). Die gewonnenen Pro
ben werden auf Nährstoffe, gelösten Sauerstoff,
Schwermetalle, halogenierte Kohlenwasserstoffe,
Erdöl-Kohlenwasserstoffe und Radionuklide so
wie auf weitere Begleitparameter untersucht, die
für die Beurteilung der Ergebnisse notwendig
sind.
Am 5. Juni 1999, dem „Tag der Umwelt“,
veranstaltete das BSH-Labor einen Tag der
Offenen Tür. Die Öffentlichkeit war eingeladen,
die Arbeiten der Meereschemiker kennen zu
lernen. Die Überwachungstätigkeit wurde von den
Mitarbeitern möglichst praktisch erklärt. Hierbei
wurde den rund 300 Besuchern u.a. gezeigt, wie
Nährstoffe im Meer bestimmt werden, welcher
Aufwand betrieben werden muss, um geringste
Spuren von radioaktiven Substanzen im Meer
nachweisen zu können und wie die Daten an
schließend in ein bundesweites Datennetz einge
speist werden. Es wurde vorgeführt, wie kleinste
Spuren von Schwermetallen und organischen
Schadstoffen im Wasser und Sediment nachge
wiesen werden und wie man Ölsündern mithilfe
von chemischen Methoden auf die Spur kommt.
Einen großen Raum nahm auch die simulierte
Vorführung der Entnahme von Wasserproben
aus 50 m Tiefe oder aus 5000 m Tiefe oder von
Sedimenten ein (Abb. 20).
Tag der Offenen Tür im Laboratorium Sülldorf