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Volltext: Jahresbericht 1999

Meeresüberwachung 
■ Seegangsmessnetz 
Im Oktober/November wurden wiederholt 
Seegangsvergleichsmessungen zwischen einer 
verankerten BSH-Seegangsboje bei einer Was 
sertiefe von ca. 13 m und dem Seegangsradar 
WAMOS im Abtastfeld („footprint“) des Radars 
südlich Helgolands durchgeführt. Das Radar war 
am Telemast auf dem Helgoländer Oberland 
installiert. Das Seegangsradar ermittelt zwei 
minütige Mittelwerte über den gesamten „foot 
print“ (ca. 1 x 2 km) des Radarfensters. Für den 
Vergleich mit den ortsfesten Bojenmessungen 
innerhalb des „footprints“ wurden die Radardaten 
entsprechend dem Messintervall der Bojen noch 
mals auf halbstündige Werte gemittelt. Die Ge 
genüberstellung der Ergebnisse von Radar und 
Boje zeigt eine weitgehende Übereinstimmung 
beider Zeitreihen. Differenzen sind wahrschein 
lich auf die Mittelbildung der Radardaten über das 
Abtastfeld von 1 x2 km zurückzuführen. 
Die Seegangsdauermessung des BSH in 
der Deutschen Bucht bei den Messstationen 
ELBE, NSB II und Helgoland erfasste auch das 
spektakulärste Ereignis im Jahr 1999, den Durch 
zug des Orkantiefs „Anatol“ am 3.12. Während 
des Orkans erreichten die Wellen eine signifi 
kante Wellenhöhe von 7 m beim UFS ELBE, das 
infolge des Seegangs kenterte. Ähnlich hoch wa 
ren die Wellen bei Helgoland. An der küstenfern 
sten Messstation „NSB II“ betrug die maximale 
Wellenhöhe sogar mehr als 9 m. 
Überwachung des Meeres 
Der Schutz des Meeres besitzt in der Umwelt 
politik eine sehr hohe Priorität. Zur Beurteilung 
des Zustandes der Meeresumwelt ist eine Über 
wachung unerlässlich. Das BSH überwacht Schad- 
und Nährstoffe sowie meeresphysikalische Para 
meter in Nord- und Ostsee. Diese beiden Schelf 
randmeere des Atlantischen Ozeans stehen unter 
vergleichsweise starkem Einfluss des Menschen, 
da ihre Wassereinzugsgebiete eine der höchsten 
Besiedlungsdichten und eine starke Industriali 
sierung der Anrainerstaaten aufweisen. Zusätz 
lich gehören sie zu den dicht befahrendsten 
Schifffahrtsgebieten der Welt. Die Überwachung 
von Nord- und Ostsee wird in internationaler 
Zusammenarbeit im Rahmen der Übereinkommen 
von Oslo und Paris zum Schutze des Nordostat 
lantiks (OSPARCOM) und dem Übereinkommen 
von Helsinki zum Schutze der Meeresumwelt der 
Ostsee (HELCOM) durch die Anrainerstaaten, 
national im Rahmen des Bund/Länder-Messpro- 
gramms (BLMP) und nach dem Strahlenschutz 
vorsorgegesetz durchgeführt. 
Die Überwachungsergebnisse zeigen inzwi 
schen in vielen Bereichen deutliche Verbesserun 
gen des Umweltzustandes von Nord- und Ostsee, 
obwohl es nach wie vor Probleme gibt. Neue Sub 
stanzen können unbekannte Risiken für Meeres 
flora und -fauna bedeuten. Eine Reihe von Sub 
stanzen steht im Verdacht, dass sie in extrem 
geringer Konzentration auf das Hormonsystem 
von Meeresorganismen einwirken können. Die 
Ergebnisse der Überwachung des BSH liefern 
wissenschaftliche Grundlagen zur Bewertung des 
Zustandes und damit eine Grundlage für Maß- 
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