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Full text : Jahresbericht 1999

Meereskundliche  Dienste

Kommission  (IOC)  der  UNESCO  und  von  der
Meteorologischen  Weltorganisation  (WMO)  organisierten ­
  Integrated-Global-Ocean-Services-System
(IGOSS)  werden  Temperatur  und  Salzgehalt  gemessen ­
  und  in  Nahe-Echtzeit  weltweit  über  das
Globale  Telekommunikationssystem  (GTS)  verteilt. ­
  Die  gewonnenen  Messwerte  dienen  sowohl
wissenschaftlichen  Fragestellungen  im  Rahmen
der  Klimaüberwachung  als  auch  praktischen  Anwendungen ­
  operationeller  ozeanographischer
und  meteorologischer  Dienste.  Für  das  im  Aufbau
befindliche  Globale  Ozean  Beobachtungssystem
(GOOS)  sind  Handelsschiffsprogramme  von  zentraler ­
  Bedeutung.
Am  SOOP  des  BSH  beteiligten  sich  1999
fünf  Handelsschiffe.  Die  deutschen  Containerschiffe ­
  Köln  Express  und  Cap  Finlsterre  lieferten
mit  Einwegtemperatursonden  (XBT)  über  700
Temperaturprofile  aus  den  oberen  1000  m  Wassertiefe ­
  des  nördlichen  und  zentralen  Atlantischen ­
  Ozeans.  Die  Messwerte  wurden  in  Echtzeit
über  METEOSAT  in  das  BSH  übertragen  und
nach  Prüfung  und  ggf.  Korrektur  sofort  in  das
GTS  eingespeist.  Ergänzt  wurde  dieses  XBT-Messprogramm
  durch  über  10  000  oberflächennahe ­
  Temperaturmessungen  in  Nord-  und  Ostsee
der  Schiffe  Coral  Essberger,  Ebro  und  Barbara.
In  Ergänzung  zu  den  SOOP-Aktivitäten  wurde  die
gleiche  Anzahl  an  oberflächennahen  Temperaturund
  Salzgehaltsmessungen  durch  verschiedene
deutsche  Forschungs-  und  Vermessungsschiffe
sowie  Fischereischutzboote  beigesteuert.  Weitere
umfangreiche  zusätzliche  Datenbeiträge  lieferten
die  MARNET-Stationen,  die  wie  die  übrigen
SOOP-Daten  ebenfalls  in  Nahe-Echtzeit  über
GTS  international  verteilt  wurden.

■  Radioaktivitätsmessnetz
Mit  dem  Radioaktivitätsmessnetz  überwacht
das  BSH  die  Seegebiete  der  deutschen  Ostseeund
  Nordseeküsten  kontinuierlich  auf  Einträge
künstlicher  Radioaktivität  und  speist  die  ermittelten
Daten  täglich  in  das  „Integrierte  Mess-  und  Informationssystem“ ­
  (IMIS)  des  BMU  ein.  Dieses
Messnetz  des  BSH  besteht  derzeit  aus  sechs
Küstenstationen,  fünf  Stationen  auf  MARNET-Geräteträgern
  (Bojen,  Feuerschiffe,  Mast)  und  vier
Stationen  an  Bord  der  vom  BSH  betriebenen
Forschungs-  und  Vermessungsschiffe.  Die  Überwachungsgeräte ­
  liefern  Informationen  über  die
Brutto-Gesamtgammastrahlenaktivität  sowie  eine
Gamma-Spektraldarstellung  über  1024  Kanäle,
aus  der  sich  Rückschlüsse  auf  die  vorhandene
Aktivität  künstlicher  Nuklide  im  Meerwasser  ableiten ­
  lassen.
In  der  zentralen  Datenverarbeitung  des
BSH  wurden  Verfahren  installiert,  die  weitgehend
automatisch  die  Vorprüfung  der  über  Telefon  oder
Satellit  einlaufenden  Messdaten  vornehmen  sowie
eine  kontinuierliche  Bereitstellung  dieser  Daten
für  dezentrale  Nutzer  zur  weiteren  Auswertung
gewährleisten.  Eine  Visualisierung  sowie  die
Plausibilitätsprüfung  der  Messwerte  erfolgt  daran
anschließend  auf  Auswerterechnern  in  Hamburg
und  Rostock  mit  selbst  entwickelten  Programmen.
Gleichzeitig  mit  diesem  Vorgang  stehen  die  gültigen
Daten  zur  automatisierten  Einspeisung  in  das
IMIS  des  BMU  bereit.

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