Meereskundliche Dienste
Betrieb operationeller Messnetze
■ Marines Umweltüberwachungs-Messnetz
in Nord- und Ostsee (MARNET)
Eine umfassende Überwachung der Mee
resumwelt allein auf der Basis sporadischer
Schiffsmessungen oder oberflächengebundener
Satellitenbeobachtungen ist nicht möglich.
Daher betreibt das BSH in der Deutschen
Bucht und der westlichen Ostsee zusätzlich ein
quasikontinuierlich, in der ganzen Wassersäule
messendes, automatisches Messnetz ortsfester
Dauerstationen. Nur so können Messdaten sowohl
für aktuelle Belange als auch Langzeitserien für
klimarelevante Aussagen bereitgestellt werden.
Neben den routinemäßigen Wartungsarbeiten
(Abb. 19) an den im operationellen Betrieb be
findlichen Messstationen wurden die Ausrüstungs
arbeiten an der umgebauten Großtonne FEH
MARNBELT, an den Neubauten NSBIII und
ARKONA BECKEN sowie dem letzten noch nicht
umgebauten unbemannten Feuerschiff (UFS)
fortgesetzt. Bei dem UFS ging es um die Nach
rüstung mit MERMAID-Komponenten des Projek
tes CANVAS, die ein modernes Datenmanage
ment-System und automatische Nährstoff-Mess
technik und Probenentnahme-Einrichtungen um
fassen. Bei den übrigen Um- und Neubauten
handelte es sich mit Ausnahme der Station
ARKONA BECKEN um eine komplette Grundaus
stattung unter Einbeziehung der neuen MER-
MAID-Technik.
Die NSB II konnte im Mai mit Unterstützung
der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wieder
auf ihrer Messposition ausgebracht werden und
ihren operationeilen Betrieb aufnehmen. Um eine
Nutzung über weitere 10 bis 15 Jahre sicherzu
stellen, musste die Boje 1998 dringend einer
Grundüberholung unterzogen werden.
Am 3.12.1999 kenterte das UFS auf der
Position ELBE; alle Betriebsräume liefen voll See
wasser. Das UFS verblieb eine Reihe von Tagen
kieloben auf Position, weil Bergungsversuche
wegen der andauernden Sturmwetterlage unmög
lich waren. Nach dem inzwischen festgestellten
Schadensumfang ist die gesamte Ausrüstung des
UFS, also auch der zu MARNET gehörende Teil,
als Totalschaden einzustufen. Nach Abwägung
der Bedeutung der Messstationen in der Nordsee
für die Aufgabenerfüllung im BSH wurde der Ver
zicht auf die Station ELBE beschlossen. Damit wird
eine bereits in den 20er-Jahren mit Feuerschiffs
beobachtungen begonnene wichtige Datenreihe
abgebrochen.
Im Kalibrierlabor wurden routinemäßig Mess
sensoren und -Systeme für Temperatur, elektri
sche Leitfähigkeit (Salzgehalt) und Druck (Was
sertiefe) kalibriert. Ferner wurden die Doku
mentation der Kalibriermethoden und die Verfah
rensanweisungen fertiggestellt. Damit ist bereits
eine wesentliche Vorarbeit für die Einführung des
Qualitätsmanagements geleistet.
■ Ship-of-Opportunity-Programm
Das Ship-of-Opportunity-Programm (SOOP)
des BSH fasst alle ozeanographischen Mess
aktivitäten zusammen, die mit Hilfe von Handels
schiffen durchgeführt werden. Als Bestandteil des
von der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen
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