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Full text: Jahresbericht 1999

Meereskundliche Dienste 
Wegen begrenzter Möglichkeiten der Abla 
gerung an Land wird zunehmend die Verklappung 
von Baggergut in Küstennahe diskutiert. Die 
feineren Bestandteile des Baggergutes würden 
sich dabei in Form einer Schwebstoffwolke aus 
breiten. Dieser Vorgang kann nach einer Erwei 
terung des Ausbreitungsmodells um ein Schweb 
stoffmodul nun bis zur erstmaligen Ablagerung 
des Materials berechnet werden. Die Erweiterung 
des Modells um Erosionsprozesse ist geplant. 
Wasserstandsprognosen sind eine weithin 
bekannte Dienstleistung des BSH. Das Staumo 
dell hat sich dabei in den letzten Jahren als wich 
tiges Hilfsmittel bewährt, so auch bei der sehr 
schweren Sturmflut am 3.12.1999 als Folge des 
Orkantiefs „Anatol“. Unmittelbar danach wurden 
mit dem Modell weitere Szenarienrechnungen mit 
zeitlich und räumlich variierten Zugbahnen des 
Tiefs ausgeführt, um die Frage nach theoretisch 
möglichen Extremwasserständen zu untersu 
chen. Diese Untersuchungen sind noch nicht ab 
geschlossen. 
Oberflächentemperaturkarten 
Die Oberflächentemperaturen der Nordsee 
wurden weiterhin als wöchentliche Analysekarten 
und monatliche Anomaliekarten veröffentlicht und 
an Interessenten (Bundes- und Landesbehörden, 
Forschungsinstitute, Fischerei und Naturschutz 
organisationen) im In- und Ausland versandt. 
Die statistische Einordnung der Oberflä 
chentemperaturen der Nordsee ergibt, dass 1999 
nach 1990 das zweitwärmste Jahr im Beobach 
tungszeitraum 1971-1999 war. Die Neunziger 
jahre stellen nunmehr sechs der sieben wärmsten 
Jahre seit 1971. Wenngleich die Oberflächentem 
peraturen das ganze Jahr über wärmer als normal 
ausfielen, so waren die Abweichungen von den 
klimatologischen Mittelwerten mit etwa 0,5 K bis 
einschließlich Juni nur mäßig stark ausgeprägt. 
Der anschließende sprunghafte Temperaturan 
stieg um 3,2 K machte den Juli 1999 der Zeitreihe 
1971-1999 mit einer Mitteltemperatur von 15,5°C 
zum zweitwärmsten Juli nach dem Juli 1997. 
Während üblicherweise die saisonale Abkühlung 
in der zweiten Augusthälfte einsetzt, stagnierten 
die diesjährigen Temperaturen im Mittel bei fast 
16°C bis Ende September (Abb. 17). Mit durch 
schnittlich 2 K über den klimatologischen Mittel 
werten - in den deutschen Küstengewässern so 
gar über 3 K - setzten die Temperaturen im 
September neue Rekordhöhen. Diese extreme 
Warmanomalie der gesamten Nordsee schwächte 
sich bis zum Jahresende nur wenig ab. 
Für die klimarelevanten Untersuchungen 
wurde die systematische statistische Auswertung 
der digitalen wöchentlichen Oberflächentem 
peraturanalysen der Nordsee für den Zeitraum 
1968 - 1999 fortgesetzt. Geographische Darstel 
lungen der monatlichen Temperaturverteilungen, 
der zugehörigen Temperaturanomalien sowie der 
Gaußschen Perzentile (als statistisches Signifi 
kanzmaß dieser Anomalien) sind jetzt für den ge 
nannten Zeitraum im Internet verfügbar und wer 
den monatlich aktualisiert. 
Die Oberflächentemperaturkarte der Ostsee 
wurde 1999 in unveränderter Form hergestellt. Im 
Unterschied zur Oberflächentemperaturkarte der 
Nordsee basiert die Ostseekarte zur Zeit aus 
schließlich auf Satelliteninformationen. 
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