Meereskundliche Dienste
achtet, und zwar im Wesentlichen zwischen dem
4. und 15. Dezember 1998, im Eiderbereich auch
schon vom 22. bis zum 26. November sowie am
14./15. Februar 1999.
An der Ostseeküste begann die Eisbildung
in den inneren Boddengewässern der Küste
Mecklenburg-Vorpommerns bereits in der letzten
Novemberdekade 1998 - einem frühen Beginn.
Sie griff auch auf die Unterwarnow, die innere
Wismarbucht und die Schlei über und dauerte mit
kurzen Unterbrechungen bis zum 12. Dezember.
Aufgrund des dann einsetzenden Tauwetters
war das maximal 15 cm dicke Eis bis zum 20. De
zember größtenteils wieder abgeschmolzen. In
den inneren Bodden hielten sich örtlich Reste bis
in die erste Januarwoche 1999. Eine weitere Eis
bildungsphase fiel in die zweite Februardekade.
Sie erfasste im Wesentlichen nur die Bodden
gewässer einschließlich der Fahrwasser nach
Stralsund sowie die Zufahrten zu den Rostocker
Häfen. Um den 25. Februar waren alle Innenfahr
wasser wieder eisfrei. Schifffahrtsbehinderungen
waren während der Vereisungsphasen nur örtlich
und kurzfristig gegeben und auf kleine Fahrzeuge
mit niedriger Maschinenleistung beschränkt.
Im nördlichen Ostseeraum war ein mäßiger
Eiswinter zu verzeichnen, der am unteren Ende
dieser Kategorie angesiedelt war. Zum (zweiten)
Vereisungshöchststand etwa Mitte März erstreckte
sich die Eisbedeckung der See auf den Nordteil
des Bottnischen und den Ostteil des Finnischen
Meerbusens. Beide Seegebiete waren infolge häu
figer windbedingter Eispressungen mit größten
teils schwierigem Eis bedeckt. Der Rigaische
Meerbusen war nur kurzfristig mit Neueis be
deckt, weiter südlich kam es nur zu einer Küsten
vereisung.
Die Herausgabe gedruckter Eisberichte und
Eiskarten für den Ostseeraum begann am 17. No
vember 1998 und endete am 25. Mai 1999. Für
die deutschen Küstengewässer wurden wegen
des milden Winters nur für den Bereich von Meck
lenburg-Vorpommern spezielle Eisberichte her
ausgegeben. Die Beratungstätigkeit für Ämter
und Behörden im Hinblick auf die Eisgefährdung
von Seezeichen und Bauwerken sowie für die
Planung des Eisbrechereinsatzes wurde weiter
verbessert. Über den DWD in Hamburg wurden
erstmals seit 30 Jahren keine Eis(berg)karten von
der Neufundlandbank-Region ausgestrahlt, da die
International Ice Patrol wegen der ausgebliebenen
Eisberge im Bereich der Nordatlantikroute ihre
Routinetätigkeit nicht aufgenommen hatte.
Die Beratung des deutschen Forschungs
schiffs Polarstern sowie von Kreuzfahrtschiffen
und Jachten in polaren Gewässern (Barentssee
bis Labradorsee, Antarktis) bildete in den jewei
ligen Sommerhalbjahren einen weiteren operatio
neilen Arbeitsschwerpunkt. Ferner fielen mehrere
Stellungnahmen zu geplanten deutschen Schiffs
unternehmungen in der Antarktis an, bei denen
das BSH gemäß dem Gesetz zur Ausführung des
Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag mit
wirkt.
Im März war das BSH an der 20-tägigen
Erprobungsreise der Eisbrecherfähigkeiten des
neuen Schadstoffunfall-Bekämpfungsschiffes des
Bundes Neuwerk in den Bottnischen Meerbusen
beteiligt. Über einen an Bord installierten Arbeits
platzrechner und eine digitale SatCom-Verbin-
74