Meereskundliche Dienste
Gezeiten
Die Gezeitentafeln für das Jahr 2000, Eu
ropäische Gewässer erschienen im Oktober 1999.
Der Gezeitenkalender der Hoch- und Niedrigwas
serzeiten für die Deutsche Bucht und deren Fluss
gebiete, 2000 kam im September heraus.
Die ausführlichen Vorausberechnungen für
die ausländischen Bezugsorte erhielt das BSH im
Rahmen internationaler Vereinbarungen von den
jeweiligen ausländischen hydrographischen Diens
ten. Als Gegenleistung wurden diesen die Vor
ausberechnungen für die deutschen Orte und die
russische Station Ekaterininskaja übermittelt.
Zur Fortschreibung der Gezeitentafeln und
der Beschickungsunterlagen für die Seevermes
sung werden alle verfügbaren Wasserstands
messungen aus dem deutschen Küstenbereich
gesammelt und in einer Gezeiten-Datenbank ar
chiviert. Dazu gehören die Pegeldaten der Was
ser - und Schifffahrts-, Wasserwirtschafts- und
Hafenverwaltungen sowie Watt- und Vermes
sungspegel. Aus Hoch- und Niedrigwasserbeob
achtungen von 169 Pegeln der deutschen Nord
seeküste wurden durch Fourierdarstellungen der
halbmonatlichen Ungleichheiten die Gezeiten
grundwerte und Gezeitenunterschiede zu den Be
zugsorten neu abgeleitet. Ebenso wurden aus
den ausführlichen Vorausberechnungen der
Hoch- und Niedrigwasser für einige ausländische
Bezugsorte Gezeitengrundwerte neu bestimmt.
Die Vorausberechnungen für die 13 deutschen
Bezugsorte der Gezeitentafeln 2000 beruhen auf
Analysen des jüngsten 19-jährigen Beobach
tungszeitraums 1979 bis 1997.
Die 1997 begonnenen Hochseepegelmes
sungen in der Deutschen Bucht wurden fortge
setzt. Mit den von jeweils etwa einmonatiger Dauer
gewonnenen 34 Zeitserien werden die Wasser
standserrechnungskarten für die Seevermessung
verbessert. Die Pegelmessungen werden fortge
setzt.
Für die Seevermessung wurden 33 Wasser
standserrechnungskarten zum Beschicken der
Lotungen erarbeitet. Zahlreiche Auskünfte über
Gezeiten und Wasserstände wurden an Schiff
fahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatperso
nen erteilt.
Eisdienst
Der Winter 1998/99 verursachte in den deut
schen Küstengebieten sowohl der Nordsee als
auch der Ostsee erneut eine schwache Eissaison.
Die Werte für die flächenbezogene Eisvolumen
summe, eine Maßzahl für die Bewertung des
Winters im Hinblick auf den Umfang und die
Stärke der Eisbedeckung sowie auf die Dauer des
Eisvorkommens, fielen für die Eissaison 1998/99
sehr niedrig aus. Dies ist das dritte Jahr in Folge
nach dem letzten starken und sehr langen Eiswin
ter 1995/96. Für den 103-jährigen Zeitraum 1896
bis 1999 ergab sich für die Nordseeküste Rang 81
und für die Ostseeküste Rang 84.
Im Bereich der Nordsee blieben die ostfriesi
sche Küste sowie Jade und Weser vollständig
eisfrei. Weiter nordostwärts erfasste die Verei
sung nur die Elbe oberhalb Glückstadts und das
südliche nordfriesische Wattengebiet. Es wurde
dort für maximal zwei Wochen dünnes Eis beob
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