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Full text: Jahresbericht 1999

Meereskundliche Dienste 
Rundfunkanstalten im norddeutschen Raum 
verbreiteten regelmäßig morgens und abends die 
Vorhersagen für die Hochwasser an der deut 
schen Nordseeküste und den angrenzenden Re 
vieren. Wasserstandsvorhersagen für die Küste 
Mecklenburg-Vorpommerns wurden halbtäglich 
vom Landessender RMV in den 9.00- und 18.00- 
Uhr-Nachrichten ausgestrahlt. Informationen für 
die Ostseeküste Schleswig-Holsteins wurden dem 
NDR-Regionalsender Kiel zur Verfügung gestellt, 
wenn die Wasserstände mehr als 0,5 m von NN 
abwichen. 
Die Verkehrszentralen der Wasser- und 
Schifffahrtsverwaltung, der Schiffsmeldedienst und 
die Hafenämter an der Nordseeküste erhielten 
täglich alle 6 Stunden (02, 08, 14, 20 Uhr) per Fax 
Vorhersagen für die kommenden Hoch- und Nied 
rigwasser in ihren Aufsichtsbereichen (Abb. 15). 
Im Ostseebereich erfolgte die Information der 
Haupt-Revierzentralen Stralsund und Travemünde 
fernmündlich. 
Sämtliche Wasserstandsvorhersagen wur 
den auf den WWW-Seiten des BSH angeboten. 
Außerdem konnten sie sowohl als Sprachansage 
abgehört als auch als Fax abgerufen werden. 
In Emden waren 1999 60%, in Wilhelms 
haven 57%, in Bremen 63% und in Hamburg 
55% aller Hochwasser gleich hoch oder höher als 
das mittlere Hochwasser. 46% der Niedrigwasser 
in Emden, 48% in Wilhelmshaven, 50% in Bre 
men und 47% der Niedrigwasser in Hamburg tra 
ten niedriger als das mittlere Niedrigwasser ein. 
Bei 74 Hochwassern an der deutschen Nord 
seeküste wurde vor Erhöhungen von 0,75 m oder 
mehr gewarnt, bei 10 von diesen Hochwassern 
vor Sturmfluten (höher als 1,5 m über mittlerem 
Hochwasser). Die zwei höchsten Sturmfluten 
1999 an der deutschen Nordseeküste traten am 
5. Februar mit 286 cm und am 3. Dezember mit 
307 cm über mittlerem Hochwasser in Cuxhaven 
ein. Viermal wurde vor besonders niedrigen Nied 
rigwassern (niedriger als 0,75 m unter mittlerem 
Niedrigwasser) gewarnt. 
Für die deutsche Ostseeküste wurde 1999 
insgesamt 19-mal vor ungewöhnlich hohen oder 
niedrigen Wasserständen (0,75 m bis 1 m Ab 
weichung vom mittleren Wasserstand) gewarnt. 
Davon wurden in 3 Fällen Sturmflutwarnungen 
verbreitet (Abweichungen vom mittleren Wasser 
stand über 1 m). In zwei Fällen wurden Niedrig 
wasserwarnungen für Wasserstände von mehr 
als 1 m unter mittlerem Wasserstand ausgegeben. 
Am Pegel Wismar wurde am 4.12.1999 der seit 
1625 niedrigste registrierte Wasserstand mit 1,91 m 
unter dem mittleren Wasserstand gemessen. 
Die Liste der Empfänger, die an Nord- und 
Ostsee mit Hilfe des rechnergestützten Alarmie 
rungssystems FACT24 vor erhöhten oder ernied 
rigten Wasserständen gewarnt werden, umfasst 
275 Kunden. 
Mit den Sturmflutwarndiensten der Nieder 
lande und Polens wurden Wasserstandsbeob 
achtungen und Warnungen ausgetauscht. 
Für das Global Sea Level Observing System 
(GLOSS) wurden lückenlose Zeitreihen stündli 
cher, täglicher und monatlicher Mittelwerte des 
Wasserstandes an den Pegeln Borkum, Cuxha 
ven und Wittdün an den Permanent Service for 
Mean Sea Level am Proudman Oceanographic 
Laboratory in Birkenhead (Großbritannien) ge 
schickt.
	        
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