Nautische Hydrographie
Internationale Zusammenarbeit
Entwicklung von ECDIS-Diensten weltweit
ance and Application Development Working
Group (TSMAD-WG) tagte 1999 zweimal. Gegenstand
der Beratungen waren die neue Version 3.1
von S-57, die im Jahre 2000 in Kraft treten soll,
sowie künftige Erweiterungen des Objektkataloges
von S-57. Von deutscher Seite wurden detaillierte
Vorschläge zur Entwicklung eines Anwendungsprofils
für die Inhalte eines digitalen Seehandbuchs
sowie zeitveränderliche „Marine Information
Objects“ vorgelegt.
Zu ihrer ersten Sitzung traf sich im Oktober
die neu eingerichtete Arbeitsgruppe Standardisierung
von Seehandbüchern in Kanada. Auch hier
wird das vom BSH vorgeschlagene Konzept weiter
verfolgt, das auf eine radikale Straffung der
Seehandbuchinhalte abzielt, die es ermöglicht,
die relevanten Informationen tabellarisch übersichtlich
darzustellen und als S-57-Objekte im
ECDIS auszuwerten.
Anlässlich der Tagung des Unterausschusses
„Safety of Navigation“ der IMO im Juli 1999
wurde eine Neufassung des Kapitels V des Schiffssicherheitsvertrages
SOLAS eingehend erörtert.
Dort werden u.a. die Mindestanforderungen an die
Ausrüstung seegehender Schiffe mit Seekarten
und nautischen Informationen festgelegt. Meinungsunterschiede
hatten sich zwischen mehreren hydrographischen
Diensten bezüglich des Status amtlicher
Seekarten und nautischer Veröffentlichungen
ergeben. Das BSH wirkte hier an der Formulierung
eines Kompromissvorschlags mit, der jedoch noch
nicht verabschiedet werden konnte.
Unter dem Vorsitz des BSH-Präsidenten
tagte vom 26. bis 28. 1. 1999 der IHO-Ausschuss
World Wide Electronic Navigational Chart Data
Base (WEND) in Sydney, Australien. Aufgabe des
WEND-Ausschusses ist es, den Aufbau eines
weltweiten Datendienstes für ECDIS zu fördern
und zu koordinieren. Wie bereits in den vorangegangenen
Tagungen wurde der Stand der Organisation
der ECDIS-Datendienste weltweit kritisch
erörtert und Vorschläge für ihre regionale Koordinierung
ausgearbeitet.
Das Nordeuropäische Regionale Koordinierungszentrum
für ECDIS stellt die erste Realisierung
der Grundsätze des WEND-Konzeptes weltweit
dar. Unter dem Namen PRIMÄR wurde das
Zentrum am 28. April 1999 vom norwegischen
König am Sitz von PRIMÄR in Stavanger eröffnet.
Das BSH wirkte auch weiterhin in den Gremien
von PRIMÄR (Technical Expert WG, Marketing
WG und Advisory Committee) intensiv mit.
So war das BSH vom 25. bis 26. Oktober 1999
Gastgeber der PRIMÄR Technical Expert Working
Group, die sich unter Beteiligung der 10 hydrographischen
Dienste, die das Zusammenarbeits-Abkommen
mit PRIMÄR unterzeichnet
hatten, am BSH-Sitz in Rostock trafen. Erstmals
am 9. Dezember 1999 wirkte das BSH an einer
Sitzung des erweiterten Direktionsausschusses
von PRIMÄR mit, in den Deutschland auf der Sitzung
des Advisory Committee 4. bis 5. November
1999 in Norrköping hinein gewählt worden war.
Zwar hatten die PRIMÄR angeschlossenen
Dienste deutliche Fortschritte in Bezug auf Ver-