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Full text : Jahresbericht 1999

Seevermessung

NAUTISCHE  HYDROGRAPHIE

Seevermessung  und  Geodäsie
Die  Seevermessung  und  die  Wracksuche
innerhalb  des  Küstenmeeres  und  der  Ausschließlichen ­
  Wirtschaftszone,  die  mit  knapp  60  000  km 2
etwa  einem  Sechstel  des  Territoriums  der  Bundesrepublik ­
  Deutschland  entsprechen,  liefern  die
topographischen  und  hydrographischen  Grunddaten ­
  für  die  Seekarten  und  die  anderen  nautischen ­
  Veröffentlichungen,  die  vom  BSH  für  diese
Seegebiete  zusammengestellt  und  herausgegeben ­
  werden.
Hier  sind  etwa  1700  Wracks  und  andere  Unterwasserhindernisse ­
  registriert,  die  in  Abhängigkeit ­
  von  ihrer  Gefährlichkeit  für  die  Seeschifffahrt
in  festgelegten  Zeitabständen  überprüft  werden
müssen.  Außerdem  wird  der  Meeresboden  in
nautisch  relevanten  Seegebieten  (Reeden,  Verkehrstrennungsgebiete, ­
  Schifffahrtswege  u.a.  m.)
besonders  sorgfältig  vermessen  und  nach  Unterwasserhindernissen ­
  abgesucht.
Bei  der  Erfüllung  dieser  Aufgaben  arbeitet
das  BSH  eng  mit  den  anderen  Behörden  der
Wasser-  und  Schiffahrtsverwaltung  (WSV)  des
Bundes  zusammen.

Seevermessung  und  Wracksuche
Das  VS  Komet  mit  vier,  die  VWFS  Atair,
Deneb  und  Wega  mit  je  zwei  Vermessungsbooten
(Abb.  8)  sowie  die  VE  Mercator/Bessel  (Abb.  9)  führten ­

  Seevermessungsarbeiten  mit  rund  24  200  sm
(44  800  km)  Lotungsprofilen  in  der  Nordsee  und  in
der  Ostsee  durch  (Abb.  10  und  11).
Die  Ergebnisse  der  Seevermessungsarbeiten
werden  in  127  topographischen  Karten  des  Seegrundes ­
  dargestellt.  Sie  sind  die  Grundlage  für  die
fortlaufende  Aktualisierung  der  amtlichen  Seekarten ­
  des  BSH.
Den  Anforderungen  entsprechend  werden
diese  Ergebnisse  auch  den  Wasser-  und  Schifffahrtsdirektionen ­
  Nord  und  Nordwest  mit  deren
nachgeordneten  Wasser-  und  Schifffahrtsämtern
und  den  im  Küstenbereich  tätigen  Landes-  und
Kommunalbehörden  der  Bundesländer  Niedersachsen, ­
  Bremen,  Hamburg,  Schleswig-Holstein
und  Mecklenburg-Vorpommern  zur  Verfügung
gestellt.
Die  VWFS  Atair,  Deneb  und  Wega  führten
insgesamt  169  Wrackuntersuchungen  durch.  Dabei ­
  wurden  43  neue  Wracke  und  Unterwasserhindernisse ­
  gefunden.  Besonders  erwähnenswert
sind  folgende  Untersuchungen:
Aufwendig  gestaltete  sich  die  Suche  des
dänischen  Küstenmotorschiffes  Petit  Folmer,  das
seit  dem  5.  Februar  1999  vermisst  worden  war
und  am  17.  März  40  sm  westlich  von  Sylt  gefunden ­
  wurde.  Von  den  vier  Besatzungsmitgliedern
konnte  nur  einer  lebend  geborgen  werden.  Das
VWFS  Atair  fand  das  Wrack  3  sm  entfernt  von
der  von  der  Seenotfunkbake  gemeldeten  Position
in  21  m  Tiefe.  Die  Suche  wurde  durch  Modellrechnungen ­
  des  BSH  unterstützt,  mit  denen  aus
Bergungszeit  und  -position  der  verunglückten
Seeleute  die  vermutlichen  Driftwege  ermittelt  und
so  das  Suchgebiet  eingegrenzt  werden  konnte.

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