accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1999

143 
Beschickungsverfahren 
tung zu bestimmen ist. Zu diesem Zweck werden 
in der Vermessungszone Stützpegel eingerichtet, 
bei denen der Betrag der Beschickung zu jeder 
Zeit ermittelt und abgelesen werden kann. Bei 
einer Echolotung in der Nähe eines Pegels (wie 
z.B. in Häfen, Flüssen oder in beschränkten Ge 
bieten) kann der Beschickungswert am Pegel un 
mittelbar angewandt werden, da vorausgesetzt 
wird, dass die Korrektur am Lotungsort gleich ist. 
Bei den meisten Seevermessungen, die weit ent 
fernt von Pegeln stattfinden, ist die obige Voraus 
setzung nicht erfüllt. Der Hauptgrund dafür ist der 
Verlauf der Gezeiten, der eine Verschiebung der 
Tidekurve und der gleichzeitig unterschiedliche 
Wasserstände am Lotungsort und am Pegel ver 
ursacht. Hier entsteht die Beschickungskorrektur 
aus Interpolation der an den Stützpegeln ermittel 
ten Gezeitengrundwerte und Wasserstände. Dies 
erfolgt üblicherweise mit Hilfe von angepassten 
Karten (wie z. B. Gezeiten- oder sogenannte 
Wasserstandserrechnungskarten) oder von ab 
geleiteten Methoden, die nur eine Abschätzung 
der Korrektur liefern können. Wie im folgenden 
erklärt wird, ergeben sich daraus signifikante Feh 
leranteile. 
Bei den konventionellen Beschickungsver 
fahren wird u. a. vorausgesetzt, dass die Tidekur 
ven am Lotungsort und am Stützpegel ähnlich 
sind, d.h. dass das Verhalten der Gezeiten im 
Vermessungsgebiet nicht gestört ist. Aufgrund 
verschiedener Einflussfaktoren in der Deutschen 
Bucht und in den Wattgebieten (Windstau, Flach 
wassertopographie, lokale hydrodynamisch-mor 
phologische Effekte) werden oft die Tidekurven 
verformt, die die Berechnung der Beschickung 
verfälschen. Andererseits hängen indirekte Ver 
fahren je nach der Konfiguration der Bodentopo 
graphie unmittelbar von der Dichte und Stel 
lenauswahl der Stützpegel ab, die das Ergebnis 
der Interpolation stark beeinflussen. Zur optima 
len Modellierung der Wasseroberfläche wird eine 
geeignete Verteilung und ausreichende Anzahl 
von Pegeln benötigt, was Im Vermessungsgebiet 
nicht immer praktikabel ist und oft aufwendige 
Maßnahmen erfordert. 
Eine satellitengestützte Beschickungsmethode 
Diese Methode ermöglicht eine direkte Mes 
sung der Beschickung im gesamten Vermessungs 
gebiet und ergibt folglich eine höhere Genauigkeit 
bei der Tiefenbestimmung. Sie beruht auf den 
derzeitigen Entwicklungen der Satellitengeodäsie 
unter Verwendung hochpräziser satellitengestützter 
Höhenbestimmungsverfahren, die im kinematischen 
Modus auf Gewässern eine Subdezimetergenauig 
keit erreichen. 
Die Methode nutzt das NAVSTAR Global 
Positioning System (GPS) als Höhenmesssystem 
und ein Referenzellipsoid (z. B. das Referenzellip- 
soid des Satellitensystems) als festes Höhenbe 
zugsniveau. Die Berücksichtigung eines ellipsoi- 
dischen Horizonts als Höhenbezug hydro 
graphischer Daten wurde nach gründlicher Unter 
suchung vorgeschlagen und ist ein aktuelles 
Diskussionsthema der IHO. Diese einfache ma 
thematische Fläche besitzt mehrere Vorteile, u. a. 
ihre Unveränderlichkeit und absolute Festlegung 
gegenüber einem globalen geodätischen Bezugs 
system.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.