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Full text: Jahresbericht 1999

Organische Schadstoffe 
eine hohe saisonale Abhängigkeit der Konzentra 
tionen mit erhöhten Werten im Winter (Heizperi 
ode) gegeben. 
Sonstige Schadstoffe 
In regelmäßigen Abständen wird eine er 
weiterte Stoffpalette, die sich an den Schadstoff 
listen der Europäischen Union, der Oslo-Paris- 
Konvention und der Helsinki-Konvention orien 
tiert, untersucht (Target Screening). Beispiele 
hierfür sind endokrin wirksame Substanzen wie 
alkylierte Phenole (Bisphenol A, Nonylphenol, 
Nonylphenolethoxylate), Organozinnverbindungen 
(Tributylzinn (TBT) u.a.) oder moderne Pestizide 
(Triazine, Phosphorsäureester). Viele dieser Stoffe 
kommen in der Deutschen Bucht in ähnlichen 
Konzentrationen wie die HCH-Isomere vor, d. h. in 
einem Konzentrationsbereich von 0,1 bis 3 ng/l. 
Darüber hinaus werden die Untersuchungen 
durch eine ungerichtete Suche nach potentiellen 
Schadstoffen, deren Vorkommen und Wirkungen 
im Meer weitgehend unbekannt sind, abgerundet 
(Non-Target-Screening). Hierbei können oft über 
1000 Substanzen in einer Probe unterschieden 
und zum Teil auch Identifiziert werden, so dass es 
schwerfällt, die Ergebnisse hier im einzelnen dar 
zustellen. Zu den identifizierten Stoffen gehören 
Industriechemikalien (Nitrobenzole, Chloraniline, 
Phosphorsäureester, Chlorether u. v. m.), Mo 
schusduftstoffe aus Waschmitteln oder Herbizide; 
selbst Arzneimittel (z. B. der Lipidsenker Clofibrin 
säure) konnten in der Deutschen Bucht in Konzen 
trationen von bis zu 2 ng/l nachgewiesen werden. 
Über die Wirkung dieser Chemikalien in der 
Meeresumwelt ist z.Z. wenig bekannt. Zwar sind 
die Konzentrationen meist so niedrig, dass wahr 
scheinlich keine akuten Toxizitätsschwellen er 
reicht werden (Ausnahme: TBT), doch können 
subtoxische und synergetische Effekte nicht aus 
geschlossen werden. 
Zusammenfassung und Ausblick 
Die vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass 
nur großräumige und langfristig angelegte Unter 
suchungen zu auswertbaren und interpretierba 
ren Aussagen führen. 
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass 
gesetzliche Beschränkungsmaßnahmen für den 
Einsatz von Chemikalien inzwischen z. T. Wir 
kung zeigen und dass Abnahmen in den Konzen 
trationen im Meerwasser nachzuweisen sind. 
Die Überwachung auf organische Schad 
stoffe ist seit einigen Jahren im Umbruch. Neben 
den klassischen Schadstoffen müssen vermehrt 
neue Stoffe überwacht werden, da ständig neue 
Stoffe entwickelt und in die Umwelt eingebracht 
werden oder weil neue Erkenntnisse über Wir 
kungen von Chemikalien gewonnen werden (z. B. 
endokrine Wirkungen von Substanzen). Diese 
erweiterten Untersuchungen (Target und Non- 
Target-Untersuchungen) haben gezeigt, dass 
auch im Meeresbereich eine Vielzahl künstlicher 
Stoffe nachweisbar sind und dass deren Vorkom 
men und Wirkungen zu beachten sind. Insbeson 
dere auf dem Gebiet der polaren Stoffe sind z.Z. 
noch große Wissenslücken vorhanden, die auf 
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