Organische Schadstoffe
wasserstoff-Konzentration“, der aufgrund einiger
Hundert Einzelverbindungen zustande kommt,
gibt einen ersten Überblick über die Belastung
durch Erdölkohlenwasserstoffe und PAK wider.
Die Ursachen für erhöhte Werte können vielfältig
sein. Generell sind starke Gradienten von der
Küste zur offenen See zu beobachten, die klar
den Landeintrag als wichtige Quelle zeigen. Im
mer wieder sind aber auch in der offenen See ver
einzelte erhöhte Konzentrationen zu beobachten.
Diese „Ausreißer“ kommen durch schwimmende
Mikro-Teerklümpchen oder Mikro-Ölverschmut-
zungen zustande, die durch die Schifffahrt oder
aber auch durch Öl-Förderplattformen verursacht
werden. Sie sind durch die Einzelkomponenten-
Analyse nachweisbar, bei der ca. 50 einzelne
Kohlenwasserstoffe bestimmt werden und quel
lenspezifische Muster in der Zusammensetzung
eine Zuordnung erlauben.
N-Alkane, eine Untergruppe der Aliphaten,
bilden mengenmäßig die Hauptgruppe der Koh
lenwasserstoffe; sie sind Hauptbestandteil von
Mineralöl (petrogen), können aber auch in der
Natur neu gebildet werden (biogen). Eine Aus
sage, woher die in einer Umweltprobe bestimm
ten n-Alkane stammen, ist anhand der verschie
denen Verteilungsmuster möglich.
Die alternierende Konzentrationsverteilung
mit Bevorzugung ungeradzahliger Kettenlängen
(Maximum meist bei C29) deutet auf Landpflan
zen als Ursprung hin. Ein Maß für den biogenen
Anteil stellt der „Carbon Preference Index“ CPI
dar. In der Nord- und der Ostsee bewegte sich der
CPI in den letzten Jahren im Bereich von 0,9 bis
3,2. Im Mittel lag er bei 1,8 und wies damit auf
einen mittleren Anteil petrogener Alkane hin. Zur
Küste hin nehmen die CPI-Werte verständlicher
weise meist zu. Die Konzentrationsmittelwerte
einzelner n-Alkane, die auf Mineralöl rückführbar
sind, liegen in Nord- und Ostsee zwischen 0,5
und 2 ng/l, vereinzelt traten Spitzenwerte bis zu
10 ng/l auf. Die größten Einzelkonzentrationen
im Frühjahr und Sommer wurden für C17 (max.
350 ng/l) gefolgt von C15 und C19 (max. 80 ng/l)
beobachtet; diese Substanzen sind bekannte
Stoffwechselprodukte von marinen Algen. Der
mengenmäßig größte Anteil der Alkane stammt
somit aus biogenen Quellen (aus Algen und
terrestrischen Pflanzen).
Aufgrund der hohen Variabilität der Werte
sind bisher keine zeitlichen Trends feststellbar.
Die Klasse der polyzyklischen aromatischen
Kohlenwasserstoffe (PAK) ist aufgrund ihres
karzinogenen Potentials umweltrelevant. Die Haupt
quelle ist die unvollständige Verbrennung fossiler
Brennstoffe (Holz, Kohle, Öl), daher sind sie in
der Umwelt ubiquitär vorhanden. Das Verhalten
der höher kondensierten 4- bis 6-Ring-Aromaten
(z. B. Benzojajpyren) ist - ähnlich wie das der
PCBs - durch die starke Schwebstoffaffinität
geprägt. Ihre Konzentrationen zeigen extrem
starke Gradienten von einigen ng/l im Ästuar-
Bereich bis in den untersten pg/l Bereich in der
offenen See. Dagegen zeigen die besser wasser
löslichen 2- und 3-Ring-Aromaten (Naphthalin,
Phenanthren) in der Nordsee nur sehr geringe
Gradienten von 2 ng/l bis 0,2 ng/l. Deutlich niedri
gere Werte sind erst im Atlantik zu beobachten.
Zeitliche Trends sind bisher aufgrund der ho
hen Variabilität und des zu kurzen Beobachtungs
zeitraums (ab 1989) nicht erkennbar; jedoch ist
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