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Full text: Jahresbericht 1999

Organische Schadstoffe 
wasserstoff-Konzentration“, der aufgrund einiger 
Hundert Einzelverbindungen zustande kommt, 
gibt einen ersten Überblick über die Belastung 
durch Erdölkohlenwasserstoffe und PAK wider. 
Die Ursachen für erhöhte Werte können vielfältig 
sein. Generell sind starke Gradienten von der 
Küste zur offenen See zu beobachten, die klar 
den Landeintrag als wichtige Quelle zeigen. Im 
mer wieder sind aber auch in der offenen See ver 
einzelte erhöhte Konzentrationen zu beobachten. 
Diese „Ausreißer“ kommen durch schwimmende 
Mikro-Teerklümpchen oder Mikro-Ölverschmut- 
zungen zustande, die durch die Schifffahrt oder 
aber auch durch Öl-Förderplattformen verursacht 
werden. Sie sind durch die Einzelkomponenten- 
Analyse nachweisbar, bei der ca. 50 einzelne 
Kohlenwasserstoffe bestimmt werden und quel 
lenspezifische Muster in der Zusammensetzung 
eine Zuordnung erlauben. 
N-Alkane, eine Untergruppe der Aliphaten, 
bilden mengenmäßig die Hauptgruppe der Koh 
lenwasserstoffe; sie sind Hauptbestandteil von 
Mineralöl (petrogen), können aber auch in der 
Natur neu gebildet werden (biogen). Eine Aus 
sage, woher die in einer Umweltprobe bestimm 
ten n-Alkane stammen, ist anhand der verschie 
denen Verteilungsmuster möglich. 
Die alternierende Konzentrationsverteilung 
mit Bevorzugung ungeradzahliger Kettenlängen 
(Maximum meist bei C29) deutet auf Landpflan 
zen als Ursprung hin. Ein Maß für den biogenen 
Anteil stellt der „Carbon Preference Index“ CPI 
dar. In der Nord- und der Ostsee bewegte sich der 
CPI in den letzten Jahren im Bereich von 0,9 bis 
3,2. Im Mittel lag er bei 1,8 und wies damit auf 
einen mittleren Anteil petrogener Alkane hin. Zur 
Küste hin nehmen die CPI-Werte verständlicher 
weise meist zu. Die Konzentrationsmittelwerte 
einzelner n-Alkane, die auf Mineralöl rückführbar 
sind, liegen in Nord- und Ostsee zwischen 0,5 
und 2 ng/l, vereinzelt traten Spitzenwerte bis zu 
10 ng/l auf. Die größten Einzelkonzentrationen 
im Frühjahr und Sommer wurden für C17 (max. 
350 ng/l) gefolgt von C15 und C19 (max. 80 ng/l) 
beobachtet; diese Substanzen sind bekannte 
Stoffwechselprodukte von marinen Algen. Der 
mengenmäßig größte Anteil der Alkane stammt 
somit aus biogenen Quellen (aus Algen und 
terrestrischen Pflanzen). 
Aufgrund der hohen Variabilität der Werte 
sind bisher keine zeitlichen Trends feststellbar. 
Die Klasse der polyzyklischen aromatischen 
Kohlenwasserstoffe (PAK) ist aufgrund ihres 
karzinogenen Potentials umweltrelevant. Die Haupt 
quelle ist die unvollständige Verbrennung fossiler 
Brennstoffe (Holz, Kohle, Öl), daher sind sie in 
der Umwelt ubiquitär vorhanden. Das Verhalten 
der höher kondensierten 4- bis 6-Ring-Aromaten 
(z. B. Benzojajpyren) ist - ähnlich wie das der 
PCBs - durch die starke Schwebstoffaffinität 
geprägt. Ihre Konzentrationen zeigen extrem 
starke Gradienten von einigen ng/l im Ästuar- 
Bereich bis in den untersten pg/l Bereich in der 
offenen See. Dagegen zeigen die besser wasser 
löslichen 2- und 3-Ring-Aromaten (Naphthalin, 
Phenanthren) in der Nordsee nur sehr geringe 
Gradienten von 2 ng/l bis 0,2 ng/l. Deutlich niedri 
gere Werte sind erst im Atlantik zu beobachten. 
Zeitliche Trends sind bisher aufgrund der ho 
hen Variabilität und des zu kurzen Beobachtungs 
zeitraums (ab 1989) nicht erkennbar; jedoch ist 
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