Organische Schadstoffe
Nordsee maßgeblich. Zwar werden durch Rhein
und Elbe noch signifikante Lindan-Mengen einge
tragen, aber die Konzentrationen im Meer steigen
nur gering auf 1,5 bis 2 ng/l, da aus dem Kanal
ca. 10-mal mehr Wasser einströmt als über die
Flüsse.
In der Ostsee sind geringere Konzentratio
nen als in der südlichen Nordsee zu finden. Die
niedrigsten Werte sind im Norden mit 1 bis 1,5 ng/l,
die höchsten Werte in der westlichen Ostsee mit
1,3 bis 1,5 ng/l zu finden. Insgesamt sind die Un
terschiede gering, der Grund für die etwas höhe
ren Konzentrationen im Südwesten dürften etwas
stärkere Einträge in diesem Gebiet sein.
Im Nordmeer findet man Werte zwischen
0,11 und 0,42 ng/l mit einer Verteilung, wie sie
aufgrund der Hydrographie und der vorherrschen
den Strömungen auch zu erwarten ist. Entlang
der norwegischen Küste ist die Belastung aus
Nord- und Ostsee erkennbar; mit zunehmender
Entfernung von den Eintragsquellen im Süden
verringert sich jedoch die Lindan-Konzentration
und erreicht im Norden Werte von 0,15 ng/l.
■ Zeitliche Trends
Verlässliche Konzentrationsangaben für die
HCH-Isomeren im Meerwasser gibt es seit 1975.
Allerdings ist der Datensatz von dieser Zeit relativ
klein (nur Deutsche Bucht und westliche Ostsee).
In der Ostsee existiert für die Station im Arkona-
Becken eine solche Datenreihe ab 1975 (Abb. 38
oben).
Bis 1980 ist ein komplexerer Verlauf ohne
ausgeprägten Trend festzustellen. Danach ist für
a-HCH bis 1994 ein fast linearer Abfall von 8,5
auf 1,4 ng/l zu beobachten. Anschließend verlang
samt sich die Abnahme, wobei die Konzentration
1999 auf 0,7 ng/l abgesunken ist. Für -y-HCH
schwanken die Konzentrationen zwischen 1975
und 1988 zwischen 3 und 4 ng/l und erreichen um
1983 noch einmal ein Maximum. Danach ist auch
hier ein deutlicher Abfall von 4 auf 1 ng/l zu beob
achten. Weiter südlich, in der Kieler Bucht, wer
den die Schwankungen größer, aber trotzdem ist
prinzipiell das gleiche Bild zu beobachten: bis
1983 sind starke Schwankungen festzustellen,
dann erfolgt ein Rückgang für «- und y-HCH.
Auch hier scheint um 1983 ein Maximum vorhan
den zu sein, das mit einer Bekämpfungs-Kampa
gne von Schädlingen in den Wäldern der ehema
ligen DDR in Zusammenhang stehen könnte.
In der Deutschen Bucht gibt es von der
BLMP-Station El 9.1 (später TUVAS 41) eine Zeit
reihe ab 1975. Bis 1982 waren bei den wenigen
Messungen sehr hohe Schwankungen (1 bis 7
ng/l) und kein erkennbarer Trend zu beobachten.
Auch bei den in Abb. 38 unten wiedergegebenen
Daten ab 1982 ist noch eine sehr hohe Variabilität
zu sehen, die z. T. auf die komplexen hydrogra
phischen Gegebenheiten in diesem Gebiet
zurückzuführen ist (Elbe- und Weser-Einfluss).
Dennoch lassen sich auch hier zeitliche Trends
feststellen. Dies ist vor allem aufgrund der langen
Zeitreihe möglich. Für «-HCH ist der abnehmende
Trend von 6,5 ng/l im Jahre 1982 auf 0,1 ng/l in
1999 sehr klar und deutlich zu beobachten. Für
-y-HCH sind die Schwankungen sehr viel größer
und die Abnahme von 7,5 ng/l auf 1 ng/l geringer.
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