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Full text: Jahresbericht 1999

Organische Schadstoffe 
Nordsee maßgeblich. Zwar werden durch Rhein 
und Elbe noch signifikante Lindan-Mengen einge 
tragen, aber die Konzentrationen im Meer steigen 
nur gering auf 1,5 bis 2 ng/l, da aus dem Kanal 
ca. 10-mal mehr Wasser einströmt als über die 
Flüsse. 
In der Ostsee sind geringere Konzentratio 
nen als in der südlichen Nordsee zu finden. Die 
niedrigsten Werte sind im Norden mit 1 bis 1,5 ng/l, 
die höchsten Werte in der westlichen Ostsee mit 
1,3 bis 1,5 ng/l zu finden. Insgesamt sind die Un 
terschiede gering, der Grund für die etwas höhe 
ren Konzentrationen im Südwesten dürften etwas 
stärkere Einträge in diesem Gebiet sein. 
Im Nordmeer findet man Werte zwischen 
0,11 und 0,42 ng/l mit einer Verteilung, wie sie 
aufgrund der Hydrographie und der vorherrschen 
den Strömungen auch zu erwarten ist. Entlang 
der norwegischen Küste ist die Belastung aus 
Nord- und Ostsee erkennbar; mit zunehmender 
Entfernung von den Eintragsquellen im Süden 
verringert sich jedoch die Lindan-Konzentration 
und erreicht im Norden Werte von 0,15 ng/l. 
■ Zeitliche Trends 
Verlässliche Konzentrationsangaben für die 
HCH-Isomeren im Meerwasser gibt es seit 1975. 
Allerdings ist der Datensatz von dieser Zeit relativ 
klein (nur Deutsche Bucht und westliche Ostsee). 
In der Ostsee existiert für die Station im Arkona- 
Becken eine solche Datenreihe ab 1975 (Abb. 38 
oben). 
Bis 1980 ist ein komplexerer Verlauf ohne 
ausgeprägten Trend festzustellen. Danach ist für 
a-HCH bis 1994 ein fast linearer Abfall von 8,5 
auf 1,4 ng/l zu beobachten. Anschließend verlang 
samt sich die Abnahme, wobei die Konzentration 
1999 auf 0,7 ng/l abgesunken ist. Für -y-HCH 
schwanken die Konzentrationen zwischen 1975 
und 1988 zwischen 3 und 4 ng/l und erreichen um 
1983 noch einmal ein Maximum. Danach ist auch 
hier ein deutlicher Abfall von 4 auf 1 ng/l zu beob 
achten. Weiter südlich, in der Kieler Bucht, wer 
den die Schwankungen größer, aber trotzdem ist 
prinzipiell das gleiche Bild zu beobachten: bis 
1983 sind starke Schwankungen festzustellen, 
dann erfolgt ein Rückgang für «- und y-HCH. 
Auch hier scheint um 1983 ein Maximum vorhan 
den zu sein, das mit einer Bekämpfungs-Kampa 
gne von Schädlingen in den Wäldern der ehema 
ligen DDR in Zusammenhang stehen könnte. 
In der Deutschen Bucht gibt es von der 
BLMP-Station El 9.1 (später TUVAS 41) eine Zeit 
reihe ab 1975. Bis 1982 waren bei den wenigen 
Messungen sehr hohe Schwankungen (1 bis 7 
ng/l) und kein erkennbarer Trend zu beobachten. 
Auch bei den in Abb. 38 unten wiedergegebenen 
Daten ab 1982 ist noch eine sehr hohe Variabilität 
zu sehen, die z. T. auf die komplexen hydrogra 
phischen Gegebenheiten in diesem Gebiet 
zurückzuführen ist (Elbe- und Weser-Einfluss). 
Dennoch lassen sich auch hier zeitliche Trends 
feststellen. Dies ist vor allem aufgrund der langen 
Zeitreihe möglich. Für «-HCH ist der abnehmende 
Trend von 6,5 ng/l im Jahre 1982 auf 0,1 ng/l in 
1999 sehr klar und deutlich zu beobachten. Für 
-y-HCH sind die Schwankungen sehr viel größer 
und die Abnahme von 7,5 ng/l auf 1 ng/l geringer. 
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