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Volltext: Jahresbericht 1999

Organische Schadstoffe 
also mehr als 10-mal höhere Werte als im Atlan 
tik. Nach Süden hin ist ein kontinuierlicher Abfall 
auf durchschnittlich 1,55 ng/l in der mittleren und 
auf 1,25 ng/l in der südlichen Ostsee zu beobach 
ten. Der Grund hierfür liegt in einer Auswaschung 
und Verdünnung von Altlasten in der Ostsee 
durch den Einstrom saubereren Nordseewassers. 
Da der Wasseraustausch in der Ostsee sehr lang 
sam ist, sind hier die a-HCH-Konzentrationen 
noch immer relativ hoch. 
Im Europäischen Nordmeer finden sich 
ebenfalls erstaunlich hohe Werte; hier wurden 
1995 noch Konzentrationen von 0,4 bis 0,77 ng/l 
gefunden, also deutlich mehr als weiter südlich im 
Atlantik. Dies wird zum einen durch Altlasten, zum 
anderen durch einen Ferntransport über die 
Atmosphäre aus südlichen Gebieten (Einsatz von 
technischen HCH in Entwicklungsländern) erklärt; 
beides unterstreicht die hohe Persistenz von 
a-HCH in der Umwelt. 
An der räumlichen Verteilung hat sich in den 
letzten 5 Jahren wenig geändert. Wie die Detail 
aufnahme der Nordsee aus dem Jahr 1999 
(Abb. 36) allerdings zeigt, sind die Konzentra 
tionen in der Nordsee inzwischen deutlich nied 
riger geworden. Aus dem Kanal strömt sehr ge 
ring belastetes Wasser (0,05 ng/l) in die Nordsee 
ein, das durch die Flüsse Rhein und Elbe gering 
fügig weiter kontaminiert wird. Im Skagerrak ist 
der Ausfluss höher kontaminierten Ostseewas 
sers deutlich zu verfolgen. Nach Norden nehmen 
die Konzentrationen wieder deutlich zu. Während 
die äußere Deutsche Bucht durch Wasser der 
englischen Ostküste oder aus dem Nordatlantik 
kontaminiert ist, sind die küstennahen Stationen 
durch den Einfluss des Elbe-Wassers, das da 
zwischenliegende Gebiet wird dagegen durch 
weniger belastetes Wasser aus dem Kanal beein 
flusst. Durch diese drei Wassermassen mit unter 
schiedlichen tt-HCH-Konzentrationen wird die 
Variation der Verteilung in der Deutschen Bucht 
vergrößert. Dieser Effekt hat in den letzten Jahren 
deutlich abgenommen. 
■ Räumliche Verteilung von y-HCH 
Abb. 37 zeigt die Konzentrationen des 
■y-HCH (Lindan) zusammenfassend für Fahrten 
der Jahre 1992 bis 1995. Wieder findet man die 
niedrigsten Werte im NO-Atlantik mit Werten von 
0,09 bis 0,17 ng/l (Durchschnitt 0,13 ng/l); die 
Konzentrationen waren somit etwas geringer als 
die des «-HCH. Im Kanal ist ein Anstieg auf 
1,4 ng/l und in der südlichen Nordsee ein weiterer 
schwacher Anstieg auf 1,5 bis 2 ng/l zu beobach 
ten. In der mittleren Nordsee sinken die Werte 
auf 0,6 bis 1 ng/l, in der nördlichen Nordsee auf 
0,25 bis 0,7 ng/l. Die hohen Werte im Kanal sind 
sehr bemerkenswert und weisen auf eine Lindan- 
Quelle in diesem Gebiet hin. Denkbar sind Ein 
träge sowohl von der englischen als auch von der 
französischen Küste. Als weitere potentielle 
Quelle ist ein Container mit 5 t Lindan möglich, 
der 1989 im Kanal von einem Schiff verloren ging 
und seitdem dort liegt. (51 Lindan stellen im Ver 
gleich zu sonstigen Eintragsmengen eine erhebli 
che Menge dar, z.B. beträgt der jährliche Eintrag 
über die Elbe nur ca. 0,1 t). Allerdings ist über die 
Freisetzungsrate aus dem Container nichts be 
kannt. Das relativ hoch belastete Kanalwasser 
beeinflusst die Konzentrationen in der südlichen 
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