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Volltext: Jahresbericht 1999

Organische Schadstoffe 
25 Jahre Überwachung des 
Meerwassers auf organische 
Schadstoffe 
Im Rahmen des nationalen Bund/Länder- 
Messprogramms (BLMP) und der internationalen 
Monitoringprogramme JAMP und COMBINE wer 
den vom BSH organische Schadstoffe im Wasser 
und im Sediment untersucht. Es werden z. Z. routi 
nemäßig die Konzentrationen von ca. 100 organi 
schen Schadstoffen im Wasser des deutschen 
Festlandsockelbereichs bestimmt, um die Her 
kunft, die Verteilung und den Verbleib sowie die 
zeitliche Entwicklung der Stoffe zu untersuchen. 
Daneben wurden in den letzten Jahren verstärkt 
Untersuchungen durchgeführt, um neue Problem 
stoffe zu erkennen und die Überwachung an aktu 
elle ökologische Fragestellungen anzupassen. Im 
Folgenden soll exemplarisch an ausgesuchten 
Kohlenwasserstoffen und chlorierten Kohlenwas 
serstoffen ihre Verteilung und die langfristige Ent 
wicklung in den letzten 25 Jahren im Wasser der 
Nordsee und der angrenzenden Seegebiete dar 
gestellt werden. 
Hexachlorcyclohexan-Isomere (HCH) 
Hexachlorcyclohexan wird seit 1950 weltweit 
in großen Mengen als Insektizid eingesetzt. Ur 
sprünglich wurde technisches HCH verwendet, 
das aus einer Mischung verschiedener HCH-Iso- 
mere besteht (a-HCH: ca. 70%, y-HCH: ca. 15%). 
Seit etwa 1975 besteht in den meisten europäi 
schen Ländern ein Anwendungsverbot für das 
technische Gemisch. In den Industrieländern wird 
inzwischen nur das reine y-lsomer (Lindan) ver 
wendet, während in einigen Entwicklungsländern 
weiterhin auch technisches HCH hergestellt und 
eingesetzt wird. Da HCH in der Vergangenheit in 
großen Mengen synthetisiert wurde und in der 
Umwelt sehr beständig und recht gut wasserlös 
lich ist, sind die hauptsächlich vorkommenden 
HCH-Isomere a-HCH und y-HCH im Meer ubi 
quitär vorhanden. Die HCH-Isomere werden seit 
1975 verlässlich im BSH bestimmt. Daher kann 
diese Stoffgruppe gut für die Untersuchung der 
Auswirkungen der Anwendungs-Verbote heran 
gezogen werden. 
■ Räumliche Verteilung von a-HCH 
In Abb. 35 ist eine zusammenfassende 
Darstellung der Konzentration von a-HCH im Ober 
flächenwasser aller untersuchten Seegebiete dar 
gestellt. Es handelt sich hierbei um eine Zusam 
menstellung von Fahrten aus den Jahren 1992 bis 
1995. Die niedrigsten Werte sind im NO-Atlantik 
mit Werten von 0,16 bis 0,3 (Durchschnitt 0,15) ng/l 
zu finden. 
Ähnliche Werte sind im Kanal und in der 
südlichen Nordsee zu beobachten (0,13 bis 0,26 
ng/l). In der mittleren Nordsee ist ein Anstieg auf 
0,45 ng/l festzustellen, der in der nördlichen Nord 
see auf 0,3 ng/l abfällt. 
In der Ostsee sind deutlich höhere Werte 
zu beobachten; die höchsten Werte sind in der 
nördlichen Ostsee mit 2,1 bis 2,9 ng/l zu finden - 
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