Organische Schadstoffe
25 Jahre Überwachung des
Meerwassers auf organische
Schadstoffe
Im Rahmen des nationalen Bund/Länder-
Messprogramms (BLMP) und der internationalen
Monitoringprogramme JAMP und COMBINE wer
den vom BSH organische Schadstoffe im Wasser
und im Sediment untersucht. Es werden z. Z. routi
nemäßig die Konzentrationen von ca. 100 organi
schen Schadstoffen im Wasser des deutschen
Festlandsockelbereichs bestimmt, um die Her
kunft, die Verteilung und den Verbleib sowie die
zeitliche Entwicklung der Stoffe zu untersuchen.
Daneben wurden in den letzten Jahren verstärkt
Untersuchungen durchgeführt, um neue Problem
stoffe zu erkennen und die Überwachung an aktu
elle ökologische Fragestellungen anzupassen. Im
Folgenden soll exemplarisch an ausgesuchten
Kohlenwasserstoffen und chlorierten Kohlenwas
serstoffen ihre Verteilung und die langfristige Ent
wicklung in den letzten 25 Jahren im Wasser der
Nordsee und der angrenzenden Seegebiete dar
gestellt werden.
Hexachlorcyclohexan-Isomere (HCH)
Hexachlorcyclohexan wird seit 1950 weltweit
in großen Mengen als Insektizid eingesetzt. Ur
sprünglich wurde technisches HCH verwendet,
das aus einer Mischung verschiedener HCH-Iso-
mere besteht (a-HCH: ca. 70%, y-HCH: ca. 15%).
Seit etwa 1975 besteht in den meisten europäi
schen Ländern ein Anwendungsverbot für das
technische Gemisch. In den Industrieländern wird
inzwischen nur das reine y-lsomer (Lindan) ver
wendet, während in einigen Entwicklungsländern
weiterhin auch technisches HCH hergestellt und
eingesetzt wird. Da HCH in der Vergangenheit in
großen Mengen synthetisiert wurde und in der
Umwelt sehr beständig und recht gut wasserlös
lich ist, sind die hauptsächlich vorkommenden
HCH-Isomere a-HCH und y-HCH im Meer ubi
quitär vorhanden. Die HCH-Isomere werden seit
1975 verlässlich im BSH bestimmt. Daher kann
diese Stoffgruppe gut für die Untersuchung der
Auswirkungen der Anwendungs-Verbote heran
gezogen werden.
■ Räumliche Verteilung von a-HCH
In Abb. 35 ist eine zusammenfassende
Darstellung der Konzentration von a-HCH im Ober
flächenwasser aller untersuchten Seegebiete dar
gestellt. Es handelt sich hierbei um eine Zusam
menstellung von Fahrten aus den Jahren 1992 bis
1995. Die niedrigsten Werte sind im NO-Atlantik
mit Werten von 0,16 bis 0,3 (Durchschnitt 0,15) ng/l
zu finden.
Ähnliche Werte sind im Kanal und in der
südlichen Nordsee zu beobachten (0,13 bis 0,26
ng/l). In der mittleren Nordsee ist ein Anstieg auf
0,45 ng/l festzustellen, der in der nördlichen Nord
see auf 0,3 ng/l abfällt.
In der Ostsee sind deutlich höhere Werte
zu beobachten; die höchsten Werte sind in der
nördlichen Ostsee mit 2,1 bis 2,9 ng/l zu finden -
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