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Full text: Jahresbericht 1999

in deutschen Nordseehäfen“, das durch das Um 
weltbundesamt gefördert wird, wurden auf 25 
ausgewählten Strecken entlang der deutschen 
Nordseeküste - von Sylt im Norden bis Borkum 
im Westen - Proben aus dem Gefieder verölter 
toter Seevögel gesammelt und an das BSH-Labor 
geschickt. 
Bisher wurden 316 Proben untersucht (Fund 
zeitraum: Juli 1998 bis April 1999). 26 der unter 
suchten Proben enthielten zu geringe Mengen an 
Öl. Von den restlichen 290 Proben enthielten 262 
eindeutig Schweröl (HFO, Bunker C). Darunter 
waren 14 Proben, die zusätzlich Motorenöl, und 
7 Proben, die zusätzlich deutlich Paraffin enthielten. 
2 Proben enthielten reines Motorenöl. Damit stam 
men 91 % der Proben von Verschmutzungen aus 
dem Maschinenbereich von Seeschiffen. Weitere 
3 Proben enthielten reines Paraffin, während 
23 Proben einen (wahrscheinlichen) Rohölrück 
stand enthielten. Dieser stammte in einem Fall 
aus Nigeria, in zwei Fällen wahrscheinlich aus der 
Nordsee. 
Bereits in den 80er Jahren waren im Rahmen 
eines Projektes des Umweltbundesamtes Unter 
suchungen über die Ursachen der Ölverschmut 
zungen an unseren Küsten durchgeführt worden. 
Damals war das herausragende Ergebnis, dass 
eine starke Zunahme der Ölverschmutzungen mit 
der Einführung neuer Verarbeitungsverfahren 
(sog. Crackverfahren) in den Raffinerien in Bezie 
hung gebracht werden konnte. Diese neuen 
Techniken waren mit einer Verschlechterung der 
Dualität der in der Seeschifffahrt eingesetzten 
Bunkeröle verbunden: Bei der Reinigung der 
Brennstoffe an Bord (Schwerölseparation) fallen 
vermehrt Rückstände an, die offensichtlich ent 
gegen internationaler und nationaler Vorschriften 
ins Meer abgeleitet worden waren. Die vorliegen 
den Untersuchungen belegen, dass nach wie 
vor Rückstände der Schwerölseparation verbots 
widrig gelenzt werden. 
Rohölrückstände können nur aus einer Tan 
kerladung oder - wenn es sich um Nordsee- 
Rohöl handelt - direkt aus der Erdölförderung der 
Nordsee stammen. In den meisten Fällen konnte 
aufgrund der zu starken Alterung des Rohöls keine 
eindeutige Zuordnung mehr getroffen werden. 
Motorenöl in Schwerölrückständen ist nichts 
ungewöhnliches, da Motorenöl in unterschiedlichen 
Anteilen in den Ölrückständen aus dem Maschi 
nenbereich eines Schiffes vorhanden sein kann. 
Paraffin (Wachs) kann nur aus der Ladung eines 
(Chemikalien-)Tankers stammen. Wie in einigen 
Fällen die Vermischung von Paraffinwachs und 
Schweröl zustande kam, ist unklar. 
Einige der Gefiederproben sind für die direkte 
Verursacherermittlung von herausragender Be 
deutung.
	        
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