Untersuchungen
hochauflösend zu messen (CTD-Werte mit 32 Hz,
Fluorometer-Werte mit 8 Hz). Doch seit einiger
Zelt ist ein Sauerstoffsensor auf dem Markt ver
fügbar, der „schnell“ auf Änderungen der Sauer
stoffkonzentration reagiert und pro Sekunde 5
Messwerte aufnimmt; ein Sensor, der brauchbare
Sauerstoffprofile liefert und für Monitoring-
Zwecke gut geeignet ist.
Die CTD-Daten werden systemintern in phy
sikalische Werte umgerechnet und entsprechend
online dargestellt, die anderen Parameter werden
als Spannungswerte angezeigt. Anhand von Kali
brierkoeffizienten, die vor und nach jedem Einsatz
des Sauerstoffsensors in einer Kalibrieranlage
auf dem Schiff gewonnen werden, ist es möglich,
die Spannungswerte in Sauerstoffsättigungswerte
bzw. in ml/l Sauerstoff umzurechnen. Damit ist
man in der Lage, bereits kurz nach der Messung
aussagefähige Daten auf den Vertikalschnitten
für alle aufgezeichneten Parameter als soge
nannten QuickLook darzustellen.
Mit dem DELPHIN steht somit ein System zur
Verfügung, das verstärkt zur hochaufgelösten,
schnellen Überwachung von Schelfmeeren ein
gesetzt werden kann.
BASYS - Zirkulation und diapyknischer
Austausch in der Ostsee
Im Herbst 1999 endete das internationale,
EU-geförderte Ostsee-Projekt BASYS (Baltic Sea
System Study), an dem sich auch das BSH mit
einem Subprojekt beteiligte. Ziel war zum einen
die Gewinnung von Daten zur Beschreibung der
Ausbreitung und Vermischung von (über die
Schwellen) einströmendem salzreichem Wasser
und zum anderen die Entwicklung eines neuarti
gen dreidimensionalen Zirkulationsmodells.
Zur Untersuchung der Ausbreitung des
einströmenden salzreichen Wassers wurden im
Arkona- und im Bornholmbecken jeweils unter
schiedliche Farbtracer in der Sprungschicht
(Dichtefläche 9 kg/m 3 ) ausgebracht und über län
gere Zeit mit einem geschleppten CTD-System
und zusätzlichen Fluoreszenz-Sensoren verfolgt.
Die Auswertungen ergaben eine Ausbreitung des
im Arkona-Becken ausgebrachten Tracers mit
zyklonaler Zirkulation in das Bornholm-Becken.
Auffällig waren mesoskalige Strukturen sowohl
auf der horizontalen als auch auf der vertikalen
Skala. Die Dicke der linsenförmigen Farbflecken
betrug etwa 1 bis 2 m, die horizontale Ausdeh
nung war etwa zwei Größenordnungen höher.
Die vertikale Ausdehnung der Flecken korreliert
mit der Brunt-Väisälä-Frequenz. Auch nach acht
Wochen konnten noch fleckenhafte Strukturen
gefunden werden.
Die parallele Arbeit am numerischen Modell
sollte einen Apparat schaffen, der Schichtung,
interne Dynamik und die Bildung mesoskaliger
Strukturen einschließlich der Filamente (oder
Linsen) injizierten Wassers in akzeptabler Weise
beschreibt. Die Bewältigung einer derart heraus
fordernden Aufgabe, in Kooperation mit dem
SMHI, gelang jedoch nur teilweise. Es entstand
ein numerisches Verfahren zum hochauflösen
den Wirbeltransport, ein wichtiger Baustein für
wirbelauflösende Modelle. Es handelt sich um
ein (nichtlineares) Schema zur Behandlung der
Bilanz der Zirkulation, ausgeführt als (Massen-)
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