Meeresüberwachung
ders auf die bislang nicht bekannte Größenord
nung der Schwankungen des Wärmetransports
auf ca. 48 °N von ca. 50%. Weitere Untersuchun
gen zu den Mechanismen, die für die Größenord
nung der Schwankungen verantwortlich sind, und
ihre Modellierung werden in einem vom BMBF als
deutscher Beitrag zu CLIVAR geförderten Projekt
fortgesetzt. Innerhalb der gleichen Förderung
werden eine neue Klimatologie und ein Atlas der
Hydrographie des Atlantiks erarbeitet. Sie bezieht
die Datenbasis von WOCE aus den neunziger
Jahren ein, vergleicht diese mit dem Zustand
früherer Zeiträume und schafft so Voraussetzun
gen für Aussagen über Schwankungen auf klima
relevanten Zeit- und Raumskalen. Diese werden
ein wichtiger Beitrag für die Modellierung und die
Interpretation von Modellergebnissen werden.
Die Arbeiten über die Kopplung der Schwan
kungen auf klimarelevante Raum- und Zeitskalen
im Nordatlantik mit denen in Nord- und Ostsee
wurden fortgesetzt. Sie dienen mittelfristig dazu,
die Kriterien und Möglichkeiten von Vorhersage
verfahren für Nord- und Ostsee zu definieren.
Nach der Beschaffung und Erschließung von
entsprechenden Datensätzen konzentriert sich
jetzt die Arbeit auf die Entwicklung und Anwen
dung der notwendigen statistischen Verfahren. In
diesem Rahmen trägt auch die Entwicklung eines
operationeilen Verfahrens zur Assimilation von
Daten der Meeresoberfläche in Ozeanzirkulations
modelle bei, das zusammen mit dem Max-Planck-
Institut für Meteorologie, Hamburg, und dem Institut
für Umweltphysik der Universität Bremen unter
Förderung von EUMETSAT als Beitrag zur Satellite
Application Facility on Climate Monitoring beim
Deutschen Wetterdienst entwickelt wird.
Die erarbeiteten oder beschafften Daten
sätze werden zusätzlich anderen Benutzern zur
Verfügung gestellt. Dies betrifft in verstärktem
Maße auch die kundenspezifische Zusammen
stellung, besonders der hydrographischen Daten
aus dem WOCE-Projekt. Neben den eigentlichen
Datensätzen wächst hier die Zahl und Qualität der
aus ihnen abgeleiteten klimatologischen Infor
mationen.
Meeresumwelt-Reportsystem (MURSYS)
Seit April 1999 werden die Im BSH erstellten
MURSYS-Berichte regelmäßig im Internet ange-
boten (http://www.bsh.de/Meeresumweltschutz/
Mursys/1517.htm).
Hier sind Meldungen und Informationen aus
Nord- und Ostsee zusammengestellt, die dem
BSH von Behörden und Institutionen aus dem
In- und Ausland mitgeteilt wurden. Die MURSYS-
Berichte umfassen Informationen über meeres
physikalische Verhältnisse wie Wasserober
flächentemperaturen, Salzgehalte, Strömungen,
Hoch- und Niedrigwasser und Eisbedingungen,
Meldungen zu meereschemischen Verhältnissen
wie Nährstoffgehalte, Sauerstoffgehalte und Schad
stoffvorkommen sowie Angaben zu biologischen
Parametern wie Artenspektrum und Abundanz
von Algen, toxische Algenblüten und Fischbe
stände. Im April 1999 erschien eine Jahresüber
sicht von 1998.
Erwähnenswert ist, dass der September
1999 der zweitwärmste Septembermonat in die
sem Jahrhundert war. Auch die Wassertempera
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