Meeresüberwachung
gebiet mit inzwischen sehr geringen Konzentra
tionen zwischen 0,1 und 0,3 ng/l. Die niedrigsten
Konzentrationen sind im Südwesten der Deut
schen Bucht zu finden.
Das Insektizid -y-HCH (Lindan) zeigt dage
gen im Südwesten, vor der ostfriesischen Küste,
mit 1,57 ng/l den höchsten Wert auf. Dies deutet
auf den Einstrom von relativ hoch belastetem
Wasser in die Deutsche Bucht. Im Vergleich
hierzu erscheint die weitere Belastung durch
Weser und Elbe relativ gering. Nach Norden und
Nordwesten werden die Werte durch Vermi
schung mit saubererem Nordseewasser deutlich
geringer. Die Ursache für diese Verteilung könnte
in der noch andauernden Verwendung von Lin
dan in Frankreich und dem Vereinigten König
reich liegen.
In der westlichen Ostsee liegt eine von
der Nordsee verschiedene Verteilung der HCH-
Isomeren vor. Das a-HCH weist in der Ostsee mit
Konzentrationen zwischen 0,3 und 0,7 ng/l ca.
3-mal höhere Konzentrationen auf, während das
y-HCH (um 1 ng/l) vergleichbare Konzentrationen
zeigt. Allerdings zeigt sich in der westlichen Ost
see im Gegensatz zur Deutschen Bucht eine sehr
gleichmäßige Verteilung. Gründe für diese Unter
schiede liegen in dem langsameren Wasseraus
tausch der Ostsee und unterschiedlichen Ein
tragsquellen.
Die stark lipophilen CKW (Hexachlorbenzol
(HOB), DDT (und deren Abbau-Produkte DDD
und DDE) sowie die Polychlorierten Biphenyle
(PCB) variieren im Wasser von Nord- und Ostsee
zwischen 50 pg/l und unterhalb der Bestim
mungsgrenze (meist 10 pg/l). Die höchsten Werte
wurden in Küstennähe (Elbfahne) beobachtet.
■ Überwachung auf zinnorganische Schadstoffe
im Wasser
Tributylzinn (TBT), Dibutylzinn (DBT) und
Monobutylzinn (MBT) wurden 1999 erstmals be
stimmt. Die Konzentrationen in der Deutschen
Bucht variierten zwischen 0,5 und 8 ng/l (Median
1 ng/l). Deutlich höhere Werte wurden im Elbe
wasser (ca. 15 bis 30 ng/l) und im Nord-Ostsee-
Kanal (15 ng/l, Einzelwert) beobachtet. Die TBT-
Konzentrationen lagen damit bereits in einem
Bereich, in dem toxische Effekte auf bestimmte
Meeresorganismen möglich sind. Die anderen un
tersuchten Verbindungen (Tetrabutylzinn, Mono-
und Dioctylzinn, Tricyclohexylzinn und Triphenyl-
zinn) lagen meist unterhalb der Bestimmungs
grenze von derzeit 0,2 ng/l.
■ Überwachung von organischen Schadstoffen
in Sedimenten
Ergänzend zu den Untersuchungen im Was
ser eignen sich Sedimente als „integrierender
Parameter“ bzw. als „Schadstoffsenke“ beson
ders gut, längerfristige Veränderungen in den
Belastungen des marinen Ökosystems mit schäd
lichen Beimengungen zu erfassen.
Die Sedimente der Deutschen Bucht werden
seit fünf Jahren routinemäßig untersucht. Die Auf
arbeitung der Proben aus dem Jahr 1999 und die
Auswertung der Analysen sind noch nicht abge
schlossen.
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