Dr. Joachim Blüthgen: Die Eisverhältnisse des Bottnischen Meerbusens
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c) Die Eiswahrscheinlichkeit der finnischen und schwedischen Stationen.
(dargestellt an Hand der Winter 1922/23 aus den Tag]. Eisberichten).
Die Ziffern bedeuten die Zahl der Jahre, in denen Eis in den betreffenden Monaten vorgekommen ist, so daß also
10 bedeutet: Eis trat in diesem Monat in allen zehn Beobachtungsjahren auf.
Station:
Okt.
Nov.
Dez.
Jan.
Febr.
März
April
Mai
Juni
Juli
Utö
—
—
1
3
7
9
7
—
—
—
Ledsund
—
—
2
6
8
10
8
—
—
—
Mariehamn
—
—
2
5
8
9
8
—
—
—
Raumo
—
2
8
9
10
10
10
7
—
—
Mäntyluoto
—
3
8
9
9
10
9
5
—
—
Jakobstad
5
9
10
10
10
10
8
1
—
Toppila
2
7
10
10
10
10
10
10
3
—
Kemi (extrapol.)
3
8
10
10
10
10
10
10
3
—
Karlsborg
2
8
10
10
10
10
10
10
1
—
Rödkallen
1
7
10
10
10
10
10
10
3
—
Luleä
3
8
10
10
10
10
10
10
1
—
Gäsön
—
3
9
9
10
10
10
10
2
—
Västra-Kvarken
—
1
8
8
10
10
10
9
1
_
Skag
—
1
6
7
8
9
8
6
—
—
Hernö
—
—
2
4
7
8
6
3
——
—
Svanö, oberhalb
1
7
9
10
10
10
10
7
—
—
Svanö, unterhalb
1
8
9
9
10
10
4
—
—
Alnösundet
—
3
8
10
10
10
10
5
—
—
Bremö
—
—
3
6
8
8
7
3
—
—
Lilljungfrun
—
—
3
6
7
9
7
2
—
—
Eggegrund
—
—
2
6
8
10
6
2
—
—
Gävle
—
—
5
8
10
10
9
2
—
—
Öregrundsgrepen
—
—
5
9
10
10
9
4
—
—
Grundkallen
.
—
2
4
6
7
7
4?
—
Söderam
—
—
1
2
6
8
5
—
—
—
Sandhamn
—
—
—
1
4
6
2
—
—
Stockholm, nördl.
—
—
6
8
10
10
8
—
—
—
Stockholm, südl.
—
—
6
8
10
10
8
—
—
—
Die Eisgebiete des Bottnischen Meerbusens
Ü b e rs i c h t .
Die Eisverhältnisse des Bottnischen Meerbusens wurden bisher meist in Isokryonenkarten dargestellt. Mitt
lerer Einsatz und mittlerer Schluß der Vereisung wurden dargestellt, desgleichen die mittlere Eisdauer in Tagen.
Für eine Synthese der Eisverhältnisse reichen diese Ergebnisse jedoch nicht aus; denn in der Regel lassen solche
Darstellungen ganz ein Eingehen auf die Art der Vereisung vermissen. Mit der bloßen Mittelbildung ist weder
praktisch noch theoretisch eine erschöpfende Behandlung gegeben. Zudem verdienen manche der Isokryonen
karten eine teilweise Berichtigung (vgl. Abb. 33 und 34). Die folgende Beschreibung der Eisverhältnisse der
einzelnen Teile des Bottenbusens verfolgt demnach ein anderes Ziel: die Erfassung der Eisentwicklung nach
Dauer und Beschaffenheit, dies ergibt von selbst die Ausscheidung von Gebieten, die darin vonein
ander abweichen.
Da für dieses Ziel, das nicht nur statistisch, sondern beschreibend und erklärend zugleich ist, Berichte über
die Eisverhältnise der einzelnen Winter an einzelnen Stationen die notwendige Grundlage bilden mußten, schei
den von vornherein einige Teile aus, über die wir nur ungenügende Kenntnis besitzen. Dies sind zunächst die
küstenfernsten Teile der Mere und dann die schwedischen Küsten, über die ausführliche Berichte fehlen. Aus der
Darstellung wird sich ergeben, daß wir über die Eisverhältnisse in den finnischen Gewässern weit besser Bescheid
wissen als über die schwedischen. Die Abgrenzung einzelner Eisgebiete ist deswegen im schwedischen Teil des Ge
bietes weit unsicherer, ebenso wie ihre Charakterisierung; es muß darum hier mehr wie anderswo auf die Be
schreibung der einzelnen Häfen und Leuchtfeuer zurückgegriffen werden, wie sie sich aus den Tägl. Eisberichten
der Deutschen Seewarte ergibt.
Bei einer Einteilung des Meerbusens in Eisgebiete (vgl. Karte 35) muß zunächst eine Hauptscheidelinie
gezogen werden, die alle Küstengebiete von dem freien Meer trennt, zu letzterem gehören auch die Meerengen
des Nordkvark und des Südkvark — Älandsmeeres.
Der verbleibende Teil umsäumt die Küsten, ihm gehören an: 1. der Schärenhof der Bottenwiek, 2. der nord
finnische Schärenhof, 3. der Schärenhof von Mäntyluoto, 4. das Schärenmeer, a) das innere Schärenmeer, b) die
Sunde Delet und Skiftet), c) das äußere Schärenmeer, 5. der mittel schwedische Schärenhof, 6. der südbottnische