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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Wasserschöpfer mit Tiefseethermometer, 
Wasserschöpfer mit Tiefseethermometer. 
Dieses Instrument ist zu dem Zwecke konstruirt worden, aus bestimmten 
Tiefen des Meeres Wasserproben heraufholen und gleichzeitig die Temperatur 
derselben Tiefen erfahren zu können. 
Yig. 2. 
Wie es die nebenstehenden Figuren zeigen, 
ist der Apparat wie eine Spritze von passendem 
Volumen gebildet. Beim Versenken ins Wasser 
ist diese Spritze mittelst eines Bügels b in der 
Klaue & so aufgehängt, dafs die Spitze p sich 
aufwärts wendet und der Stempel r ganz in 
den Cylinder hineingedrückt ist (s. Fig. 1). Die 
Klaue % ruht lose auf einem Knoten der Leine Z, 
welche erst durch ein Loch in der Klaue ge- 
gangen ist und zuletzt in dem Ringe der Stempel- 
stange ” endigt, Wenn der Apparat in die 
bestinmte Tiefe versenkt worden ist, wird er 
gezwungen, sich mit Wasser zu füllen, indem 
man ein durchbohrtes Fallgewicht vv die Leine 
hinabgleiten läfst (s. Fig. 2); wenn dieses nämlich 
an die Klaue stöfst, wird letztere den Bügel 
loslassen, die Spritze wird umkippen, und indem 
jetzt der Cylinder wegen seiner Schwere dem 
Stempel entlang hinuntergleitet, wird die Spritze 
durch p sich voll Wasser saugen. Nach dem 
Einziehen entleert man die Spritze in eine 
Flasche oder dergl., indem man einfacher Weise 
den Stempel wieder hineindrückt. 
Im Innern der Stempelstange befindet sich 
eins von den bekannten Umkehr-Thermometern 
von Negretti & Zambra und ist da 80 an- 
gebracht, dafs die Kugel desselben beim Ver- 
senken des Apparates sich aufserhalb des Cylin- 
ders befindet, während Löcher in der Stange 
dem Wasser erlauben, auf dieselbe einzuwirken. 
Beim Umkippen der Spitze kippt ja auch das 
Thermometer um, und man ist also wegen der 
speciellen Eigenschaften von Thermometern dieser 
Konstruktion nach dem Einziehen des Apparates 
im Stande, die Temperatur des Wassers in 
der bestimmten Tiefe durch eine Spalte in der 
Stempelstange abzulesen; nur muls man darauf 
achten, vorläufig die Spritze in derselben um- 
gekehrten Stellung, in welcher sie heraufgezogen 
ist, zu halten. Natürlich muß man mit dem 
Hinunterfallen des Fallgewichtes so lange warten, 
bis das Thermometer Zeit bekommt, sich zu 
akkommodiren. 
Das Fallgewicht ist so konstruirt, dafs es 
in zwei Theile zerlegt werden kann, damit man 
es auf die Leine einsetzen kann, selbst wenn 
das Ende derselben nicht frei ist. 
Kapitän G. Rung, 
Vicedirektor des Dän. Met. Instituts. 
Ob
	        
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