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Wasserschöpfer mit Tiefseethermometer,
Wasserschöpfer mit Tiefseethermometer.
Dieses Instrument ist zu dem Zwecke konstruirt worden, aus bestimmten
Tiefen des Meeres Wasserproben heraufholen und gleichzeitig die Temperatur
derselben Tiefen erfahren zu können.
Yig. 2.
Wie es die nebenstehenden Figuren zeigen,
ist der Apparat wie eine Spritze von passendem
Volumen gebildet. Beim Versenken ins Wasser
ist diese Spritze mittelst eines Bügels b in der
Klaue & so aufgehängt, dafs die Spitze p sich
aufwärts wendet und der Stempel r ganz in
den Cylinder hineingedrückt ist (s. Fig. 1). Die
Klaue % ruht lose auf einem Knoten der Leine Z,
welche erst durch ein Loch in der Klaue ge-
gangen ist und zuletzt in dem Ringe der Stempel-
stange ” endigt, Wenn der Apparat in die
bestinmte Tiefe versenkt worden ist, wird er
gezwungen, sich mit Wasser zu füllen, indem
man ein durchbohrtes Fallgewicht vv die Leine
hinabgleiten läfst (s. Fig. 2); wenn dieses nämlich
an die Klaue stöfst, wird letztere den Bügel
loslassen, die Spritze wird umkippen, und indem
jetzt der Cylinder wegen seiner Schwere dem
Stempel entlang hinuntergleitet, wird die Spritze
durch p sich voll Wasser saugen. Nach dem
Einziehen entleert man die Spritze in eine
Flasche oder dergl., indem man einfacher Weise
den Stempel wieder hineindrückt.
Im Innern der Stempelstange befindet sich
eins von den bekannten Umkehr-Thermometern
von Negretti & Zambra und ist da 80 an-
gebracht, dafs die Kugel desselben beim Ver-
senken des Apparates sich aufserhalb des Cylin-
ders befindet, während Löcher in der Stange
dem Wasser erlauben, auf dieselbe einzuwirken.
Beim Umkippen der Spitze kippt ja auch das
Thermometer um, und man ist also wegen der
speciellen Eigenschaften von Thermometern dieser
Konstruktion nach dem Einziehen des Apparates
im Stande, die Temperatur des Wassers in
der bestimmten Tiefe durch eine Spalte in der
Stempelstange abzulesen; nur muls man darauf
achten, vorläufig die Spritze in derselben um-
gekehrten Stellung, in welcher sie heraufgezogen
ist, zu halten. Natürlich muß man mit dem
Hinunterfallen des Fallgewichtes so lange warten,
bis das Thermometer Zeit bekommt, sich zu
akkommodiren.
Das Fallgewicht ist so konstruirt, dafs es
in zwei Theile zerlegt werden kann, damit man
es auf die Leine einsetzen kann, selbst wenn
das Ende derselben nicht frei ist.
Kapitän G. Rung,
Vicedirektor des Dän. Met. Instituts.
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