374 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1911.
seite wird eben innerhalb der Einfahrt durch eine Halbinsel, die sich parallel
zur Küste nach NNO erstreckt, der natürliche Hafen von Mororan gebildet, der
in seiner Art der Drittgrößte von Japan ist. Im Sommer bietet der Hafen voll-
kommenen Schutz, im Winter dagegen ist er bei steifen nordwestlichen Winden
für größere Schiffe nicht sicher. Kleine Fahrzeuge finden zu jeder Zeit ge-
schützte Ankerplätze unter Land.
Landmarken. Für vom Osten kommende Schiffe kommt zunächst Yerimo-
zaki, die östlichste Huk an der Südseite der Insel Yezo, mit dem darauf stehenden
Leuchtturm als Landmarke in Betracht. Dieser steile, zackige Felsenabhang ist
etwa 24 m hoch und der südliche Ausläufer einer Hochebene, die sich weiter
landeinwärts von einem Gebirge mit 1000 und 1730 m Höhen nach See zu er-
streckt. Diese hohe Gebirgskette kann von Schiffen schon aus beträchtlicher
Entfernung gesehen werden. 6 Sm nordwestlich von Yerimo-zaki liegt der
Leuchtturm und die Stadt Horoizumi, dahinter erhebt sich der Berg Takayama
zu 914 m Höhe. Weitere 20 Sm nach Nordwesten zu steht der Leuchtturm der
Stadt Urakawa. Der innerste Teil der Bucht zwischen Urakawa und Chikaya
Mizaki, etwa 20 Sm Östlich und westlich von dem erloschenen Vulkan Tamakoma
und der an seinem Fuße liegenden gleichnamigen Küstenstadt wird durch flaches
Wiesenland gebildet, durchströmt von vielen kleinen Flüssen und Bächen, die
sich in das Meer ergießen. Die hohen Gebirgszüge werden hier durch eine
breite Talsenkung unterbrochen und treten von der Küste weit zurück. Erst
etwa 12 Sm nordöstlich von Chikya Mizaki, nämlich bei Kap Ayoro (Ayoro Bana)
gewinnt das Küstenland wieder ein bergiges, zerklüftetes Aussehen mit tiefen,
dazwischenliegenden Tälern, die Höhen mit Eichenwaldungen bestanden. Die
Beschreibungen und Namen verschiedener Küstenplätze in dieser Ausbuchtung
zwischen Urakava und Chikya Mizaki entsprechen nicht den Angaben der Brit,
Adm-Krt. Nr. 452.
Auf der Halbinsel, die den Hafen von Mororan bildet, liegt der 202 m
hohe Berg Sokuryo. Östlich von der Stadt und nördlich von Chikya Mizaki
befindet sich ein Höhenzug mit drei bemerkenswerten Gipfeln, und zwar Riiyeni
Yama von 167 m und Yeni Yama von 186 m Höhe, 8 Sm nördlich vom Hafen
steigt 2 bis 3 Sm von der Küste entfernt der zackige und steile Vulkan Usu Daki
zu 731 m, nach englischen Angaben 1042 m Höhe an. Er hat drei Gipfel, von
denen zwei tätige Vulkane sind.
Für vom Süden kommende Schiffe dient zunächst der 28.4 m hohe Leucht-
turm 46 m über Hochwasser und bei Nacht das Leuchtfeuer von Shiriya-zaki,
der südlichen Huk an der OÖsteinfahrt zur Tsugaru-Straße, als Landmarke. Der
Schein dieses Feuers wurde von Kapt. A. Schau schon aus etwa 50 Sm Abstand
gesichtet. Die Huk selbst ist spitz zulaufend und niedrig bis zu 1 Sm Abstand
von ihrem äußersten Ende; nachher steigt das Land allmählich an zu dem
421 m hohen Shiriya Yama., (Siehe Vertonung auf der Brit. Adm-Krt. Nr, 2441.)
Yesan-zaki, die Nordhuk an der Osteinfahrt zur Tsugaru-Straße, fällt aus 183 m
Höhe steil zur Küste ab und ist zugleich der östliche Ausläufer eines abschüssigen
Vorgebirges. Unmittelbar bei dem Kap erhebt sich ein Vulkan zu 630 m Höhe.
Der Gipfel desselben ist häufig mit einer leichten Dampfwolke umhüllt und ein
Dampfstrahl bricht mitunter aus einer Öffnung an der Westseite des Berges
hervor; im übrigen ist der Vulkan nicht mehr tätig. An der Westseite des
Berges sind mehrere Stellen mit Schwefel bedeckt, die von weitem wie Schnee
aussehen. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter, wenn die vorspringenden Huken
und Berge in dieser Umgebung nicht auszumachen sind, bietet der starke Schwefel-
dampf der umliegenden Vulkane, der sich auf dem Wasser hinzieht, einigen
Anhalt, da er sich infolge seines Geruches häufig schon auf beträchtliche Ent-
fernung bemerkbar macht, Nähert man sich der Iburi-Bucht, so ist vielleicht
bei klarem Wetter der 1908 m hohe, konisch geformte Shirebetsu San (Mount
Frustrum) ein tätiger Vulkan, zu sehen, der etwa 30 Sm nördlich von Mororan
liegt. Zum Ansteuern des Hafens dient der Leuchtturm auf Daikoku-jima in
der Einfahrt zum Hafen als Landmarke. Bei Nacht bilden die Leuchtfeuer auf
den schon angeführten Leuchttürmen gute Landmarken.